Instagram als primäre Infoquelle

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Instagram als primäre Infoquelle

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Instagram ist bei den 18- bis 24-Jährigen zur wichtigsten Nachrichtenquelle avanciert. Das behaupte nicht ich, und schon gar nicht einfach so, sondern es ist das Ergebnis einer aktuellen, sehr ausführlichen Studie: Für den “Reuters Institute Digital News Report” wurden rund 75.000 Personen in 38 Ländern befragt. Das eindrucksvolle Ergebnis der Studie wurde heute (12.06.2019) veröffentlicht.

Demnach versorgen sich 23 Prozent der Menschen zwischen 18 und 24 Jahren vor allem auf Instagram mit Neuigkeiten. Auf Platz 2: Facebook und Youtube mit jeweils 22 Prozent. Danach WhatsApp mit 10 Prozent und Twitter mit 6 Prozent. Die einzig gute Nachricht: Lediglich 3 Prozent beziehen ihre Nachrichten ausschließlich aus den Sozialen Medien.

Kevin Systrom verlässt Instagram - zusammen mit Krieger; Rechte: dpa/Picture Alliance

Die Ex-Gründer von Instagram haben Instagram mittlerweile verlassen – aus Protest

Mehr als die Hälfte informieren sich bei Zuckerberg

Was jedoch wieder einmal zeigt: Facebook ist King. 23 Prozent der jungen Zielgruppe informiert sich vor allem auf Instagram, 22 Prozent auf Facebook und 10 Prozent auf WhatsApp. In der Summe versorgen sich also 55 Prozent der Jugendlichen in einem Kanal aus dem Mark-Zuckerberg-Imperium über alles, was wichtig ist – oder wichtig zu sein hat. Zuckerberg wird das Studienergebnis begeistern – mich schockt es. Vor allem angesichts der Tatsache, dass Facebook nicht sonderlich verantwortungsvoll unterwegs ist.

Instagram ist eine schöne Plattform, um Bilder herzuzeigen und Emotionen zu transportieren. Keine Frage. Aber als Nachrichtenquelle? Nicht wirklich. Es ist bedenklich, wenn ausgerechnet Instagram, wo selbst Videos auf 60 Sekunden beschränkt sind (ich weiß: bei den Stories natürlich nicht), dass ausgerechnete diese Plattform zur populärsten Informationsquelle für junge Menschen wird. Eine Plattform, wo alle und alles cool zu sein hat, wo die Bilder regieren.

https://vimeo.com/279444675

Influencer lassen sich für ihre “News” bezahlen

Es regieren Bilder und Emotionen

Keine Einladung für Tiefgang. Ganz zu schweigen von den ganzen Influencerinnen und Influencern, die dort unterwegs sind: Gesagt und gezeigt wird grundsätzlich das, was Geld bringt. Ich will kein Spielverderber sein, aber das ist schon bedrückend.

Natürlich versuchen auch die “seriösen” Medien überall präsent zu sein – allerdings müssen sie sich den Regeln des Netzwerks unterordnen, nicht umgekehrt. Was insgesamt – zumindest tendenziell – zu einer Verflachung führt.

https://vimeo.com/341743300

Über den Autor

Jörg Schieb ist Internetexperte und Netzkenner der ARD. Im WDR arbeitet er trimedial: für WDR Fernsehen, WDR Hörfunk und WDR.de. In seiner Sendung "Angeklickt" in der Aktuellen Stunde berichtet er seit 20 Jahren jede Woche über Netzthemen – immer mit Leidenschaft und leicht verständlich.

1 Kommentar

  1. Hallo und guten Abend,
    ich wollte heute eine Krankenkassen-App herunterladen. Ich habe die Installation abgebrochen, weil ich zur Identifizierung meinen Personalausweis fotographieren und hochladen sollte (!). Handelt es sich hierbei um ein zertifiziertes und zukünftig gängiges Verfahren?
    Im voraus vielen Dank für Ihre Prüfung und Antwort.
    Viele Grüße
    A.Braun

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