Joggen verrät auch militärische Geheimnisse

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Joggen verrät auch militärische Geheimnisse

Kommentare zum Artikel: 7

Das haben die Strategen im amerikanischen Verteidigungsministerium mühsam lernen müssen, dabei fing es so scheinbar harmlos an: Der 20 Jahre alte australische Student Nathan Ruser hat zu Jahresanfang ein paar Karten fürs Fitness-Training getweetet. Das fanden die Twitterati ganz toll und haben die Tweets mit den Karten fleißig retweetet.

So wurden einige Analysten des Auslandsgeheimdienstes darauf aufmerksam. Und als die sich die Karten näher anschauten, erkannten sie darauf Militärflugplätze in Afghanistan und sogar einen geheimen Stützpunkt in Syrien.

In der Auswerteabteilung des Militärischen Nachrichtendienstes war man alarmiert. Hatten die es doch mit via Twitter veröffentlichten Karten von Militäranlagen zu tun, die fast so viele Informationen preisgaben wie hochgeheime Satellitenaufnahmen.

Hochgeheime Karten auf Twitter

Zunächst einmal mussten die Auswerter deshalb einmal klären, wie dieses Material auf Twitter landen konnte. Dabei fanden sie heraus, dass Fitness-Apps dafür verantwortlich waren. 2.500 solcher Apps hatte die Armeeführung nämlich an die Soldaten verteilt, um sie zu motivieren, mehr zu joggen und Rad zu fahren. Damit wollten die Armeechefs die zunehmenden Gewichtsprobleme bei Unteroffizieren in den Griff kriegen.

Diese Fitness-Apps zeichnen nicht nur sogenannte Vitalwerte auf, also Puls, Körpertemperatur oder wie gut der Schlaf war. Sondern sie zeichnen per GPS-Tracking auch auf, wo der App-Besitzer joggen war. Wenn US-Soldaten in Berlin oder Köln joggen, fällt das auf den entsprechenden Karten des App-Herstellers nicht weiter auf. Denn dort joggen viele Menschen, und viele Jogger lassen sich dabei tracken.

Wenn ein Jogger sich in Afghanistan tracken lässt, fällt das auf, weil es dort nur wenige Jogger mit einer Fitness-App gibt. Wenn ein Soldat dann auf einem Armeestützpunkt die Start- und Landebahn abläuft, sieht das auf der Karte fürs Fitnesstraining eben aus wie eine Start- und Landebahn.

Erst nach mehr als einem halben Jahr hat nun das amerikanische Verteidigungsministerium solche Fitness-Apps für bestimmte Truppenteile verboten.

Über den Autor

Peter Welchering arbeit seit 1983 für Radio, Fernsehen und Print (u.a. Deutschlandradio, ZDF, verschiedene ARD-Sender, FAZ) und hat verschiedene Lehraufträge an Journalistenschulen in Deutschland und anderen Ländern. Online ist Welchering seit 1983.

7 Kommentare

  1. Hallo Freund, ich bin so glücklich, dass ich endlich meinen Kredit von einem echten Kreditgeber, Herrn Richard Kenneth, bekommen habe. Ich bin so gesegnet, dass ich endlich gekommen bin
    was ich gesucht habe, mailen Sie ihm auch, wenn Sie einen Kredit benötigen über: richardloancompany4@gmail.com

  2. Martin Däniken am

    Jetzt wirds wirklich interessant,weil die Drohnen-Firma us.Robotics auch Roboter-Staubsauger vertreiben will,
    die Wohnungsgrösse usw an die Zentrale weitermelden können..
    damit mit man den Kunden noch bessere Produkte bieten (den üblischen Schmus)kann.!
    Zunächstmal war im Gespräch soweit ich mich erinnere das man Privatwohnungen ausspionieren will für Geheimdienst usw.
    Der Twist kommt dadurch das man den Einsatz von US-Basen mit Drohnen diesr Firma durchführt,aber dann den Einsatz von Saugrobotern verbieten würde..weil diese sensible Daten auf einen Server laden würde,der nicht sicher ist!

  3. Hat aber ziemlich lange gedauert, bis reagiert wurde. Man sollte meinen, dass mehr auf die Sicherheit geachtet würde…
    Fehlt eigentlich nur noch, dass per Whatsapp kommuniziert wird…

    • SUCHTFREI_UND_UNABHÄNGIG am

      “Fehlt eigentlich nur noch, dass per Whatsapp kommuniziert wird…”
      Im Smartphone/App-Tunnelblick gefangenen, suchtkranken Menschen ist auch das absolut zuzutrauen.

  4. SUCHTFREI_UND_UNABHÄNGIG am

    Danke für diesen weiteren digitalkritischen Artikel! Möge er mithelfen zu bewirken, daß die Leute aufhören, diese Dinger zu benutzen bzw. , besser, sich von ihnen benutzen zu lassen:
    Wer wirklich immer noch nicht verstanden hat, daß diese Dinger vor allem dazu geschaffen wurden, um ihre Trägerinnen und Träger nackt auszuziehen, auf daß Unternehmen und Staat nichts verborgen bleibe, hat den Schuß nicht gehört.
    Wer es aber verstanden hat und die Dinger dennoch weiter trägt in der Meinung, er/sie benutze sie, obwohl er/sie in Wahrheit benutzt WIRD , tut es aus Abhängigkeit und SUCHT – ob Fitnesstracker oder Smartphone, alles dasselbe.
    Die vermeintlichen “Vorteile”, welche diese Sucht- und Überwachungsgeräte bieten, sind nur das, was der Zucker in Alkopops ist: Sie sollen die Leute an- und in die Abhängigkeit locken, was ja leider massenhaft gelingt.
    Bei mir freilich nicht: Es wird mir jemals ein Smartphone ins Haus, geschweige in die Tasche, kommen, noch ein Fitnesstracker – mein Lauftraining genieße ich ganz ohne diese Pestilenz frei und unbeschwert und ohne getrieben und kontrolliert zu werden.

    • SUCHTFREI_UND_UNABHÄNGIG am

      Sorry, ich hatte ein Wort vergessen.
      Es sollte natürlich heißen:
      “Es wird mir WEDER jemals ein Smartphone ins Haus, geschweige in die Tasche, kommen . . . NOCH ein Fitnesstracker”

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