NRW zieht in den Kampf gegen WhatsApp

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NRW zieht in den Kampf gegen WhatsApp

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NRW hat eine neue Verbraucherschutzministerin. Gleich am ersten Tag im Amt geht Ursula Heinen-Esser in die Vollen: Die Politikerin legt sich mit WhatsApp an. Denn WhatsApp hat sich im Windschatten der Einführung der DSGVO neue Spielregeln (vulgo: Nutzungsbedingungen) ausgedacht, die alles andere als im Interesse der Nutzer sind. Im Gegenteil: WhatsApp lässt sich von den Nutzern faktisch mehr Rechte einräumen als vorher, nicht weniger.

Ursula Heinen-Esser knüpft sich WhatsApp vor; Rechte: dpa/Picture Alliance

Ursula Heinen-Esser knüpft sich WhatsApp vor

Schlagkräftige Phalanx erforderlich

So sind sie, die Megakonzerne: Lassen sich nicht mal von einer DSGVO stoppen. Bei WhatsApp ist es jetzt so: Entweder, man akzeptiert alle Regeln – oder man kann die App nicht (mehr) nutzen. Dabei lässt sich WhatsApp das Recht einräumen, auch alle Kontaktdaten im Smartphone abzugreifen und diese an Dritte weiterzugeben. Mit “Dritte” ist vor allem die Mutter Facebook gemeint. Zwar hat Mark Zuckerberg bei der Übernahme von WhatsApp lauthals versprochen, genau das werde nicht passieren – passiert ist es dann aber doch. Bereits 2017 verhängte die EU-Kommission deshalb ein Bußgeld von 110 Millionen Euro gegen Facebook.

Ursula Heinen-Esser hat also allen Grund, empört zu sein. Es imponiert mir, dass sie gleich losschlägt. Sie hat das Thema sofort auf die Tagesordnung beim Verbraucherschutzministerkonferenz (VSMK) gesetzt. Auf diese Weise beschäftigen sich alle Ministerinnen und Minister damit.  Das ist auch dringend nötig, denn wie wir immer wieder sehen, braucht es eine breite, schlagkräftige Phalanx, wenn man bei Facebook irgendetwas erreichen will.

Die Macht von WhatsApp ließe sich einschränken

WhatsApp ist heute ein Quasi-Standard. Der Druck entsprechend groß: Die erdrückenden AGB des Anbieters akzeptieren – oder draußen bleiben, weil man die App nicht nutzen darf? Eine ungeheure Macht, die WhatsApp hat. Diese Macht könnte man WhatsApp aber nehmen. Etwa, indem die Politik endlich die Interoperabilität auf die Tagesordnung setzt und für Messenger zwingend vorschreibt. Dann wäre es schnuppe, welchen Messenger man benutzt und könnte dennoch jeden erreichen.

Ich denke, dieser Schritt wäre ungleich schlagkräftiger – weil effektiver -, als sich nun wieder mit den Nutzungsbedingungen herumzuschlagen. Natürlich kann es auch nicht schaden, das eine zu tun, ohne das andere zu lassen.

Und es droht auch Ungemach aus anderer Richtung: Einige große Unternehmen wie BMW, Deutsche Bank oder Continental untersagen ihren Mitarbeitern mittlerweile, auf Dienst-Smartphones WhatsApp zu nutzen. Hintergrund ist die DSGVO: Weil alle Kontakte ungefragt auf die Server von WhatsApp hochgeladen werden, müsste man grundsätzlich jeden betroffenen Kontakt vorher um Erlaubnis fragen. Faktisch unmöglich – deshalb WhatsApp-Verbot.

Über den Autor

Jörg Schieb ist Internetexperte und Netzkenner der ARD. Im WDR arbeitet er trimedial: für WDR Fernsehen, WDR Hörfunk und WDR.de. In seiner Sendung "Angeklickt" in der Aktuellen Stunde berichtet er seit 20 Jahren jede Woche über Netzthemen – immer mit Leidenschaft und leicht verständlich.

11 Kommentare

  1. I am a bus driver and a few years back a fellow driver had a kid choking another kid and screaming he was going to kill the kid he was choking. The bus driver stopped the bus and grabbed the kid that was trying to kill the other and put him off the bus 5 blocks from his stop and left.

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  4. Hallo,
    ein sehr spannender Artikel. Ich finde auch, dass WhatsApp mittlerweile schon viel zu viel macht hat. Große Angst habe ich auch vor Viren, die über WhatsApp verschickt werden. Dem Letzt habe ich sogar mal leere Nachrichten erhalten und dachte ich wäre infiziert.
    Es war jedoch nur ein Gag von meinem Kumpel, der leere Nachrichten mit Hilfe von dieser App verschickt hat:

    https://play.google.com/store/apps/details?id=de.hammtech.blankmessagespro

    Nochmal Glück gehabt …

  5. PC-Fluesterer am

    Endlich mal jemand der etwas macht. Es wir ja immer nur gesagt: wenns dir nicht passt, dann benutz es halt nicht. Und damit wird gerechtfertigt, dass geltendes Recht nicht beachtet wird.
    Ich denke dass muss sich ändern. Jetzt besteht die Chance diesem Wildwuchs endlich ein Ende zu bereiten.

    Wie ein Sprecher von Google einst sagte: Technologie ist dazu da uns zu dienen, und nicht im Wege herum zu stehen. Und die Idee eines fairen Konkurrenzkampfes zwischen den Messengern durch Schnittstellen untereinander ist auch sinnig. Weil mal ehrlich: Was ist aktuell das Verkaufsargument eines Messengers?
    Es ist die Zahl der Nutzer. Egal wie schlecht er ist. Und dass kanns nicht sein. Wettbewerb sieht anders aus.

    Ich würde mich freuen wenn ich endlich iMessage nutzen könnte, und das Kontaktbuch dazu nicht nur 2 mögliche Adressen anzeigt.

    Schönen Sonntag noch!

  6. SUCHTFREI_UND_UNABHÄNGIG am

    Ich erlaube mir, mich der Hoffnung hinzugeben, daß die kämpferische Initiative der Ministerin, zu der man die berechtigt kritischen Worte Jason Larniers hinzudenken sollte (und gleich noch die von Manfred Spitzer, Alexander Markowetz, Bert te Wildt und – und – und!) – daß also alles dieses vielleicht endlich einmal ein ANFANG sein könnte, ALLE Warnungen vor der gesellschaftlichen und gesundheitlichen Schädlichkeit der asozialen Netzwerke ERNST zu und endlich etwas zu UNTER-nehmen – denn nicht nur der Schutz intimer Daten steht auf der Kippe – DSGVO hin oder her – , sondern es verwirklicht sich doch täglich mehr die SUCHTGEFAHR: Man schaue doch einfach mal offenen Auges in Straßenbahnen, auf Schulhöfen und in Bahnhöfen um sich!
    WhatsApp und Komplicen BRAUCHEN WIR NICHT nur nicht, sie sind – zum Xten Mal gesagt – digitales Crystal Meth, Heroin, Crack und Kokain in einem!

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