Klappe, die Zweite – die ersten Eindrücke vom Samsung Galaxy Fold

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Klappe, die Zweite – die ersten Eindrücke vom Samsung Galaxy Fold

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Eine geschmeidige Markteinführung sieht anders aus: Nur wenige Tage vor dem geplanten Termin hatte Samsung sein Galaxy Fold im April wieder zurückgezogen. Einige Journalisten hatten von technischen Problemen mit dem Klapp-Smartphone berichtet; ihre Testgeräte konnte man schon nach wenigen Tagen knicken – und mit “knicken” meine ich nicht das, was fürs Galaxy Fold eigentlich vorgesehen war. Auch Huawei musste sein Konkurrenzmodell Mate X noch einmal zurückstellen.

Kurz vor dem Start der IFA in Berlin startet Samsung jetzt den zweiten Versuch. Das Galaxy Fold wurde überarbeitet, kann jetzt in 5G-Netzen funken (bei uns in Deutschland natürlich erst dann, sobald es sie auch wirklich an jeder Milchkanne gibt) und hat vor allem eine “überarbeitete Konstruktion”: Samsung hat nach eigenen Angaben das Klappgelenk verstärkt, damit das Smartphone auch im Alltag stabil bleibt.

Ein paar Stunden nach der Ankündigung hatte ich die Möglichkeit für ein erstes Hands-on. Mein Eindruck: Das Galaxy Fold, das ausgeklappt mit einem 7,3-Zoll-Bildschirm und angenehm viel Platz glänzt, fühlt sich zugeklappt wie ein lang gestrecktes Smartphone mit eher kleinem Display an. Die 4,6 Zoll sitzen in der Mitte der Frontseite – mit breiten schwarzen Rändern, wie man sie von Smartphones heute fast gar nicht mehr kennt.

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Für die Bedienung mit einer Hand ist das gleichzeitig wohltuend und herausfordernd. Wohltuend, weil es gut ist, endlich wieder ein Gerät in der Hand zu haben, das man (im zugeklappten Zustand) tatsächlich mit nur einer Hand bedienen kann – der Trend beim Smartphone ging zuletzt ja zu immer größeren Geräten. Und herausfordernd, weil die Android-Oberfläche nicht mehr auf so kleine Displays ausgelegt ist.

Was mich beim Ausklappen überrascht hat: wie deutlich man die Falte in der Mitte des großen Displays sieht. In Zeiten, in denen Smartphones bis ins letzte Detail durchdesignt sind, sieht diese Falte eher nach Prototyp aus – auch wenn man sie nicht mehr bemerkt, sobald das Display eingeschaltet ist und hellere Farben ausspuckt.

Auch mit Falte: Die Idee, ein großes Display dabei zu haben, das wenig Platz verbraucht, ist eine interessante. Trotzdem rechnet zum Start auch Samsung selbst offenbar nicht mit einem großen Markt für das Galaxy Fold: Das Klapp-Smartphone soll nur in kleiner Stückzahl verfügbar sein – und kostet zur Markteinführung stolze 2.100 Euro.

Über den Autor

Dennis Horn, offline geboren 1981 in Köln, arbeitet als Experte für Digitalthemen in der ARD und moderiert im Deutschlandradio. Er hofft, dass eines Tages die Angst vor dem "bösen Internet" stirbt, und wünscht sich mehr Spaß am Netz und weniger Hysterie.

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