Macht uns das Smartphone unzuverlässig?

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Macht uns das Smartphone unzuverlässig?

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Wann habt ihr zum letzten Mal eine Verabredung platzen lassen? Und wie viel Zeit war zwischen dieser Absage und der eigentlichen Verabredung noch übrig? Ich glaube ja: All unsere Smartphones sind zwar endlos praktisch. Sie machen es so einfach, jeden direkt zu erreichen. So einfach, Pläne zu machen. So einfach, sich spontan zu sehen. So einfach aber auch, jede Verabredung wieder zu überdenken oder abzusagen.


Der Filmemacher Alex Cornell war schon lange der Ansicht: Smartphones machen uns “flaky as #%@*”.

Am Tag der Verabredung selbst merkt man es am stärksten: wenn wir uns noch einmal per SMS rückversichern, ob’s auch wirklich klappt. Oder eine halbe Stunde vorher absagen. Oder rund um den Termin selbst schreiben, dass wir zu spät sind. Es ist was dran an dem Vorwurf, dass viele von uns heute so entscheidungsschwach geworden sind, so unverbindlich. Man hangelt sich so durch, selbst durch seine Freundschaften, und schiebt Menschen genauso hin und her wie die Termineinträge im Smartphone.

Ich habe lange überlegt, wie ich damit umgehe – und habe jetzt drei Pläne. Erstens: keine Rückversicherung mehr. Eine Verabredung ist eine Verabredung ist eine Verabredung. Wenn mein Gegenüber das mit der Zeit merkt, wird Verbindlichkeit draus. Zweitens: Außer im Notfall verhalte ich mich wie zu Zeiten, als es keine Mobiltelefone gab. Wenn ich nicht rechtzeitig absagen kann, also am Tag vorher, gibt es kein Zurück. Drittens: Ich mache Termine klarer. Tag, Uhrzeit, Treffpunkt. Kein Wischiwaschi-so-um-acht. Und jeder sagt entweder: ja oder nein.

Es ist ein bisschen traurig, dass wir überhaupt an diesen Punkt kommen, aber es ist auch so, dass Geräte wie das Smartphone unser Leben verändern können – und dann gilt es eben, neue Umgangsformen miteinander zu finden.

Unsere Blogger Anita Horn und Dennis Horn sind weder verwandt noch verheiratet, aber umso besser vernetzt. Sie entdecken jede Woche digitale Perlen: spannende Webseiten, lustige Links und Angebote, die den Alltag bereichern – hier im Blog, jeden Dienstag in der WDR 5 LebensArt im Radio und einmal im Monat in der Servicezeit im WDR Fernsehen.

Über den Autor

Dennis Horn, offline geboren 1981 in Köln, arbeitet als Experte für Digitalthemen in der ARD und moderiert im Deutschlandradio. Er hofft, dass eines Tages die Angst vor dem "bösen Internet" stirbt, und wünscht sich mehr Spaß am Netz und weniger Hysterie.

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