Medienwandel durch Corona? ePaper werden beliebter

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Medienwandel durch Corona? ePaper werden beliebter

Kommentare zum Artikel: 4

Weg vom linearen TV, weg von der gedruckten Zeitung: Die Mediennutzung verschiebt sich seit Jahren in Richtung Internet. Vor allem gedruckte Zeitungen haben an Bedeutung verloren, gleichzeitig erreichen viele Verlage vergleichsweise wenig Leser im Digitalen, vor allem mit dem ePaper, also der Digitalausgabe. Ausgerechnet die Corona-Pandemie könnte daran etwas ändern.

Verschiedene Befragungen haben gezeigt, dass die Menschen in Deutschland während der Pandemie vor allem auf etablierte Informationsquellen setzen und dazu gehören eben auch Zeitungen – nur wird die eben immer seltener auf Papier gelesen.

ePaper sorgt für Rekordauflage

Die Wochenzeitung „Die Zeit“ hat beispielsweise derzeit so viele Abonnenten wie noch nie, obwohl immer weniger Menschen sich für die gedruckte Zeitung entscheiden. Es ist das ePaper, das für den Rekord gesorgt hat.

ePaper Abonnements "Die Zeit"

Immer weniger Menschen abonnieren “Die Zeit” auf Papier. (Beim Klick aufs Bild, öffnet sich ein interaktives Diagramm).

Bei der “Zeit” läuft es zwar besonders gut, aber auch bei anderen Zeitungen und Magazinen (Spiegel) wird das Digital-Geschäft immer wichtiger, weil die Nachfrage steigt. Das gilt auch für viele Tageszeitungen.

ePaper Abonnements bei Tageszeitungen in deutschland

Tageszeitungen verlieren seit Jahren Abonennten, die Digitalausgabe wird immer wichtiger. (Beim Klick aufs Bild, öffnet sich ein interaktives Diagramm).

Die ePaper machen allerdings nur einen Teil des Digitalgeschäfts aus, hinzukommen „Paid Content“-Inhalte, oft sind das Abonnements für zahlungspflichtige Artikel auf der Website. Hier scheint die Entwicklung ähnlich zu sein.

2020 – Durchbruch im Digitalen? Jein!

Branchevertreter bezeichnen das vergangene Jahr deshalb als „Durchbruch“ für das Digitalgeschäft, obwohl das wohl nur begrenzt stimmt. Ja, die Mediennutzung hat sich verändert und die Digitalangebote der Verlage werden beliebter – das wird sich auch nach Corona eher nicht ändern.

Allerdings können die Verlage ihre Verluste im Printgeschäft nicht eins zu eins durch Digitalkunden ausgleichen – ein Leser der gedruckten Zeitung bringt dem Verlag mehr Geld ein, als ein Leser im Digitalen. Das liegt vor allem am Werbegeschäft, denn mit Onlinewerbung verdienen sie deutlich weniger.

Das war schon vor Corona so, aber jetzt verdienen die Medienhäuser noch weniger Geld mit Werbung, weil wegen der wirtschaftlichen Situation derzeit weniger Anzeigen geschaltet werden. Die Pandemie ist also definitiv keine Hilfe für die Verlage, sondern beschleunigt nur Trends, die es vorher schon gab.

Über den Autor

Christopher Ophoven arbeitet vor allem für die Wissenschaftsredaktion und das Medienmagazin „Töne, Texte, Bilder“. Er geht der Frage nach, wie wir uns im Internet informieren. Er selber liest gerne Zeitung, allerdings immer seltener auf Papier.

4 Kommentare

  1. Carsten Mohr am

    Ich weiß, die gedruckte zeitung ist die pure Unvernunft. Ich lese gerne meine Zeitungen in Papierform, weil ich es so mag. Pure Unvernunft, die irgendwann dem ökonomisch und ökologisch sinnvollem ePaper weichen muß. Nur differenzieren sich die zeitungen immer weniger über ihre Inhalte. Da hat die Welt den interviewt, die TAZ das besprochen, in der Zeit war jenes. Aber reicht das aus um dauerhaft Nachrichten zu einem Geschäft zu machen, wenn sehr vieles von der DPA, djd, und anderen Nachrichtendiensten (der anderen Art) kommt? Ich glaube nicht. Und um die teils kruden Ansichten von Jounralisten zu unterstützen (folglich zu lesen), bin ich weniger bereit diese zu finanzieren. Tut mir Leid, aber auch und gerade das Öffentlich Rechtliche tut hier gut daran, neutrale Berichterstattung und fundiertes Hintergrundwissen beizusteuern, ohne persönlicher Meinung. Ich will keine Meinungen lesen, ich möchte mir eine Bilden dürfen und dafür die Grundlagen bekommen. ePaper (darf das “e” jetzt weiterhin klein geschrieben werden trotz des Satzanfanges?) sind durch ihre Möglichkeiten perfekt geeignet. Ein Link und man ist bei Wikipedia, bei Google, ließt sich durch, schnappt ein paar Begriffe auf und vertieft dort sein Wissen (nicht Meinungen).

    • B. Franke am

      “Tut mir Leid, aber auch und gerade das Öffentlich Rechtliche tut hier gut daran, neutrale Berichterstattung und fundiertes Hintergrundwissen beizusteuern, ohne persönlicher Meinung.”
      Ja, stimmt zwar! Aber sie werden es eher nicht verstehen.
      Auch ich erwarte die Rückkehr zu einem klassisch-chronistischen Informationsjournalismus. Ich erwarte nicht mehr als Klarheit und Wahrheit: berichten statt bevormunden, einordnen statt einnorden!
      Man sollte dem (m/w/d) Zuhörer/Zuschauer/Leser (als Gegenleistung für den Rundfunkbeitrag/Zeitungspreis) zumindest klipp und klar darlegen, welche Nachrichten tatsächlich echte Informationen oder vielmehr (tendenziöse bzw. “positiv angepasste”) Redaktionsmeinungen beinhalten. Wenn die dort Agierenden meinen, unbedingt ihre Meinung oder Haltung kundtun zu müssen, dann sollen sie das gefälligst über Twitter, FB etc. tun. In einer Nachrichtensendung hat das nichts verloren. So z.B. auch, wenn die Kanzlerin mal wieder eine Rede gehalten hat, springt direkt (bevorzugt aus den Hauptstadtstudios) jemand hervor und kommentiert bejubelnd, warum auch diese Rede mal wieder “großartig, richtig und wichtig” war. Kann und darf der (m/w/d) Zuschauer, Zuhörer und Leser das nicht selbst beurteilen und entscheiden oder hält man diese schlichtweg für zu dämlich?
      Die sog. “Nachrichten” in deutscher, einheitlicher Aufbereitung per TV, Hörfunk und “Zeitung” genießen daher überwiegend nur noch mein Misstrauen. Leider, denn das war mal ganz anders. So bin auch ich, wie Sie, zunehmend gezwungen, zu einer interessanten Meldung, mehrere (ausländische) Internetseiten (oder auch ePaper) zu konsultieren, um überhaupt den vollständigen bzw. realen Gesamtumfang einer (deutschen) Nachricht zu erfahren, die z. B. von dpa verbreitet wurde.
      Aber solange es noch Alternativen gibt, will ich mich nicht beschweren: die unliebsam gewordene Zeitung, muss ich nicht bezahlen und lesen und die unliebsam gewordenen Sender, muss ich zwar zum Teil bezahlen, aber immerhin nicht anschauen. Ich blicke dann immer schmunzelnd auf den ausgeleierten Wackeldackel mit dem ausgeblichenen Fell meines längst verstorbenen Großvaters und frage mich, warum ich dafür noch keine Hundesteuer (“Demokratieabgabe”) bezahlen muss.

  2. Das werden wir aber überall erleben. zumal ausschließlich online günstiger produziert werden kann.

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