Mehr Nachhaltigkeit durch Digitalisierung?

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Mehr Nachhaltigkeit durch Digitalisierung?

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Nachhaltigkeit – nicht einfach nur so ein Schlagwort, sondern wohl die einzige Chance, den Planeten zu retten. Der “Wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen” (WBGU) hat die Aufgabe, den Begriff mit Leben zu füllen. Es geht darum, Entwicklungen in Natur und Technik zu analysieren und vorherzusagen – und die Politik kompetent zu beraten.

Mehr Nachhaltigkeit - durch Digitalisierung möglich?; Rechte: Pixabay

Mehr Nachhaltigkeit – durch Digitalisierung möglich?

Agenda 2030 – bislang ohne Digitalisierung

Mit der “Agenda 2030” hat sich die Weltgemeinschaft 17 anspruchsvolle Ziele für mehr Nachhaltigkeit gesetzt, etwa die Klimaerwärmung im Zaun zu halten. Das Thema Digitalisierung spielt bisher keine Rolle. Der Begriff kommt in der Agenda nicht mal vor – so, als gäbe es das Thema gar nicht. So kennt man das aus der Politik. Doch das soll sich nun ändern.

Denn die Digitalisierung kann eine Hilfe sein – aber auch eine zusätzliche Bedrohung. Allerhöchste Zeit also, sich zu fragen, welchen Weg wir einschlagen wollen. Genau das wurde gestern Abend auf einer Veranstaltung des WBGU im Berlin diskutiert. Die Mitglieder des WBGU haben eingeräumt, sich bislang mit der Frage der Digitalisierung nicht wirklich beschäftigt zu haben. Es gab auch bislang keinen Kontakt mit der Digitalen Agenda. Das soll sich nun ändern – um die anstehenden Probleme besser und schneller lösen zu können.

Smart Cities und Social Networks

Beispiel: Smart Cities. Die Digitalisierung von Städten kann durchaus helfen, Ressourcen zu schonen. Etwa, indem der Verkehr intelligent gesteuert wird – und so weniger Staus entstehen. Oder man heizt Gebäude nur dann, wenn sie auch genutzt werden. Es gibt also viele sinnvolle Ansätze. Aber auch Risiken, denn eine smarte Stadt funktioniert nur mit vielen Sensoren und Kameras. Es fallen also jede Menge Daten an. Auch sehr persönliche. Mit diesen Daten muss achtsam umgegangen werden, denn sie lassen sich auch missbrauchen.

Den Kopf in den Sand zu stecken (wie es die Politik gerne macht), ist keine Option. Der WBGU startet eine längst fällige Debatte – und das ist gut so. Welche Werkzeuge sind nützlich, welche schädlich? Wann ist der Einsatz von KI (Künstliche Intelligenz) sinnvoll, wann gehört er eingeschränkt? Und was passiert mit den anfallenden Daten? Wie lässt sich bei den rasant wachsenden Online-Plattformen eine Machtkonzentration verhindern? Nur einige der Fragen, die unbedingt zu klären sind. Auch im Interesse der Nachhaltigkeit.

https://www.youtube.com/watch?time_continue=223&v=eQBPYKNO-Jg

 

 

 

Über den Autor

Jörg Schieb ist Internetexperte und Netzkenner der ARD. Im WDR arbeitet er trimedial: für WDR Fernsehen, WDR Hörfunk und WDR.de. In seiner Sendung "Angeklickt" in der Aktuellen Stunde berichtet er seit 20 Jahren jede Woche über Netzthemen – immer mit Leidenschaft und leicht verständlich.

1 Kommentar

  1. SUCHTFREI_UND_UNABHÄNGIG am

    M.E. müßte man dann aber auch gleich eine Gegenrechnung aufmachen und fragen:
    Wie viele, sozusagen: “Millionen Tera-Watt” Strom und wie viele Rohstoffe, wie viel Kunststoffe werden durch die Digitalisierung verbraucht und verschwendet, und wie viel bei deren Erzeugung bzw. Abbau bzw. Herstellung…?
    Womöglich machte diese Verschwendung den positiven Effekt wieder wett, so ähnlich wie bei den Katalysatoren für Autos, die zwar wirken, deren Wirkung aber dadurch wieder aufgehoben wird, daß es halt immer mehr und mehr und noch mehr Autos gibt… :-(
    Vielleicht also sollte man Verkehr schlicht ebenso vermeiden wie man das mit Müll versucht, statt ihn “intelligent zu steuern” und damit noch mehr Dreck zu verursachen als der Verkehr ohnehin schon erzeugt…

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