Mehr Umweltschutz: Akkus sollen künftig austauschbar sein

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Mehr Umweltschutz: Akkus sollen künftig austauschbar sein

Kommentare zum Artikel: 7

Sind wir doch mal ehrlich: Wer macht sich schon Gedanken über all die Akkus, die wir heute wie selbstverständlich im Einsatz haben. Im Handy. In der Digitalkamera. Im Mikro. In der Action Cam. In der Power-Bank… Da kommen leicht Dutzende, Hunderte Akkus in einem einzigen Haushalt zusammen.

Ein immenses Problem. Denn das Herstellen und vor allem auch das fachgerechte Entsorgen von Akkus ist ein immenses Umweltproblem, wie diese empfehlenswerte (und schockierende) ARTE-Dokumentation zeigt.

Der CO2-Ausstoß bei der Produktion moderner Digitalgreäte ist enorm; Rechte: WDR/Schieb

Der CO2-Ausstoß bei der Produktion moderner Digitalgeräte ist enorm

Festverbaute Akkus besonders problematisch

Besonders problematisch sind aber jene Akkus, die fest im Gerät verbaut sind. In der Smartwatch zum Beispiel. Oder in vielen Smartphones und Tablets. Problematisch deshalb, weil bei fest verbauten Akkus der Austausch schwer fällt. Oder besser: Der Austausch ist sehr kostspielig und kann nur beim Hersteller durchgeführt werden.

Am Ende kaufen sich viele Menschen ein neues Geräte, nur weil beim alten der Akku nicht mehr richtig will.

Schädlich für die Umwelt – das liegt auf der Hand. Deshalb fordert der Bundesrat jetzt – nachdem Umweltverbände das schon seit Jahren anregen -, dass Verbraucher den Akku jederzeit selbst (!) ersetzen können sollen. Außerdem sollen die Hersteller verpflichtet werden, mindestens fünf Jahre entsprechende Ersatzteile – insbesondere Akkus – anzubieten.

Längst nicht in allen Geräten lässt sich der Akku austauschen; Rechte: WDR/Schieb

Längst nicht in allen Geräten lässt sich der Akku austauschen

Festverbaute Akkus besonders problematisch

Das wäre schon eine Kehrtwende. Eine, die dringend nötig erscheint – und Hightech-Geräte nicht gleich “grün” macht, sondern lediglich den Umweltschaden etwas reduziert. Aber immerhin.

Das dürfte den Herstellern gar nicht gefallen. Sie müssen das Design ihrer Geräte ändern. Einige wären dann möglicherweise nicht mehr wasserdicht. Die Hersteller würden auch weniger verdienen, weil es bislang viele Menschen gibt, die sich sagen: OK, der Akku gibt den Geist auf – dann wechsele ich zum aktuellen Modell.

Es ist noch deutlich mehr geplant. Etwa, dass die Hersteller Angaben über die Zusammensetzung des Akkus machen müssen (was ist drin?). Außerdem soll der Handel zur Rücknahme solcher Geräte verpflichtet werden. Eine höhere Rate an Wiederverwertung ist ein weiteres Ziel.

Alles richtig, alles gut. Hoffen wir, dass die Initiative des Bundesrats Erfolg hat.

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Über den Autor

Jörg Schieb ist Internetexperte und Netzkenner der ARD. Im WDR arbeitet er trimedial: für WDR Fernsehen, WDR Hörfunk und WDR.de. In seiner Sendung "Angeklickt" in der Aktuellen Stunde berichtet er seit 20 Jahren jede Woche über Netzthemen – immer mit Leidenschaft und leicht verständlich.

7 Kommentare

  1. Jessica Berger am

    Soso, der Bundesrat fordert nun also die bereits seit langem (!) bestehende Produktkonzeption nach § 4 Satz 2 ElektroG:

    “Elektro- und Elektronikgeräte, die vollständig oder teilweise mit Batterien oder Akkumulatoren betrieben werden können, sind so zu gestalten, dass eine problemlose Entnehmbarkeit der Batterien und Akkumulatoren sichergestellt ist.”

    Sofern die neue Regelung ebenso zahnlos durchgesetzt wird wie die bisherige, dürfen sich Hersteller weiterhin ins Fäustchen lachen und sich nebenbei darüber amüsieren, dass die deutschen Politiker weder die eigenen Gesetze kennen noch erfolgreich durchsetzen können.

  2. Als ob ein nicht mehr frischer Akku ein gutes Argument für den Neukauf eines Smartphones wäre. So ein Quatsch. Ein aktuelles iPhone 12 kostet 900€, Akkutausch beim Hersteller 75€. Auch für mehr als 5 Jahre alte iPhones gibt es noch iOS Updates.

    So werden Hersteller gezwungen, ihr Hardware-Design zu verschlechtern (Nicht mehr wasserdicht, dicker, weniger stabil). Und teurer wird das ganze auch, wenn Hersteller unterschiedliche Designs für Deutschland/EU und den Rest der Welt machen müssen.

    Man kann nur hoffen, das der Bundesrat mit diese Schnapsidee nicht durch kommt.

    • @Hallo?!
      Was für einen Marktanteil hat denn das i-phone?!
      Wo tausche Ich denn den Akku für meine Huawei?
      Und natürlich muß das ganze Global durchgeführt werden ! und nicht nur EU-weit!
      Und Umwelt sollte vor “Design” gehen!
      Ich habe noch ein schönes Lumia 950 – mit austauschbarem Akku…

  3. Stephan Preiss am

    So ein Quatsch!
    Den meisten Verbrauchern geht es in erster Linie um die Kosten und wirklich nicht um die Umwelt.
    Ich habe noch nie wegen einem kaputten Akku mein Handy oder Smartphone erneuert.
    Ich habe bewusst alle 2 Jahre meine Smartphones erneuert, weil ich immer ein Gerät mit mehr Leistung und mehr Möglichkeiten benutzen möchte.
    Die gebrauchten Geräte habe ich im Familienkreis und Bekanntschaft verkauft. Dort gibt es mit dem 1.! Akku Geräte, die 5-7 Jahre alt sind und immer noch funktionieren.

    • Genau das ist auch meine Befürchtung. Es gibt viele Punkte wo die Leute das eine reden und das andere tun.

      Datenschutz finde ich ein Paradebeispiel wo (siehe auch hier Digitalistan) die Leute laut Umfragen einen hohen Standard befürworten, selbst aber nicht Willens sind selbst etwas dafür zu tun.

      So könnte es auch mit der vorgeschriebenen Pflicht zu tauschbaren Akkus kommen. Dann sind die Geräte zwar so gebaut, doch 90% kaufen sich nach 1 bis 2 Jahren weiterhin neue Smartphones. Es finden sich dann halt andere Gründe womit sich der Verbraucher das rationalisiert.

  4. Und ich fordere schon seit mindestens 10Jahren das wir genormte Akkus brauchen. Genauso wie man Mikro, Mignon und 9V-Bloecke standardisieren konnte, koennte man das auch mit Lithiumakkus machen. Und das Protokoll fuer das Lademanagement gleich mit. Klar, man wird da nicht mit drei Typen auskommen, aber mit 10 Typen in unterschiedlichen Groessen und Formen vermutlich schon.

    • Dem kann ich nur beipflichten.

      Man erinnere sich ebenfalls an die nicht genormten Stecker der Handies in den 90ern – man wechselte zum neuesten Modell, und die Freisprechanlage im Auto musste komplett gleich miterneuert werden, nur weil das neue Handy (auch von gleichen Hersteller wohlgemerkt!) eine andere Steckanschlusskonfiguration aufwies.
      Das war in den Zeiten vor Bluetooth und USB-Stromanschluss..

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