Microsoft will ein großes Stück vom AR-Kuchen

https://blog.wdr.de/digitalistan/microsoft-will-ein-grosses-stueck-vom-ar-kuchen/

Microsoft will ein großes Stück vom AR-Kuchen

Kommentare zum Artikel: 0

In einer Zeit, in der Handy-Hersteller jährlich neue Modelle mit minimalen Verbesserungen vorstellen, wirkt die Entwicklung der Profi-AR-Brille “Hololens” geradezu altmodisch. Das aktuelle Modell gibt es schon seit 2016 – erst in diesem Jahr soll eine neue Version auf den Markt kommen.

Die “Hololens 2” scheint technisch einen großen Sprung nach vorne zu machen. Wichtiger könnte etwas anderes werden: Microsoft hat die sogenannte AR-Cloud – bisher eher ein theoretisches Konstrukt – tatsächlich gestartet.

Was die Hololens 2 kann

Die technischen Spezifikationen zeigen, dass Microsoft an entscheidenden Details gearbeitet hat. So ist das Sichtfeld der Brille jetzt größer, Microsoft spricht von einer Verdopplung der Fläche. Bisher war der bespielbare Bereich der Brille klein und größere AR-Objekte wurden schnell links und rechts abgeschnitten.

Das Display ist jetzt hoch klappbar und die nötige Technik am Hinterkopf befestigt, als Gegengewicht zur Brille. Das dürfte ein Komfortgewinn sein. Bisher musste eine große Schraube gelöst werden, auch wenn die Brille nur kurz abgesetzt werden sollte.

Neu ist auch eine bessere Erkennung von Fingerbewegungen und der Umgebung. Der Preis bleibt mit 3.500 US-Dollar sehr hoch – die “Hololens 2” richtet sich offensichtlich an professionelle Nutzer.

Hololens 2; Rechte: Microsoft

“Holoens 2” ist klappbar

Weniger Aufmerksamkeit hat bisher die ebenfalls frisch vorgestellte AR-Cloud-Lösung von Microsoft bekommen. Dabei könnte deren Entwicklung langfristig von größerer Bedeutung sein. Über die AR-Cloud sollen künftig alle AR-Brillen miteinander kommunizieren können. Elemente, die eine Person in seiner Brille sieht, sollen auch für andere an derselben Stelle sichtbar sein. Das soll mit “Azure Spatial Anchors” möglich sein, und zwar auf der Hololens, aber ebenso auf Android- und iOS-Geräten.

Noch etwas ist neu: Hologramme wurden bisher in den AR-Brillen selbst erzeugt, mit “Remote Rendering” gibt es jetzt auch einen Dienst, der direkt in der Cloud Hologramme erzeugt und sie auf AR-Brillen streamt. Mit dem Start dieser beiden Dienste setzt Microsoft die Konkurrenz von Apple, Alphabet und Facebook unter Zugzwang und macht klar, dass es sich beim AR-Kuchen nicht mit Krümeln zufrieden gibt.

https://www.youtube.com/watch?v=vw7LaLf0A08
Demovideo: Kriegskinder – AR Anwendung des WDR

Über den Autor

Elektronikbasteln hat David schon immer fasziniert. Nach BWL-Studium und WDR-Volontariat arbeitet er als Journalist für Fernseh- und Online-Redaktionen. Mit Stefan Domke hat er das Storytelling-Tool Pageflow erfunden, für das er 2014 einen Grimme Online Award bekam.

Einen Kommentar schicken

Die mit * gekennzeichneten Felder müssen ausgefüllt werden.

Solve : *
17 + 15 =


Top