Mit Mark ist nicht gut Kirschen essen

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Mit Mark ist nicht gut Kirschen essen

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Kevin Systrom und Mike Krieger sind wohlhabende Leute. Denn sie haben vor gut sechs Jahren einen Deal mit Facebook-Gründer Mark Zuckerberg gemacht: Du bekommst unsere Foto-Plattform, dafür bekommen wir eine Milliarde Dollar. Eine halbe Milliarde Dollar für jeden. Nicht schlecht für eine Bude, die damals nur eine Handvoll Mitarbeiter hatte. Zwei Jahre nach Gründung. Davon träumt wohl nahezu jeder, der ein Start-Up gründet.

Kevin Systrom verlässt Instagram - zusammen mit Krieger; Rechte: dpa/Picture Alliance

Kevin Systrom verlässt Instagram – zusammen mit Mike Krieger

Die Gründer von Instagram gehen

Sechs Jahre später wird der Wert von Instagram auf gut 100 Milliarden Dollar geschättzt, wäre Instagram noch ein eigenständiges Unternehmen. Gut möglich, dass sich Systrom und Krieger angesichts dieser Entwicklung in den berühmten Hintern beißen. Sie hätten mehr rausschlagen können. Aber wahr ist zweifellos auch, dass dieser Wertzuwachs nur durch die Kooperation mit Facebook entstanden ist – und auch nur so möglich war.

Doch freuen sich die Instagram-Gründer darüber? Nein! Beide haben den Hut genommen. Sie verlassen Instagram. Der gemeinhin exzellent informierte Finanzdienst Bloomberg berichtet über erhebliche Meinungsverschiedenheiten zwischen den Gründern und Facebook, namentlich mit Mark Zuckerberg. Der hat nämlich komplett andere Vorstellungen als die beiden Gründer, in welche Richtung sich Instagram entwickeln soll und wird.

https://vimeo.com/279444675

Intagram verkommt zur Werbeplattform

Auch WhatsApp-Gründer nicht mehr dabei

Facebook im Allgemeinen und Mark Zuckerberg im Besonderen legen keinen großen Wert auf Ideen oder Visionen. Umsatz ist das einzige, was zählt. Dem wird alles untergeordnet. Das weiß jeder, der Facebook und Instagram kennt und nutzt. Instagram entwickelt sich derzeit zu einer reinen Verkaufsmaschine. Den beiden Gründern hat das nicht gefallen. Also müssen sie gehen.

Kein Einzelfall. Im Mai hat sich auch Jan Koum von Facebook verabschiedet. Der langjährige Chef des Messaging-Dienstes WhatsApp soll sich heftig mit Zuckerberg gestritten haben – um das Thema Datenschutz bei WhatsApp. Der zweite Mitbegründer von WhatsApp, Brian Acton, hat Facebook bereits vor einem Jahr “Auf Nimmerwiedersehen!” gesagt.

Das könnte uns egal sein. Ist es aber nicht. Denn damit verstummen nun die letzten Stimmen der Vernunft bei WhatsApp und Instagram. Klar, Mark Zuckerberg hat bezahlt. Aber am Ende bezahlen wir. Sofern wir die Dienste nutzen.

Über den Autor

Jörg Schieb ist Internetexperte und Netzkenner der ARD. Im WDR arbeitet er trimedial: für WDR Fernsehen, WDR Hörfunk und WDR.de. In seiner Sendung "Angeklickt" in der Aktuellen Stunde berichtet er seit 20 Jahren jede Woche über Netzthemen – immer mit Leidenschaft und leicht verständlich.

4 Kommentare

  1. Zum Glück sind soziale Medien ERSETZBAR. Daher glaube ich daran, dass der Markt neue Plattformen hervorbringen wird, vielleicht auch von den vorgenannten Personen.

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