My Home is my Assistant

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My Home is my Assistant

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Nun hat es also auch Apple kapiert, dass Home-Assistenten die Zukunft gehört. Auf der Entwicklerkonferenz WWDC (hier mehr dazu) hat Apple jetzt den HomePod vorgestellt. Ein WLAN-Lautsprecher, den man sich ins Wohnzimmer oder in die Küche stellt und mit dem man reden kann. Siri macht’s möglich. Erstaunlicherweise wird der HomePod aber erst Ende des Jahres ausgeliefert – und das auch erst mal nur in USA, Australien und Großbritannien. In Deutschland kommt der HomePod nicht vor 2018 auf den Markt. Angesichts der Tatsache, dass Apple der letzte große Player am Markt ist, der in diesen Markt einsteigt, sind das erstaunliche Trödelfristen.

Homepod: Apples WLAN-Lautsprecher kommt erst im Dezember; Rechte: Apple

Homepod: Apples WLAN-Lautsprecher kommt erst im Dezember

HomePod: Schick, aber uninspiriert

Das wäre wohl noch zu verschmerzen, wenn der HomePod verzaubernde Funktionen zu bieten hätte, die man von Apple erwartet. Ihr wisst schon: Etwas, was kein anderer Anbieter im Programm hat. Ein „Wow“-Feature. Aber: Fehlanzeige. Der HomePod ist in puncto Funktionsumfang vor allem im Vergleich zu Amzons Alexa eher ein trauriger Zwerg. Außer beim Preis: 350 Dollar (rund 310 EUR), das ist deutlich teurer als die Konkurrenz, egal ob Amazon Alexa, Google Home oder Microsofts Invoke. Die Soundqualität soll beim HomePod deutlich besser sein. Aber ob man für die versprochene bessere Akustik einen solchen Aufpreis bezahlen möchte, ist  fragwürdig.

Denn bei den Digitalen Assistenten für die eigenen vier Wände geht es weniger um die Hardware, es geht um die Software. Jeder Assistent ist nur so gut wie die Technologie, die im Hintergrund ihren Dienst verrichtet. Wie gut werden die Fragen verstanden? Wie nützlich sind die Antworten? Welche Funktionen stehen zur Verfügung? Nur Musik abspielen und Infos aus dem Netz holen, das ist auf Dauer zu wenig. Man will auch sein Smart Home damit steuern und vieles mehr.

Alexa hat in vielerlei Hinsicht die Nase vorn

Amazon hat die Nase vorn

Hier hat Amazon eindeutig die Nase vorn. Zum einen hatte Amazon unbestreitbar als erster die Idee, ein solches Gerät zu bauen. Zum anderen hat Amazon den zeitlichen Vorsprung genutzt, um sich um die Funktionsvielfalt zu kümmern: Jeff Bezos hat die „Skills“ erfunden, jene Erweiterungen für den Heim-Lautsprecher, die dem Assistenten zusätzliche Funktionen spendieren. Jeder kann Skills entwickeln – und so den Assistenten nutzen, um eigene Inhalte zu verbreiten oder Dienstleistungen anzubieten.

Bedeutet für Apple konkret: Apple muss sein Siri aufbohren und dafür sorgen, dass der Sprachassistent deutliche Fortschritte macht.. Apple Siri war einer der ersten Assitenten, mit denen man sprechen konnte. Apple wiederum hat diesen Vorteil nicht wirklich genutzt: Erst sehr spät wurde Siri auf für Android angeboten. Außerdem entwickelt Apple den Funktionsumfang von Siri nur sehr träge weiter.

Liebes Apple: So wird das nichts. Selbst Apple-Fans werden sich überlegen, ob sie sich einen HomePod nach Hause holen.

 

Über den Autor

Jörg Schieb ist Internetexperte und Netzkenner der ARD. Im WDR arbeitet er trimedial: für WDR Fernsehen, WDR Hörfunk und WDR.de. In seiner Sendung "Angeklickt" in der Aktuellen Stunde berichtet er seit 20 Jahren jede Woche über Netzthemen – immer mit Leidenschaft und leicht verständlich.

2 Kommentare

  1. SUCHTFREI_UND_UNABHÄNGIG am

    Was für eine gruselige Vorstellung:
    Immer abhängiger und am Schluß beherrscht und versklavt von toten Maschinen, die die Menschen obendrein noch totalüberwachen und totalkontrollieren.
    Aber wahrscheinlich werden die Menschen nichts mehr davon mitbekommen, weil sie auch ihr eigenständiges Wahrnehmen und Denken an die Maschinen delegiert haben und qua darob eingetretener Gehirnschrumpfung eh‘ der Totalverblödung anheimgefallen sein werden.
    Und Verweigerer wie der auf meiner Linie liegende Mitkommentator P. Gedoehns und ich werden dann als unheilbar Normwidrige in Psychiatrien untergebracht werden – wegen vorsätzlichen Selbst-Denkens und vorsätzlicher Unabhängigkeit.

    • Haben Sie zu viel Terminator geguckt? Skynet lässt grüßen.

      Wenn Sie sagen, „tote Maschinen“, müssten diese dann nicht vorher gelebt haben? und ist die Totalüberwachung nicht nur Folge einer Programmierung eines Entwicklers? Diese Logik lässt sich quasi 1 zu 1 auf DDR anwenden: Dort wurde schließlich auch auf Befehl abgehört, nur halt mit anderen Mitteln. Den Befehl hat aber ein Mensch gegeben.

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