Netz-Lügen: Bill Gates, der Imp(f)erator

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Netz-Lügen: Bill Gates, der Imp(f)erator

Kommentare zum Artikel: 11

Im Netz kann man derzeit so manches über Bill Gates und seine Frau Melinda lesen und hören. Bill Gates himself habe den Corona-Virus freigesetzt, um so Macht über die ganze Welt zu bekommen. Gates und seine Stiftung “kaperten” derzeit die aufgrund von Corona in Schockstarre befindlichen Regierungen in aller Welt. Sein Ziel: Ausnahmslos jeden Erdenbürger zwangsweise zu impfen – und dabei auch gleich jedem einen Mikrochip einzupflanzen. Um uns alle zu überwachen, zu knechten, zu steuern – und zur Not zu töten.

Darth Vader ist ein Waisenknabe im Vergleich zu Bill Gates.

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Der nächste bitte: Netz-Lügen sagen Impf-Pflicht voraus

Bill Gates taugt gut als Hauptfigur für eine Horrorgeschichte

Mit gesundem Menschenverstand lassen sich solche geistigen Irrheiten (so etwas als “Mythos” zu bezeichnen, ist eine unhaltbare Verharmlosung) nun wirklich nicht erklären. Natürlich: An so einem wie Bill Gates scheiden sich die Geister. Er ist mächtig. Reich. Amerikaner. Das reicht schon, um als Gallionsfigur für Verschwörungstheorien herzuhalten.

Die einen verehren Bill Gates, weil es ihm mit Microsoft gelungen ist, quasi als Elite-Nerd ein gigantisches Unternehmen aufzubauen und damit zum – zeitweise –  reichsten Mann der Erde zu werden. Die andere verachten ihn aus beinahe denselben Günden: Weil er ein unanständiges Vermögen angehäuft hat – ohne sich jemals erkennbar Gedanken darüber gemacht zu haben, welche schädlichen Auswirkungen seine Produkte und seine Unternehmensphilosophie haben. Beide Herangehensweisen sind nachvollziehbar und berechtigt.

Doch die Fake-Szenarien, die derzeit um Bill Gates im Netz kursieren, sind einfach nur noch verstörend und zutiefst irrational – und zeugen von einem Grad an Verrücktheit, den man gerne ganz schnell kopfschüttelnd wieder vergessen würde. Geht aber nicht, denn im Netz gedeihen solche irren Gedankenkonstrukte besonders erfolgreich. Zu viele glauben den Unsinn und/oder verbreiten ihn – und machen sich damit schuldig.

Schuldig daran, die Atmosphäre zu vergiften, mit Falschmeldungen Panik zu verbreiten und die durch Corona ohnehin schwierigen Zeiten noch schwieriger zu machen.

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Das Netz kennt die Wahrheit – aber die Leute suchen nicht

Die Wahrheit in Kurzform: Ja, die Gates-Stiftung spendet hohe Beträge an die Weltgesundheitsorganisation WHO – und definiert auch, was mit dem Geld passieren soll. Das bedeutet viel Macht. Und: Ja, Bill Gates setzt sich für Impfung ein. Schon lange. Bei vielen Krankheiten. Er unterstützt auch die möglichst rasche Entwicklung eines Impfstoffs gegen Corona.

Auch ein Gedanke von Gates: Beim Impfen eine Art maschinenlesbaren Code in die Haut zu stanzen, mit jedem Smartphone auslesbar. Um schnell erkennen zu können, wer schon geimpft ist – und wer nicht. Aber nicht in Form eines Mikro-Chips, sondern durch unsichtbare Tinte. In Afrika zum Beispiel tragen die wenigsten einen Impfpass mit sich herum. Daraus machen Verschwörungs-Fanatiker einen Mikro-Chip, eine Fernlenkungswaffe und einen Cloud-Dienst, in dem all unsere medizinischen Daten gespeichert werden.

Kaum jemand nimmt sich die Zeit, die Fakten zu prüfen (wie Correctiv). Aber die Zeit, den vielen Irren 30 Minuten und mehr auf YouTube zu lauschen, während sie ihre Horror-Storys erzählen.

Anders als andere Medien unterscheidet das Netz eben nicht. Das wird immer gefährlicher.

 

 

Über den Autor

Jörg Schieb ist Internetexperte und Netzkenner der ARD. Im WDR arbeitet er trimedial: für WDR Fernsehen, WDR Hörfunk und WDR.de. In seiner Sendung "Angeklickt" in der Aktuellen Stunde berichtet er seit 20 Jahren jede Woche über Netzthemen – immer mit Leidenschaft und leicht verständlich.

11 Kommentare

  1. Warum geht Bill Gates dagegen eigentlich nicht rechtlich vor?
    Solche Sachen zu behaupten stellt Verleumdung dar und damit bringt er doch recht schnell die Verschwörungs-Impfesoterischen-Nazis und ähnliche zum Schweigen mit ihren Lügen.

  2. … in der Bibel steht, die die das Zeichen (also wohl den Microchip)
    sich anbringen lassen haben, bekommen ein schlimmes und schmerzhaftes Geschwür.
    Wahrscheinlich eine 2000 Jahre alte Verschwörungstheorie, oder?

    • Jörg Schieb am

      Ich muss zugeben, dass ich nicht verstehe, was das bedeuten soll. Es geht doch eben darum, dass es keinen zu implantierenden Mikrochip gibt. Die Bibel halte ich für keine wissenschaftlich seriöse Quelle. ;-)

      • He-he-he, wenn’s um Jeff Bezos geht, aber schon ein wenig, oder? ;)
        Vgl. “Bezos und das Zehnt” auf Digitalistan “Jeff Bezos, der Heuchler: Was sind schon 10 Milliarden?”: “… Das mit den 10% ist vermutlich kein Zufall. Schon im alten Testament wird berichtet, dass ein Zehntel einer Kriegsbeute abgabepflichtig sei….”. ;)
        Und wech … muss noch ‘n paar dreibeinige EideXenwesen vaporisieren.

      • Manche Menschen richten ihr Leben aber schon auf die Bibel aus.
        Das war in den letzten 2000 Jahren sehr üblich.
        Man kann auch online zum Beispiel die Bibel im BibleServer nachlesen, wen’s interessiert: Offenbarung 13 Vers 16 bis 18 *
        oder mit dem Geschwür: Offenbarung 16 Vers 2
        Und für die Hartgesottenen: Offenbarung 14 Vers 9 bis 12
        * inzwischen weiß man schon, daß das Zeichen ein Microchip ist.

        • Jörg Schieb am

          Also: Die Bibel hat schon immer mit “Glauben” zu tun gehabt, nicht mit Wissen. Das ist dann doch ein erheblicher Unterschied. Die Wissenschaft hat vor den Religionen nie wirklich Bestand gehabt – da sie die natürliche Bedrohung für Glauben ist. Das hat sich bis heute nicht geändert. Heute wird an andere Dinge geglaubt. Implantierte Mikrochips (Satan), Heilsbringer (Greta), Klimawandel ja oder nein… Wer glauben will, der glaubt, jedem guten Argument zum Trotze.

          • — oder an die Wissenschaft.
            Menschen sind halt subjektive Wesen.

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