NewNew-App: Influencer fernsteuern

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NewNew-App: Influencer fernsteuern

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Wer Influencern auf Instagram, Youtube, Tiktok und Co. den Vorwurf macht, sie würden für Geld alles tun, wird sich nicht wundern, welche neueste App-Innovation da aus den USA kommt: NewNew – die „Control my life“-App.

Das Motto ist wörtlich gemeint. Mit NewNew können Fans eines sogenannten „Creators“ die Kontrolle über sein oder ihr Leben übernehmen. Natürlich nicht über jeden Aspekt des Lebens, aber doch zumindest über ganz bestimmte. Der Creator fragt seine treue Gefolgschaft zum Beispiel: „Was soll ich essen: Japanisch oder italienisch?“ Die Fans stimmen ab – und der gehorsame Creator befolgt die Abstimmung

Influencer machen für Geld den größten Unsinn; Rechte: WDR/Schieb

Einige Influencer machen für Geld den größten Unsinn

Was anziehen, essen, trinken oder als nächstes tun?

Auch was die Creator anziehen sollen wird in der App diskutiert. Ob sie Bahn oder Auto fahren. Eine Katze oder einen Hamster kaufen. Die Community nimmt die Entscheidungen ab – und, das steht zu befürchten, auch das Denken.

Warum sollte jemand so etwas Verrücktes tun? Nun, neben dem Geltungsdrang und dem Druck, immer alle Trends mitzumachen, kommt noch das Geld hinzu. Denn die Follower, die mit der NewNew-App bewaffnet das Leben und die Geschicke ihrer Creator beeinflussen (und sich darüber vermutlich diebisch freuen sollen), zahlen für dieses Privileg. An einer Abstimmung teilzunehmen kostet 5 Dollar.

Macht das Sternchen anschließend qua Online-Votum etwas völlig anderes, gibt es trotzdem nicht das Geld zurück.

NewNew Aoo: Follower sagen, wo's langgeht; Rechte: WDR/Schieb

Extrasümmchen bieten und Anweisungen geben

Da hilft dann nur eins: Follower können auch mehr Geld bieten – sagen wir: 20 EUR – und einen Creator bitten, etwa Bestimmtes zu tun. Etwa: Ins kalte Wasser springen. Oder eine Romanfigur nach einem benennen (wenn der Creator Romane schreibt). Das kostet dann vielleicht sogar 500 Dollar. Nimmt der Creator an, fließt das Geld.

Die Follower haben also ihren Spaß, die Creator haben eine zusätzliche Einnahmequelle. Noch ist die Auswahl an Creatoren überschaubar. Aber früher oder später soll sich die App öffnen: Dann kann jede/r sich über die NewNew-Community sagen lassen, was er/sie tun soll. Geld regiert die Welt.

Übrigens hat auch Hollywood-Star Will Smith in die App investiert. Er ist es gewohnt, für Geld alle möglichen Dinge zu tun – und es sogar irgendwie echt aussehen zu lassen. Kein Wunder also, dass sich der Star aus „Men in Black“ und vielen anderen Blockbustern für eine App-Idee begeistern konnte.

Freilich nicht als Creator, der sich fernsteuern lässt. Sondern als Investor.

Virtuelle Influencer: Komplett aus dem Computer…

Über den Autor

Jörg Schieb ist Internetexperte und Netzkenner der ARD. Im WDR arbeitet er trimedial: für WDR Fernsehen, WDR Hörfunk und WDR.de. In seiner Sendung "Angeklickt" in der Aktuellen Stunde berichtet er seit 20 Jahren jede Woche über Netzthemen – immer mit Leidenschaft und leicht verständlich.

2 Kommentare

  1. Immer, wenn man denkt, es geht nicht bekloppter, kommt irgendeiner und setzt noch einen oben drauf… Ich kann nur noch den Kopf schütteln.

    Im gleichen Zug wird sich dann über die angebliche Chip-Implantation per Impfung durch Bill Gates beschwert. Das eigenständige und vernünftige Denken ist von vielen sowieso schon an Google, Facebook & Co. abgegeben worden. Da ist so eine App nur noch eine logische Weiterentwicklung. Mit Gedankenlosigkeit Geld verdienen – erfolgversprechendes Konzept!

    Hilfe. Man möchte nur noch Augen und Ohren zuhalten…

    • Wenn die Knete stimmt, spielen diese Freaks oder andere Netzgladiatoren auch ’ne Parkuhr oder verspeisen frittierte Eichhörnchen mit Senf; unter dem Jubel der geifernden und dafür zahlenden Schwarmdummheit.

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