Überraschung: Games können auch billiger werden

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Überraschung: Games können auch billiger werden

Kommentare zum Artikel: 12

Videospiele sind teuer. Mit dem Start der neuen Konsolen-Generation hat der Playstation-Konzern Sony an der Preisschraube gedreht und 80 Euro als neuen Standard festgelegt. Andere Unternehmen dürften folgen.

Aber es geht auch ganz anders.

Der deutsche Spieleverlag Kalypso hat gerade angekündigt, die Preise für seine Spiele um 10 Euro zu senken: rund 40 Euro für PC-Spiele, 50 Euro für Konsolen-Spiele. Das Unternehmen erklärt das mit Erfolgen während der Corona-Pandemie. Zwar sei der traditionelle Verkauf im Laden eingebrochen, die digitalen Umsätze hätten sich aber stark gesteigert. Auf dem PC werden circa 90 Prozent aller Games digital gekauft, vor allem bei den Plattformen Steam, Epic und Gog.

Auf der E3 stehen sich Messestände von Playstation und Xbox gegenüber. Bild: picture alliance / dpa / Michael Nelson

Teurer oder billiger – was denn jetzt?

Beim digitalen Handel ist die Marge für Kalypso und andere Spieleunternehmen höher – auch wenn in der Regel etwa 30 Prozent der Einnahmen an den Shop-Betreiber gehen. Aber: Es müssen keine Datenträger produziert werden, es müssen keine Verpackungen in den Laden transportiert werden, der Einzelhandel sieht keinen Cent vom Games-Erlös. Das spart alles Kosten, irgendwann gibt es Spielepackungen nur noch für Liebhaber.

Games werden zu schnell verramscht

Doch digitale Stores haben nicht nur Vorteile für die Hersteller: In den verschiedenen Stores herrschen teilweise erbitterte Rabattschlachten. Ein Spiel, das zur Veröffentlichung noch 50 Euro gekostet hat, kann nach ein paar Wochen schon zur Hälfte verschleudert werden. Der Preisverfall in den PC-Stores ist dramatisch. Games werden zu schnell zu billig.

Für Spielerinnen und Spieler ist das auf den ersten Blick fantastisch, sie bekommen gute Unterhaltung für wenig Geld. Aber: Auf lange Sicht wäre mehr Preisstabilität wünschenswert. Das böte mehr Planungssicherheit, Spiele, die länger hochpreisig sind, können länger mit zusätzlichen Inhalten unterstützt werden. Und im Idealfall könnten Spiele insgesamt günstiger werden – so, wie Kalypso es vormacht.

Nun gehört Kalypso nicht zu den internationalen Top-Konzernen der Gameswelt. Aber das wäre doch auch eine kundenfreundliche Idee für Sony und Microsoft.

Wie wäre es generell mit günstigeren Spielen?

Die Playstation und die Xbox gibt es jeweils auch ohne Laufwerk. Hier muss digital gekauft werden, hier bleibt viel Geld bei den zwei großen Konzernen hängen. Da würde es sich doch anbieten, die digitale Version, die so viele Vorteile für die Gamesindustrie bietet, ein paar Euro günstiger zu machen als die physische Version im Laden. „Für die Spieler“, wie die Werbung stets so vollmundig verspricht.

Über den Autor

Mit "Doom" fing es an; seitdem haben digitale Spiele Thomas Ruscher nicht mehr losgelassen. Wenn er nicht gerade selbst spielt, schreibt und spricht er über Battle Royale, Open Worlds, eSport, Roguelikes und alles, was sonst noch mit Games zu tun hat.

12 Kommentare

  1. Sprachbeobachter am

    Mal was zum Überlegen: Für das Wort „Games“ haben wir in der deutschen Sprache genau das passende Wort. Es heißt „Spiele“. Journalistische Arbeit wird nicht besser, wenn gedankenlos mit Anglizismen um sich geworfen wird.

    Und ja, mir ist durchaus bewusst, dass Sprache ein dynamisches Gebilde ist, das sich kontinuierlich entwickelt.

    • Thomas Ruscher am

      Ich würde dann das Wort „Computerspiel“ oder „Videospiel“ bevorzugen, weil es ja hier um digitale Spiele geht. Das Wort „Game“ scheint mir nun aber auch kein gedankenloser Anglizismus zu sein, es ist ein Wort dass sich in dieser Sparte längst etabliert hat. Selbst der Fachverband in Deutschland heißt so: Game eV.

  2. Ein gutes Spiel hat seinen Preis. Mir tun die Entwickler Leid, wenn Sie nach kurzer Zeit ihr Spiel verramschen „müssen“, weil alle es so tun.
    Lieber hochwertige Spiele zu einem hohen Preis, als eine Menge Billigschrott, der einem die Zeit stiehlt.
    Der stationäre Handel tut mir in der Coronakrise Leid. Ich mag es, durch einen Elektronikmarkt zu schlendern und CDs, DVDs und Spielekartons anzuschauen. Ich hoffe, dass das auch zukünftig möglich sein wird.

  3. Guybrush der jüngere am

    Wie sagte schon Guybrush Threepwood:
    „Never pay more than 20 bucks for a computer game!“
    Da hat der gute immer noch recht!
    80 EUR für ein Spiel? Har, Har, Har!

    • Thomas Ruscher am

      … und wer jetzt das originale „Monkey Island“ von 1990 kaufen möchte, muss dafür bis zu 500 Euro hinlegen!

      • April 2021, Heritage Auctions, Dallas:
        „Super Mario Bros.“ (1985, Nintendo) in OVP – 660000 US-Dollar (~561000 Euronen).
        Autsch.
        ;-)

  4. Couch-Potato am

    Ein wesentlicher Grund für den Kauf der Playstation 3 war, dass man damit auch einen Blu-ray-Player hat und den habe ich damit noch heute. Ein anderer Grund war, die Playstation funktioniert im Gegensatz zur Xbox auch ohne Internet. Der Grund warum ich den Kauf im Geschäft bevorzuge ist, ich habe keine Lust dem Händler zu viel über mich zu verraten und gelegentlich das Sofa zu verlassen ist ja auch mal ganz nett.

    • Thomas Ruscher am

      Inzwischen hat sich das mit der Offline-Konsole aber auch leider weitgehend erledigt. Zumindest für Updates wollen die Playstation 5 und die Xbox Series beide eine Internetverbindung haben. Und bei den Konsolenvarianten ohne Laufwerk ist das ja sowieso unvermeidbar.

    • Thomas Ruscher am

      Inzwischen gibt es ja auch andere Bezahlmodelle, Abo-Modelle wie bei Netflix zum Beispiel. Das kostet im Jahr dann, je nach Anbieter, auch deutlich mehr als 100 Euro, dafür bekommt man Zugriff auf einen großen Spielekatalog und teilweise auch ganz neue Games direkt zur Veröffentlichung. Muss wohl jeder selbst für sich ausknobeln, ob sich das lohnt.

  5. Hm, warum ist mein Mitleid mit den Entwicklungsstudios begrenzt ?
    Liegt das an den häufig noch sehr fehlerhaften Spielen zum Veröffentlichungsdatum (z.B. Wolcen, Cyberpunk 2077, …).
    Liegt das an vollmundigen Versprechungen, welche am Ende nicht eingehalten werden (z.B. Anthem, Biomutant, …).
    Liegt das an Mogelpackungen das man meint ein Spiel zum Vollpreis erworben zu haben, nur um dann umgehend mit Mikrotransaktionen konfrontiert zu werden (Ubisoft und EA lassen grüßen).
    Niemand soll mich falsch verstehen. Gute Spiele zu entwickeln kostet Geld, viel Geld. Ohne Einnahmen wird es keine guten Spiele geben.
    Doch ich kann derzeit keinem Raten ein Spiel zum Veröffentlichungsdatum zu kaufen und das liegt primär nicht am Preis.

    • Thomas Ruscher am

      Die Studios legen nicht umsonst extrem viel Wert darauf, möglichst viele Menschen zu Vorbestellungen zu bewegen. Das hat bei „Cyberpunk 2077“ ja ganz ausgezeichnet geklappt, da gab es mehrere Millionen Vorbestellungen – und all diese Leute konnten sich vorher keine Berichte oder Kritiken durchlesen, was da alles schief gegangen ist und wie unfertig das Spiel dann am Ende war. Stimm schon, wer ein paar Wochen mit dem Kauf warten kann, macht sicherlich nichts falsch.

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