Fake-Obama: “Präsident Trump ist ein Vollidiot”

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Fake-Obama: “Präsident Trump ist ein Vollidiot”

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Seitdem Barack Obama nicht mehr im Weißen Haus residiert, ist er deutlich entspannter geworden. Er scherzt mal hier, macht dort mal eine Andeutung – aber niemals fällt er aus seinem eigenen Rahmen. Das genaue Gegenmodell zum aktuellen US-Präsidenten also. Doch was müssen wir jetzt in diesem Video sehen: Da sitzt der ehemalige US-Präsident und spricht präsidentiell zu uns. Und er sagt wortwörtlich: “President Trump is a total and complete dipshit”. Also “Präsident Trump ist ein Vollidiot”.

Hier spricht nicht der richtige Barack Obama - es sieht nur so aus

Hier spricht nicht der richtige Barack Obama – es sieht nur so aus

Video ist kompletter Fake

Gut möglich, dass Barack Obama das über Donald Trump denkt – umgekehrt vielleicht genau dasselbe. Doch es hat natürlich eine vollständig andere Wirkung, wenn wir es aus seinem Mund hören. In einem Video, das bewusst so aussieht wie eine Ansprache zur Lage der Nation. Es sieht auf den ersten Blick total echt aus. Keinen Grund, auch nur den Hauch eines Zweifels zu haben, dass Barack Obama das tatsächlich gesagt hat.

Hat er aber nicht. Denn das Video ist künstlich erzeugt. Zum Einsatz kommt die kostenlos zugängliche KI-Software Fakeapp und Adobes bekanntes Effektprogramm After Effects. Viel mehr braucht es nicht, um das Video zu erstellen. Außer einem Originalvideo von Barak Obama – davon gibt es reichlich. Und einen Schauspieler, in diesem Fall Jordan Peele, der den Text spricht, damit die Mimik von Barack Obama entsprechend simuliert werden kann. Fertig ist das skandalöse Video, das in diesem Fall Buzzfeed zu verantworten hat.

https://www.youtube.com/watch?time_continue=21&v=cQ54GDm1eL0

Ist es wirklich Barack Obama, der hier über seinen Amtsnachfolger Donald Trump urteilt?

Fake News auf eine neue Dimension gehoben

Das Prinzip ist einfach: Die Stimme wird komplett imitiert. Mit entsprechender Software kann man heute jeden alles sagen lassen. Auch Mimik und Gestik wird simuliert. Damit das einigermaßen natürlich aussieht, greift man heute noch auf einen Schauspieler zurück, der quasi als Spiegelbild dient, damit die Regungen im Video möglichst natürlich aussehen. Fertig ist die Fälschung!

Das Beispiel macht jedenfalls deutlich, wohin die Reise geht: Mit KI und Machine Learning sind heute schon mit wenig Aufwand kaum als Fälschung zu erkennende Videos möglich. Was in Hollwoodstreifen oder Computerspielen unterhaltsam sein kann, ist im News-Bereich ein Albtraum. Das Thema Fake-News wird gleich auf eine neue Dimension gehoben: Nicht nur dem geschriebenen Wort ist kaum noch zu trauen, sondern auch dem gesprochenen Wort. Nahezu alles ist denkbar. Wenn solche Videos schon in Bastelstuben hinzubekommen sind, dann doch wohl erst Recht bei Geheimdiensten.

Über den Autor

Jörg Schieb ist Internetexperte und Netzkenner der ARD. Im WDR arbeitet er trimedial: für WDR Fernsehen, WDR Hörfunk und WDR.de. In seiner Sendung "Angeklickt" in der Aktuellen Stunde berichtet er seit 20 Jahren jede Woche über Netzthemen – immer mit Leidenschaft und leicht verständlich.

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