Photokina: Schluss mit dem Wackeln

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Photokina: Schluss mit dem Wackeln

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Auf der Photokina in Köln (26.09. bis 29.09.2018) gibt es gerade mal wieder die neuesten Kameramodelle und Trends im Bereich Fotografie und Video zu sehen. Keine einfache Zeit für Kamerahersteller, schließlich hat heute jeder mit seinem Smartphone eine Kamera dabei. Zumindest im oberen Preissegment bemühen sich die Handy-Bauer, die eingebaute Kamera zu Höchstleistungen zu überreden. Fotografieren bei schlechtem Licht, optischer Zoom, 4K, Bildstabilisator – alles eingebaut. Wozu also noch eine “echte” Kamera?

Mit einem Gimbal lassen sich Fotos und Videos wackelfrei aufnehmen; Rechte: WDR/Schieb

Mit einem Gimbal lassen sich Fotos und Videos wackelfrei aufnehmen

Huawei auf der Photokina

Jeder, der ernsthaft fotografiert oder filmt, weiß genau, was sich mit einer “echten” Kamera erreichen lässt. Vor allem eine ganz andere Bildqualität. Eine Winz-Optik, wie sie in einem Smartphone nun mal eingebaut ist, hat physikalische Grenzen. Zugegeben: Die Bildqualität hat sich in den letzten Jahren  enorm entwickelt. Wer sich Fotos anschaut, die er vor wenigen Jahren mit dem Smartphone gemacht hat und sie vergleicht mit aktuellen Aufnahmen, staunt nicht schlecht. Heutige Aufnahmen sind exzellent.

Mit Huawei traut sich diesmal auch ein Handyhersteller auf die Messe. Kommt nicht oft vor. Die Chinesen bauen mit die besten Smartphone-Kameras. Dass man mit Smartphones sogar einen Kinofilm drehen kann, zeigt Star-Regisseur Steven Soderbergh. Er hat mit Apples iPhone den Thriller Unsane gedreht (hier der Trailer). Sowas kommt am Ende raus, wenn Profis das Licht setzen, die Kamera führen und sich um den Ton kümmern. Message: Smartphone-Kamers können was.

https://vimeo.com/291894076

Wer gute Aufnahmen machen will, entwackelt seine Videos heute

Wackelfrei muss heute sein

Wir Normalsterblichen schaffen solche Ergebnisse natürlich nicht. Aber wir bekommen Hilfe aus der Industrie. Mit sogenannten Gimbals lassen sich Videoaufnahmen wackelfrei hinbekommen. Solche Geräte kosten 100 bis 160 EUR. Einfach Smartphone reinstecken, App starten – fertig. Schon sind die Aufnahmen wackelfrei. Man kann sogar den Kameramann ersetzen, weil mir der Gimbal auf Wunsch folgt und mein Gesicht im Bild hält (im Video zeige ich, wie das geht).

Action-Kamera-Hersteller GoPro hat mit dem neuen Modell Hero 7 Black eine Art eingebauten Gimbal im Angebot. Die Software analysiert das Geschehen und entfernt im Hypersmooth-Modus jede Bewegung. Die Ergebnisse sind durchaus beeindruckend: Trotz Bewegung alles wackelfrei. Das schafft eine ganz eigene Ästhetik, vor allem bei Sportaufnahmen.

Das alles dürfte den Herstellern “echter” Kameras Sorgen bereiten. Ihre Geräte versorgen uns mit deutlich brillanteren Aufnahmen. Aber zu vergleichsweise hohen Kosten – und mit deutlich mehr Aufwand.

Über den Autor

Jörg Schieb ist Internetexperte und Netzkenner der ARD. Im WDR arbeitet er trimedial: für WDR Fernsehen, WDR Hörfunk und WDR.de. In seiner Sendung "Angeklickt" in der Aktuellen Stunde berichtet er seit 20 Jahren jede Woche über Netzthemen – immer mit Leidenschaft und leicht verständlich.

1 Kommentar

  1. Eigentlich… fehlt nur noch ein optischer Zoom (der aber Raum braucht). Die Variante, einfach ewig viele Megapixel abzulichten und dann nur das Benötigte auszuschneiden, ist nach wie vor eine Krücke. Ich drucke ja auch kein Gruppenfoto von einer Konzertbühne in Postergröße, um dort ein einzelnes Passfoto herauszuschneiden (und wenn’s dumm läuft, wird das mit Verlust wieder sinnlos vergrößert).
    An die stets etwas umständlichere Bedienbarkeit haben sich die meisten heute, wie an Touchtastaturen, ja schon gewöhnt. Das ist nur noch ein Argument für kritische Zeitgenossen wie mich…

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