re:publica 2015: Zum Schluss noch ein Weltrekord

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re:publica 2015: Zum Schluss noch ein Weltrekord

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7.000 Besucher, 9.400 Geräte im W-Lan und 101.000 Twneets mit dem Hashtag #rp15 – die re:publica 2015 ist vorbei und traditionell wird zum Ende immer ein bunter Zahlenreigen präsentiert. In diesem Jahr gab es auch noch einen Weltrekord: Das Lightpaintingbild mit den meisten Teilnehmern wurde von Fotograf Ulrich Tausend aufgenommen. Alle Teilnehmer der Abschlussfeier sollten mit den Taschenlampen ihres Handys ein Muster in die Luft malen, das Ergebnis twitterte der Fotograf auch umgehend.

Kenia und „Big Data“ in der Musik

Der letzte re:publica-Tag hatte zuvor aber auch noch einige gute Themen parat. Beeindruckend fand ich zum Beispiel die drei Kenianerinnen, die in ihrem Vortrag „10 things Europe can learn from kenya“ gezeigt haben, wie die Digitalisierung ihr Land verändert hat. Facebook und Twitter werden dort beispielsweise intensiv für den Kontakt zu staatlichen Institutionen genutzt. Um Geld zu transferieren wird dort oft das Mobiltelefon verwendet und zwar mit einem in Kenia entwickelten Bezahlsystem.
Was die Musikindustrie mit den Nutzerdaten von Musikstreaming-Anbietern wie Spotify anfangen kann, hat Kevin Schramm in seinem Vortrag gezeigt. Konzertveranstalter freuen sich beispielsweise, wenn sie viel darüber wissen, welche Musiker besonders zahlungskräftiges Publikum anlocken. Dadurch, dass viele Nutzer ihr Spotify-Konto mit ihrem Facebook-Konto verknüpft haben, kann Spotify entsprechende Daten liefern.

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Rund 7.000 Besucher haben die re:publica 2015 besucht (Foto: re:publica/Gregor Fischer)

Drei Tage re:publica sind rum, Zeit für ein Fazit:

Was toll war

Die re:publica ist immer noch inspirierend. Mal ein Beispiel: Vom Vortrag „Hack your city“ habe ich leider nur noch das Ende mitbekommen (es geht darum, wie die Bürger ihre Stadt selber gestalten können), aber die Redner waren mit so viel Begeisterung dabei, dass ich mir die Aufzeichnung des Vortrags später nochmal anschauen möchte.

  • Die Zahl der Sessions ist riesig, das Programm unübersichtlich, aber: Man kann sich hier auch mal für eine halbe Stunde in ein Thema einführen lassen, mit dem man normalerweise nichts zu tun hat. Zum Beispiel: „Sketchnotes für Einsteiger„, eine Zeichentechnik, um Vorträge visuell zu strukturieren und zu dokumentieren.
  • Hof und Besucher: Wer eine Pause braucht, geht auf den Innenhof, kauft sich ein Getränk und trifft immer jemanden zum Plaudern. Für Menschen mit schlechtem Namensgedächtnis nicht immer ganz einfach, aber das ist eine andere Geschichte.

 

Was nicht so gut geklappt hat

  • Session-Beschreibung vs. tatsächlicher Inhalt: Leider erfüllen manche Vorträge nicht was deren Beschreibung im Programm verspricht. Bei „Schleichwerbung – Geld vs. Recht & Moral“ hätte ich schon erwartet, dass auch über die moralischen Aspekte gesprochen wird. Das Thema wurde aber komplett ausgeklammert. Andere Vortragstitel suggerieren die Lösung eines Problems zu bieten, beschreiben dann aber nur ausführlich das Problem.
  • Schlangen: Ständig steht man in irgendwelchen Menschenschlangen; um einen Kaffee zu kaufen, um in einen vollen Vortragsraum hinein zu kommen, um später wieder heraus zu kommen, um etwas zu essen zu bekommen, selbst vor der Herrentoilette hatte sich am Donnerstagvormittag eine Schlange gebildet. Da ist viel Geduld gefragt.

 

Wie geht’s weiter ?

Die wirtschaftliche Seite des Netzes spielt inzwischen eine große Rolle bei der re:publica. (Siehe auch: Es geht ums Geschäft) Es geht nicht mehr nur um Micro-Payment, sondern ums große Geld. Das finde ich genau richtig, denn schließlich ist das ja auch die Wirklichkeit im Netz. Ich bin aber gespannt, ob und wie sich die Besucher entwickeln. In den vergangenen Jahren sind immer mehr berufliche Besucher dazu gekommen, mein Eindruck ist aber auch: Die re:publica wird immer älter. Schüler oder Studienanfänger sieht man nur wenige.
Wie die Evolution der Internetkonferenz weitergeht, wird die #rp16 zeigen, die am 2. Mai 2016 beginnt.

Über den Autor

Elektronikbasteln hat David schon immer fasziniert. Nach BWL-Studium und WDR-Volontariat arbeitet er als Journalist für Fernseh- und Online-Redaktionen. Mit Stefan Domke hat er das Storytelling-Tool Pageflow erfunden, für das er 2014 einen Grimme Online Award bekam.

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