#rpTHE: Die Highlights der re:publica in Thessaloniki

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#rpTHE: Die Highlights der re:publica in Thessaloniki

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Erst Dublin, jetzt Thessaloniki. Die Klassenfahrt der re:publica hatte in diesem Jahr zwei Stationen – und die erste Ausgabe in Griechenland bot in den vergangenen drei Tagen bestes Wetter, ein Segelschiff als Location und äußerst spannende Sessions zu den europäischen Krisenherden. Highlights, die sich auch jetzt abrufen lassen, fasse ich euch hier zusammen.

Der Kampf ums Internet in der Türkei

Alp Toker hat die digitale Bürgerrechtsbewegung „Turkey Blocks“ gegründet. Mit ihr beobachtet er, wie der Zugang zum Netz und zu einzelnen Onlinediensten immer wieder gesperrt wird – und macht Internetkontrollen, Abschaltungen und Ausfälle transparent. „Turkey Blocks“ verteilt dafür Minicomputer unter den Nutzern in der Türkei; davon berichtet Toker in seiner Session „Keeping the Internet on: Turkey’s struggle for digital rights“.

Der Blick auf Zensur, Geoblocking, Bandbreitendrosselungen und andere technische Maßnahmen ist enorm spannend – auch weil Toker am Ende nicht allein über die Türkei und die Zeit seit dem versuchten Putsch redet, sondern angesichts nationalistischer Strömungen auch über den Kampf um ein freies Internet in Europa und weltweit.

Alp Toker: „Keeping the Internet on: Turkey’s struggle for digital rights“

Netzbeobachtung in Zypern

Ein Netzwerk von Beobachtungsstellen gibt es auch in Südosteuropa, dem Nahen Osten und Nordafrika. Die Macher dahinter zeigen in ihrer Session „EMEA Internet Observatories – The Case of Cyprus“, wie sie technisch vorgehen – und legen ihre Erkenntnisse über Internetzensur in Zypern dar.

Technische Hilfsmittel für Rettungskräfte in Syrien

Wer sich für Technik interessiert, für den dürfte auch die Session „Reconnection Search & Rescue in Syria“ interessant sein. Susan Long zeigt, wie Entwickler in Syrien Ausrüstung für den Kriseneinsatz selbst gebaut haben – die sogenannte Makerszene, die mit einem Do-It-Yourself-Ansatz probleme selbst schnell lösen will, wurde dort also zum überlebenswichtigen Faktor.

Über diesen Weg sind Airbags entstanden, die es möglich machen, den Schutt von eingestürzten Gebäuden zu heben; in Idlib wurde ein eigener Makerspace für die Produktion von Ausrüstungsgegenständen für Rettungseinsätze aufgebaut; ein weiterer in Gaziantep an der türkisch-syrischen Grenze soll Menschen bei ihrer Flucht vor dem Krieg helfen.

Susan Long: „Reconnection Search & Rescue in Syria“

Mit Thessaloniki endet die zweite Klassenfahrt – und es klingt, als wollten die Macher der re:publica an ihrer Herbstausgabe mit Europaperspektive festhalten. Organisator Andreas Gebhardt sprach in der Closing Ceremony zumindest von einem Wiedersehen im nächsten Jahr. Tatsächlich ist eine gesellschaftliche Debatte in Europa über die Länder hinaus dringend nötig – auch für die digitale Welt. Deshalb: spannend, was dort entsteht!

So lange heißt es Warten auf die nächste re:publica in Berlin. Zum Abschluss der Europatour haben die Veranstalter in Thessaloniki auch direkt deren Motto bekanntgegeben: „POP!“ wird es lauten. Die Konferenz will sich damit „hineinbewegen in den Mainstream digitaler Populärkultur, sie besser kennen lernen und umgekehrt die Vielfalt und den Reichtum des Netzes zu größerer Popularität verhelfen“. Stattfinden wird die nächste re:publica vom 2. bis zum 4. Mai 2018 in Berlin.

Über den Autor

Dennis Horn, offline geboren 1981 in Köln, arbeitet als Experte für Digitalthemen in der ARD und moderiert im Deutschlandradio. Er hofft, dass eines Tages die Angst vor dem „bösen Internet“ stirbt, und wünscht sich mehr Spaß am Netz und weniger Hysterie.

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