Kauf-Kunst statt Werbung

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Kauf-Kunst statt Werbung

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Auch Werbung kann kunstvoll sein, keine Frage. Doch das ist eher die Ausnahme. Meistens nervt Werbung eher: Sie ist aufdringlich, will uns manipulieren oder überrumpeln – und lenkt uns vom Wesentlichen ab. Vor allem im Web ist das so. Das ist wohl ein Grund, wieso es so viele Werbeblocker gibt und einige von ihnen extrem erfolgreich sind. Doch jetzt gibt es einen Werbeblocker, der einen anderen Weg geht als die bisherigen Filter. Denn während AdBlocker normalerweise Werbung ausknipsen, so als wäre sie gar nicht da, präsentiert das Feedart-Plugin anstelle von Reklame einfach ansprechende Kunstwerke.

Feedart ersetzt Reklame in Facebook durch Kunstwerke; Rechte: Feedart

Feedart ersetzt Reklame in Facebook durch Kunstwerke

Kostenloses Plugin für Google Chrome

Das Plugin ist kostenlos im Chrome Webstore zu haben. Derzeit gibt es die Erweiterung nur für den Google-Browser – und auch nur für Desktops. Denkbar ist diese Lösung aber natürlich auch für alle anderen Browser und durchaus auch auf Mobilgeräten. Wer Feedart installiert und danach Facebook besucht, bekommt keine Reklametafeln mehr gezeigt, weder in der Timeline noch rechts daneben. Die Erweiterung ersetzt die Werbefläche durch bunte Kunstwerke, etwa die Hipstory-Serie von Amit Shimoni.

Barack Obama, Angela Merkel, Ghandi, die Queen, Hillary Clinton, John F. Kennedy, Che Guevara, Donald Trump und einige andere erscheinen als knallbunte Popart. Jede Woche gehen neue Bilder an den Start, damit die Auswahl der präsentierten Kunstwerke immer größer und damit insgesamt abwechslungsreicher wird. Ein interessanter Ansatz, weil die präsentieren Kunstwerke genau die Größe der Werbefläche haben. Das Layout fällt also nicht in sich zusammen, weil Werbeplätze wegfallen. Da, wo sonst Reklame steht, gibt es jetzt nur etwas Ansprechenderes zu sehen – zudem ohne jeden kommerziellen Zweck.

Kunstwerke in Facebook-Timeline und rechts daneben

Kunstwerke in Facebook-Timeline und rechts daneben

Auch beim Plugin: User können kaufen

Hübsche Idee, so weit. Noch füllt Feedart nur eine Nische. Denkbar aber, das Konzept auszuweiten, damit der Blocker nicht nur mit Chrome und auf Desktops funktioniert, sondern auch auf anderen Geräten und Plattformen – und nicht nur Werbung auf Facebook unterdrückt wird, sondern überall. Früher oder später stellt sich dann aber wieder die Frage, wie der Blocker refinanziert wird. Im Fall von Feedart ist es so, dass User auf die Webseite der Künstler geschickt werden, sobald sie eins der Bilder anklicken. Dort kann man dann Produkte mit den Bildern kaufen, etwa Tassen, Postkarten oder Poster – also durchaus auch eine Form von Werbung oder Verkaufshilfe. Schade.

Über den Autor

Jörg Schieb ist Internetexperte und Netzkenner der ARD. Im WDR arbeitet er trimedial: für WDR Fernsehen, WDR Hörfunk und WDR.de. In seiner Sendung „Angeklickt“ in der Aktuellen Stunde berichtet er seit 20 Jahren jede Woche über Netzthemen – immer mit Leidenschaft und leicht verständlich.

2 Kommentare

  1. Ich habe heute eine sehr Interessante Unterhaltung geführt.Diese Welt von heute wird von kontrollierter, Meinung geführt,vom TV,über das Radio bis zu Magazinen.Als unsere Meinung noch in den Kinderschuhen gewesen ist und man vergeblich versuchte,unter Gepfeife und Gerufe auf den Straßen uns zu manipulieren,ja,da konnten wir uns noch beherrschen und so etwas locker ignorieren.Dann kam die Zeitung,da ging das noch.
    Aber seit es diese Kisten gibt . . .

  2. Folgendes:Werbung wird von den meisten unterschätzt.Beispiel gefällig?Media Markt bezahlt für 30 Sekunden Werbung im Fernsehen 50.000€.Voll cool.
    Für so viel Mühe und Werbeeinsatz muss doch automatisch eingekauft werden, oder?
    Schließlich wäre unser Geld doch viel zu schade, um es woanders auszugeben.Und die haben unser Geld ja dringend nötiger als wir.Ok.War nur ein Witz.

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