Skills sind die neuen Apps

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Skills sind die neuen Apps

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Seit ein paar Tagen gibt es in meinem Büro einen ständig verfügbaren Gesprächspartner: Amazon Echo. Ich habe mir Amazons neuen WLAN-Lautsprecher auf den Schreibtisch gestellt, der rund um die Uhr mit dem digitalen Assistenten Alexa verbunden ist. Ein System, mit dem man sprechen kann – und das gesprochene Antworten gibt. Weil das Gerät ständig mithört, wird es von manchen auch als „Wanze“ bezeichnet. Aber das ist ein anderes Thema.

Warum man sich Amazon Echo in die Wohnung stellen sollte? Sicher nicht nur, um damit Musik abzuspielen – was auch geht, aber nicht der springende Punkt ist. Interessanter ist, dass Alexa auch so manche Frage beantwortet und Anweisungen entgegennimmt, etwa: „Spiele Jazz“ – und es dudelt Jazz aus der Box.

Amazon Echo: Der WLAN-Lautsprecher ist gleichzeitig Digitaler Assistent

Digitale Assistenten lassen sich erweitern

Allerdings können das andere Digitale Assistenten wir Siri, Cortana oder Google Assistant durchaus auch. Es rollt gerade eine Welle solcher Assistenten auf uns zu. Nicht nur Google, Apple und Microsoft wollen, dass wir öfter mit unserem Smartphone reden, anstatt etwas einzutippen oder auf dem Display zu wischen. Und Amazon will die Wohnung mit Assistenten versorgen. Was ich spannend finde ist, dass einige Assistenten mittlerweile offen sind für Entwickler.

Wer die Sprachfähigkeiten der Assistenten nutzen möchte, kann sie mit eigenen Anwendungen verbinden. Am konsequentesten geöffnet hat sich Amazon Echo. Es gibt bereits Hersteller wie Harman Kardon oder LG Electronis, die eine Hardware mit Alexa-Anbindung verkaufen. Wer mag, kann Alexa schlauer machen. Entwickler können sogenannte „Skills“ erstellen und so die Fähigkeiten von Alexa erweitern. Es gibt bereits erste Spiele, aber auch nützliche Skills wie die von MyTaxi: „Alexa, sage MyTaxi, dass ich abgeholt werden möchte“ – und wenige Minuten später steht das Taxi vor der Tür.

Skills erweitern die Fähigkeiten

Aber wie schwierig ist es, einen „Skill“ für Alexa zu entwickeln? Das wollte ich wissen – und habe mich in das Thema reingekniet. Man braucht einige Programmiererfahrung und muss auch wissen, wie man Systeme konfiguriert. Aber es ist mir durchaus gelungen, innerhalb weniger Tage einen „Skill“ für Alexa zu entwickeln. Einen Skill, der mir die aktuellen Headlines aus dem Digitalistan-Blog vorliest (siehe Video). Eine wunderbare Sache: Ich sage „Alexa, öffne Digitalistan“ – und Alexa liest mir die aktuellen Headlines vor und nennt mir die Autoren. So kann ich hören, ob die Kollegen einen neuen Blog-Post veröffentlicht haben.

Der Skill läuft erst mal nur auf meinem Echo – und auf anderen Geräten in meinem lokalen Netzwerk. Ich könnte ihn aber auch bei Amazon einreichen, dann könnte nach der Freigabe jeder den Skill benutzen. Das werde ich auch machen, nachdem ich den Skill noch ein bisschen verbessert und optimiert habe.

Progammcode eines Alexa-Skills

Das Beispiel zeigt: Skills sind die neuen Apps. Je mehr Menschen Digitale Assistenten wie Siri, Cortana, Google Assistant oder Amazons Alexa benutzen, um so interessanter wird es, eigene Lösungen anzubieten, die in diesen Assistenten ablaufen. Den Digitalen Assistenten gehört die Zukunft, davon bin ich überzeugt. Sie werden nach und nach Einzug halten in unseren Alltag. Apps nützen uns da nichts – aber Skills, für spezielle Bedürfnisse zugeschnittene Lösungen, die auf den unterschiedlichen Systemen laufen.

Über den Autor

Jörg Schieb ist Internetexperte und Netzkenner der ARD. Im WDR arbeitet er trimedial: für WDR Fernsehen, WDR Hörfunk und WDR.de. In seiner Sendung „Angeklickt“ in der Aktuellen Stunde berichtet er seit 20 Jahren jede Woche über Netzthemen – immer mit Leidenschaft und leicht verständlich.

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