Smartphones vermehrt Malware-Schleudern

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Smartphones vermehrt Malware-Schleudern

Kommentare zum Artikel: 11

Weil nahezu jeder von uns heute ein Smartphone in der Tasche hat und die meisten außerdem auch noch Social Media nutzen, hat sich eine der erfolgreichsten und florierendsten Branchen der Welt auf diese Klientel fokussiert: Abzocker, Kriminelle und Banditen. Genau jene Leute, die gerne Malware entwickeln und mit allen Tricks unter die vernetzten Leute bringen, um nicht mit ehrlicher Arbeit ihr Geld zu verdienen.

Vorsicht, Tablet: Auf den Geräten tummeln sich immer mehr Bedrohungen; Rechte: WDR/Schieb

Vorsicht, Tablet: Auf den Geräten tummeln sich immer mehr Bedrohungen

Vorinstallierte Schad-Software auf Neugeräten

Leider klappt das immer besser. Nicht nur, weil die Verbreitung von Mobilgeräten und Social-Media-Diensten rasant zunimmt, sondern vor allem, weil Smartphone-Hersteller, Betriebssystem-Entwickler und last not least Social-Media-Dienste keine allzu großen Anstrengungen unternehmen, um derartigen Missbrauch zu verhindern.

Kaum zu glauben, aber leider wahr: Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) warnt vor vorinstalliert Schad-Software auf einigen Tablets und Smartphones. Zwar sehr günstige Geräte, aber es geht: Fabrikneu – und schon mit Software infiziert, die den Opfern schaden will. Es wäre wünschenswert, wenn mobile Betriebssysteme so gestrickt sind, dass so etwas schlichtweg unmöglich ist.

https://vimeo.com/311312322

Wir greifen viel zu oft zum Mobilgerät

300 Mal mehr Malware  über Social Media

Ein weiteres Problem ist Social Media auf den Mobilgeräten. Die meisten nutzen es heute, vor allem Facebook. Jetzt kommt eine alarmierende Zahl: Laut FBI ist die Zahl der Verbrechen, die mit Hilfe von Social Media begangen wurden, in den Jahren 2015 bis 2017 um das Dreihundertfache gestiegen. Keine Verdreifachung – eine Verdreihundertfachung. Rund drei Milliarden Dollar wurden auf diese Weise ergaunert. Das ist zwar weniger als Facebook verdient – aber immer noch eine ungeheuer große Summe. Vor allem über Facebook, Twitter, Instagram und Co. verteilte Schad-Software wird zunehmend zum Problem.

Haben wir dazu irgendwelche Anstrengungen bei Facebook und Co. gesehen, die Nutzer davor zu schützen? Vor allem die mobilen Nutzer, die es gewohnt sind, innerhalb von Sekundenbruchteilen aufs Display zu schauen und alles anzutippen, was bunt ist und blinkt? Nein, haben wir nicht! Weil es die Unternehmen nicht kümmert. Natürlich kann man Facebook nicht die gesamte Schuld in die Schuhe schieben. Aber ein Kaufhaus, in dem sich die Zahl der Taschendiebstähle und anderer Gaunereien in zwei Jahren verdreihundertfacht, würde ganz sicher etwas dagegen unternehmen.

Über den Autor

Jörg Schieb ist Internetexperte und Netzkenner der ARD. Im WDR arbeitet er trimedial: für WDR Fernsehen, WDR Hörfunk und WDR.de. In seiner Sendung "Angeklickt" in der Aktuellen Stunde berichtet er seit 20 Jahren jede Woche über Netzthemen – immer mit Leidenschaft und leicht verständlich.

11 Kommentare

  1. Off-Leiner am

    “Weil nahezu jeder von uns heute ein Smartphone in der Tasche hat und die meisten außerdem auch noch Social Media nutzen,…”:
    Selber schuld. Kein Mitleid mit diesen Malware-Opfern.
    Kein Mensch “braucht” doch diese Suchtphones, und die asozialen Medien schon gar nicht.
    Augenöffnend das kleine Büchlein von Jaron Lanier: Zehn Gründe, warum du deine Social Media Accounts sofort löschen musst (zu finden u.a. bei buecher.de).
    Wohlgmerkt: Ein Büchlein von Jaron Lanier, dem Internet- und Tech-Guru!
    Manfred Spitzer braucht man gar nicht zu bemühen.
    Lies Lanier, und Du weißt Bescheid!
    Löscht Eure Mitgliedschaften in den asozialen Medien und schmeißt Eure Suchtphones weg, und Ihr habt nicht nur keine Probleme mit Malware mehr, sondern Ihr werdet schnell merken, wie gut Euch die Rückkehr in das wirkliche Leben mit echten, physisch existenten Menschen bekommen wird!
    Obendrein grabt Ihr allen Manipulationen, Cybermobbing, Hassmails und der Totalüberwachung durch die Digitalgangsterkonzerne das Wasser ab.

  2. Das fängt doch schon bei diversen Apps auf einem Android-Handy an. Kunde wundert sich über die Werbung. Also einige Apps wieder deisntalliert und siehe da Werbung ist weg.
    So lange Googles-Playstore unseriöse Apps durchwinkt, solange namhafte PC-Zeitschriften Trojaner in die Downloadsoftware legt, solange auf Internetseiten unseriöse farbige Downloads zum Anklicken annimieren und solange unser Staat mit der MWSt. auch viel Geld einnimmt, dann hilft nur ein Anwender, der seinen Kopf nicht nur für die Mütze verwendet ;-) Ich erlebe es tagtäglich im Einsatz. Es wird nicht besser!

  3. DollyToll am

    Also dann muss ich mir so ein ‘duseliges’ Android-Handy Kauf, weil die Bank die Papier-TAN abschafft und ich ein W10M habe, für das es keine App gibt! Na toll!

    Aber dann nur eins, wo Android One drauf ist, das man erst einmal runterschmeißt und neu installiert mit ganz restriktiven Einstellungen!

    Sicher ist sicher … Oder?

    PS:Bei diesen Rechenaufgaben fühle ich mich – ehrlich gesagt – total überfordert!

    Tätä, Tätä, Täta, sching-bum

  4. “Vor allem die mobilen Nutzer, die es gewohnt sind, innerhalb von Sekundenbruchteilen aufs Display zu schauen und alles anzutippen, was bunt ist und blinkt?”
    Na, Sie haben sich die Antwort auf der Suche nach den Hauptverursachern damit doch schon selbst gegeben. Einfach mal, statt in “Sekundenbruchteilen”, einige Sekunden mehr überlegen und ggf. erst danach “antippen”. Gelegentliches Hirn einschalten, schadet auch im digitalen Zeitalter nicht, wo alles so schön bunt ist und blinkt. Und der fast schon abgedroschene Spruch “Das größte Sicherheitsrisiko, ist immer noch der Typ am Drücker”, also der Nutzer selbst, gilt scheinbar, mehr denn je. Sei es von naiver Neugier (Gewinne jetzt 10 Millionen Euro – Klick’ einfach h-i-e-r.) oder aus der Geiz-ist-geil-Mentalität (“China-Schrott”) motiviert.
    Was wäre von jemandem zu halten, der sich blindlings von einer 10 Meter-Klippe ins Badevergnügen stürzt und sich danach beschwert, dass ihn vorher niemand darüber aufgeklärt hat, dass das Wasser dort nur einen Meter tief ist? Sehen Sie… ;)

    • Dolly Toll am

      @Was wäre von jemandem zu halten, der sich blindlings von einer 10 Meter-Klippe ins Badevergnügen stürzt und sich danach beschwert, dass ihn vorher niemand darüber aufgeklärt hat, dass das Wasser dort nur einen Meter tief ist? Sehen Sie… ;)

      Diese “Warnung” könnte ja ein verpflichtender Internet-Führerschein sein, den man ab 16 Jahren zum Kauf eines Handys braucht …

      Aber wo sind unsere Politiker, die unsere Kinder schützen … ? Vielmehr wird im Marketing-Geschwätz in ”Wohlfühl-Wolken” schwadroniert!

      • Abgesehen davon kann jemand, der in einem öffentlichen Bad von einem 10 Meter Brett springt, aus gutem Grund davon ausgehen, dass das Becken darunter für diesen Sprung ausgelegt ist. Eben das erwarte ich auch von Onlinediensten, Ein Sprung von einer Klippe in der Natur ist damit nicht zu vergleichen.

        • DollyToll am

          … wenn der Bademeister nicht vergessen hat, das Wasser reinlaufen zu lassen …

          O.K. Es wäre offensichtlich.

          Die Sicherheitsnetze sind bei Providern und Online-Shops aber nicht offensichtlich!

          Und da können sie sich wegen der Malware-Verseuchung nicht aus der Verantwortung stehlen!

    • Ich bin kein Anhänger der Idee, für alles seien die Nutzer/User selbst verantwortlich. Sie haben eine Verantwortung für ihre eigenen Mediennutzung – oder besser: Sie haben einen Anteil daran. Denn wenn zB bewusst abhängig machende Taktiken eingesetzt werden, dann tragen die Onlinedienste selbstverständlich einen erheblichen Anteil der Verantwortung. Ich finde es deshalb kontraprodukt, nur überheblich “Hirn einschalten” zu sagen/schreiben.

    • Mein Kommentar bestand aus mehr, als nur “Hirn einschalten” (vgl. “Gewinne jetzt… / China-Schrott”). Zum Ihrerseits vorgeworfenen Punkt “überheblich”, äußere ich mich, speziell Ihnen gegenüber, lieber nicht – das würde vermutlich gegen die Netiquette verstoßen und wäre letztlich auch nur vertane Zeit.

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