Studie: Fake News erkennen lässt sich lernen

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Studie: Fake News erkennen lässt sich lernen

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Fake News – unzählige Male haben wir diese Wörter schon aus dem Mund des US-Präsidenten gehört. Doch während Donald Trump sie gebraucht, um kritische Berichterstattung zu diffamieren, gibt es das Problem im Internet wirklich: Information und Desinformation, seriöse und unseriöse Quellen – oft völlig gleichberechtigt nebeneinander. Aber wie das eine vom anderen unterscheiden?

Wie wichtig diese Frage ist, zeigt eine aktuelle Studie der Princeton University, die jetzt im Fachjournal PNAS veröffentlicht wurde (leider nicht öffentlich, sondern erst mal nur für Abonnenten). Die Forscher wollten herausfinden, ob es etwas bringt, die User zu schulen.

Im Jahr 2017 hat Facebook in 14 Ländern zehn Tipps für den sichereren Umgang mit Falschmeldungen veröffentlicht. Naheliegende, aber wichtige Tipps wie: Auf ungewöhnliche Formulierungen achten, Quelle überprüfen, die Ziel-Adresse untersuchen und einiges mehr.

Fake oder Fact News?; Rechte: WDR/Schieb

Medienkompetenz: Einfache Tipps, große Wirkung

Die Forscher haben knapp 12.000 Facebook-Nutzer in USA und Indien befragt. Die jeweils eine Hälfte der Probanden hat vor dem Interview den Leitfaden von Facebook studiert, die andere Hälfte nicht. Danach sollten die Probanden Überschriften bewerten. Überschriften aus seriösen Quellen mit wahren Nachrichten und Überschriften von Texten, die unabhängige Fakten-Checker als Falschinformation definiert haben.

Ergebnis: Die vorinformierten Probanden konnten falsche von wahren Nachrichten deutlich häufiger unterscheiden als die anderen Probanden. Doch der positive Effekt hielt nicht lange an. Nach einer Woche wiederholten die Forscher den Test, der Lerneffekt hatte bereits nachgelassen.

Wieso verbreiten sich Fake News so rasant?

Plattformen sollten Nutzer besser begleiten

Doch zumindest der kurzzeitige Effekt zeigt: Fake News zu erkennen ist erlernbar. Es macht aber Mühe.

Denn vor allem in den sogenannten Sozialen Netzwerken (Plattformen) steht alles gleichberechtigt nebeneinander. Ob wahr oder falsch, ob völlig idiotisch oder klug, ob seriös oder unseriös – sieht einmal alles gleich aus. Wer da nicht genauer hinschaut und sich wenigstens einen Eindruck vom Absender und anderen Kriterien macht, fällt schnell rein auf reißerische Überschriften.

Aber die Studie macht Mut: Wenn Nutzern die nötigen Werkzeuge an die Hand gegeben werden, haben es Falschinformationen nicht mehr so leicht.

Wichtig ist also, mehr Medienkompetenz zu erreichen – etwa in der Schule. In den seriösen Medien. Aber auf bei den Plattormen selbst. Nun müssten Facebook und Co. entweder selbst dafür sorgen, dass jeder User sich diese Leitlinien regelmäßig anschaut – etwa, indem sie deutlich prominenter angeboten und auch optisch attraktiver gemacht werden. Oder sie müssten dazu verpflichtet werden.

Cosmotech Podcast: Heute schon getäuscht worden? Rechte: WDR/Schieb

Über den Autor

Jörg Schieb ist Internetexperte und Netzkenner der ARD. Im WDR arbeitet er trimedial: für WDR Fernsehen, WDR Hörfunk und WDR.de. In seiner Sendung "Angeklickt" in der Aktuellen Stunde berichtet er seit 20 Jahren jede Woche über Netzthemen – immer mit Leidenschaft und leicht verständlich.

3 Kommentare

  1. Ich bin erst vor kurzem auf dieses Thema gestoßen, da mir nicht bewusst war, wie allgegenwärtig dies doch ist. Man muss nur kurz recherchieren, und schon findet man dutzende Seiten für den Bewertungskauf – augen auf!

  2. Anne Theke am

    Meines Erachtens sind kostenpflichtige Medien kein Garant dafür, frei von Fake-News zu sein. Begriffe und Institutionen wie “Fakten-Check” und “Correctiv” sollen der breiten Masse womöglich suggerieren, die Wahrheit zu verkünden. Meine Erfahrung hat jedoch gezeigt, dass die, die der Wahrheit ziemlich nah kommen, auf zum Teil merkwürdige Art und Weise angegriffen werden. Das lässt mich immer wieder aufhorchen und bewegt mich dazu, selber zu recherchieren. Wenn beispielsweise deutsche Medien während der gesamten Amtszeit von Präsident Trump nur negativ über ihn berichten, so macht mich das skeptisch. Mein Motto: Glaube nichts, hinterfrage alles, recherchiere selber.

  3. Und dann sieht man z.B. auf den einschlägigen Portalen dutzende Videos der Stuttgarter Aggrospiele, nimmt (mit eigenen Augen und Ohren) genau wahr, wer was und wie sagt und tut und erhält -als faktengeprüftes Ergebnis- einen coronabeschränkungsgeläuterten Täterkreis aus der “Party-/Eventszene” (!lol!), der spontan und massenweise ausrastete, weil die böööse Polizei sich erdreistete, eine Drogenkontrolle durchzuführen – die Doktoren der Soziologie laufen zur Hochform auf.
    Meine faktenbasierten Erkenntnisse aus eigenverstrahlter Medienkompetenz: Die Stuttgarter Partyszene ist ein akuter Fall für die Diskriminierungsbeauftragten, da diese offensichtlich nur von “jungen Männern” dominiert wird (where are the girls?) und außerdem habe ich gelernt, dass das Mitführen von Sturmhauben und diversen Schlagutensilien in heutigen Partygängerkreisen wohl unumgänglich ist, um auch für spontane, unpolitische Reaktionen (wie z.B. Polizeipersonal bespucken oder diese gleich, gemäß demokratischer Hassempfehlung eines “pressefreiheitlich” geschützten, im Presseclub regelmäßig vertretenen Nonsense-Mediums, dem Müll zuzuführen) stets gewappnet zu sein.
    Wie sich die Zeiten und Ansprüche ändern: “früher” wollten wir einfach nur Spaß haben, haben bei der Drogenkontrolle brav unsere Ausweise gezeigt und alles, was kaputt ging, waren schlimmstenfalls ein paar Bier- oder Brillengläser. Aber früher gab’s auch weniger Fake-News/Desinformation/Alternativfakten, dafür aber viel mehr Lametta und vor allem echte, gute Laune. ;)

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