Ein Hoch auf die Systemadministratoren!

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Ein Hoch auf die Systemadministratoren!

Kommentare zum Artikel: 5

Ein ganzes Land geht innerhalb weniger Tage in den Shutdown – und trotzdem laufen wichtige Dinge, wie sie laufen sollten. Die Feuerwehr kommt, wenn es brennt. Die Polizei ist zur Stelle, wenn es einen Unfall gibt. Und bis auf die kurze Zeit ohne Klopapier sind auch die Supermarktregale voll. Die Krise zeigt: Unsere Infrastruktur hält.

Dass alles so funktioniert, wie es soll, liegt auch an den unsichtbaren Helferinnen und Helfern, die seit Wochen zum Teil über sich hinauswachsen: das Personal in den Supermärkten, die Lastwagenfahrerinnen und -fahrer, aber auch Menschen, die die Infrastruktur selbst aufrechterhalten. Darunter: die Systemadministratoren.

Wer in der IT arbeitet, hatte es noch nie ganz einfach. So lange alles läuft, denkt kaum jemand daran, warum das so ist – wenn nicht gerade System Administrator Appreciation Day ist. Wahrgenommen wird die IT oft erst, wenn nichts mehr geht – und bekommt dann unseren Frust ab. “Außer Floskeln wie ‘Vielen Dank im Voraus’ oder ‘Bitte prüfen. Danke.’ gibt es eigentlich kein Lob”, schreibt mir ein Systemadministrator.

Internet in Zeiten von Corona – COSMO TECH

Dabei sorgen vor allem Menschen wie er dafür, dass digitale Lösungen all das auffangen, was durch das Coronavirus gerade analog nicht mehr funktioniert. Unternehmen haben in wenigen Tagen ihre Serverkapazitäten hochgefahren. Komplexe Telefonanlagen wurden fürs Homeoffice fit gemacht. Wo analog gearbeitet wurde, wurden die Dinge zum Teil “zwangsdigitalisiert”.

“Wir haben mit Hilfe von Raspberry Pis ‘Netzwerkdosen für zu Hause’ gebaut”, schreibt mir ein Systemadministrator über eine Lösung, die mich fasziniert hat. “Die Mitarbeiter können ihren kompletten Arbeitsplatz mitnehmen, inklusive der 27-Zoll-Monitore, und verbinden ihren Rechner mit dem Pi statt der Netzwerkdose in der Wand. Im Prinzip ein VPN, aber so, dass es mit dem kompletten Arbeitsplatz funktioniert.” Eine Lösung für Menschen mit Sehbehinderung – und die, die auf besondere Hardware angewiesen sind.

Systemadministratoren sind in diesen Tagen Seelsorger für alle, die mit der Technik nicht klar kommen. Sie sind die Feuerwehr, wenn die Systeme ausfallen. Sie sind Detektive, wenn Fehler auftauchen. Sie sorgen nicht nur in Unternehmen, sondern auch in Krankenhäusern, Behörden und an anderen Orten dafür, dass dieses Land den Shutdown digital übersteht – und das tun sie fast unsichtbar.

Ein Hoch auf die Systemadministratoren!

Über den Autor

Dennis Horn, offline geboren 1981 in Köln, arbeitet als Experte für Digitalthemen in der ARD und moderiert im Deutschlandradio. Er hofft, dass eines Tages die Angst vor dem "bösen Internet" stirbt, und wünscht sich mehr Spaß am Netz und weniger Hysterie.

5 Kommentare

  1. Wir sind erst dann in der Wahrnehmung wenn irgendwas nicht läuft. Dass auch nachts und am Abend gearbeitet wird damit Updates und Migrationem niemanden stören wissen nur die wenigsten. Corona merke ich gar nicht, außer dass ein HomeOffice mehr Probleme aufwirft als es löst. Wird Zeit dass wir alle wieder ins Büro dürfen. Dann weiß ich wenigstens in welcher Umgebung Probleme auftreten.:)

  2. Auch von mir ein Danke für den Artikel.

    Die letzten Wochen haben wohl viele von uns Überstunden geschoben und die Versäumnisse der letzten Jahre zumindest abgefedert, steinalte Geräte aus dem Schrott gerettet, die Infrastruktur aufgebohrt und in Hauruck-Aktionen mit zum Teil aufwändigen Bastellösungen “systemkritische Arbeitsplätze” VPN-fähig gemacht.

    Ich habe sogar das Gefühl, dass in unserem Laden der Aufwand zumindest bemerkt wird. Die ersten Wochen wurden wir so gut wie in Ruhe gelassen, das legt sich aber langsam – es wird zum Normalzustand.

  3. Jep. Sehe Ich auch so! Bei Vielen Usern wurden Notebooks aufgepäppelt mit Teams u.a. Helferlein…
    Netz, SAP hielten bis jetzt…
    Toi toi toi!
    Glück auf Admins!

  4. Auch von mir Respekt vor der Leistung all der Administratoren, aber auch der Programmierer und IT-Entwickler.
    Vieles im IT-Bereich ist äußerst abstrakt und komplex, eine hohe Zahl anderer Menschen findet keinen Zugang zur IT, unterschätzen Aufwände, Risiken, Schwierigkeiten, aber auch Chancen systematisch und wie hier geschrieben bleibt die Anerkennung oft in Grenzen.

  5. Sysadmin am

    Balsam für meine Seele. Es macht sich keiner Gedanken darum wieviel Arbeit die IT ausrichtet, teils auch mit Gehältern die unfair sind. Danke

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