Update der Corona Warn App: Check-In und Schnelltests inklusive

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Update der Corona Warn App: Check-In und Schnelltests inklusive

Kommentare zum Artikel: 14

Konkurrenz belebt eben doch das Geschäft. In den letzten Wochen und Monaten spricht die Öffentlichkeit viel über die Luca-App, die Papierlisten in Restaurants und Co. ablösen und Infektionsketten schneller unterbrechen helfen will. Viele stellen da die Frage: Wieso kann die Corona Warn App das nicht – und warum wird die nicht entschlossener weiter entwickelt?

Die Corona Warn App - demnächst geht es auch ohne; Rechte: WDR/Schieb

Die Warn-Funktion wird erweitert: Nicht nur Bluetooth, sondern auch QR Code

Wer scannt denn da: Check-In mit der CWA

Jetzt kommt endlich was in Bewegung. Die Corona Warn App – mit knapp 26 Mio. Downloads immerhin recht gut verbreitet – bekommt ein ordentliches Update verpasst. „Nach Ostern“ soll es so weit sein, ist zu hören – ohne dass ein konkreter Termin genannt wurde.

Auch die Corona Warn App wird einen „Check-In“ für Locations wie Restaurants, Friseure, Fitness-Center etc. anbieten. QR-Code scannen – fertig.

Auf diese Weise wird die Corona Warn App schlauer. Sie weiß nicht nur, welche anderen Personen – mittels Bluetooth erkannt – in der Nähe waren, sondern auch, welche Personen sonst noch da waren, aber außerhalb der Reichweite des Bluetooth-Signals. Kommt es in einem solchen „Cluster“ zu einer gemeldeten Infektion, kann die Corona Warn App einen warnen. Mehr Sicherheit!

 

QR Code Scan; Rechte: WDR/Schieb

Systeme zur Dokumentation von Anwesenheit kann die Warn-App nicht ersetzen

Kein Ersatz für Luca-App und Co.

Das ist gut. Ein Ersatz für die Luca-App und vergleichbare Apps ist das allerdings trotzdem nicht. Denn die Luca-App macht mehr: Sie ersetzt die Papierlisten zum Eintragen und versorgt auch das Gesundheitsamt mit wichtigen Daten, wie vom Infektionsschutzgesetz vorgeschrieben. Das kann die Corona Warn App nicht, da sie anonym arbeitet.

Dorothee Bär hat vor einigen Tagen auf Twitter verraten, dass sich die nächste Version der Corona Warn App auch die Ergebnisse von Schnelltests wird merken können.

Das könnte und das wird in den nächsten Monaten wichtiger werden: Wenn Sicherheitskonzepte vorsehen, dass die Menschen nicht nur die AHA-Regeln befolgen sollen, sondern auch einen aktuellen Schnelltest vorweisen können müssen, könnte das interessant sein. Die Corona Warn App als Eintritts-Ticket, gewissermaßen.

Cosmo Tech: Je mehr Digital, desto weniger Lockdown?; Rechte: WDR

Cosmo Tech: Je mehr Digital, desto weniger Lockdown?

Wie kommt der Schnelltest in die Warn-App?

Partner für diesen Schnelltest-Service sind erst mal die Apotheken, ein System der Ärzteschaft sowie die Drogerie-Ketten DM und Budni. Weitere Partner sollen und können unkompliziert folgen. Wer hier einen Schnelltest machen lässt, kann sich das Ergebnis in seine Corona Warn App eintragen lassen – und bekommt so unkompliziert Zugang zu Einkaufszentren, Fitness-Clubs, Friseur-Salons etc. Überall dort, wo ein negativer Schnelltest erforderlich ist.

Die Partner erzeugen einen QR-Code, der mit der Corona Warn App gescannt und so eingetragen wird. Auf diese Weise lässt sich auch das Alter des Tests bestimmen.

Vermutlich werden sich auch Kritiker für diese Maßnahmen finden. Aber eine digitale Lösung für das Thema Schnelltest-Dokumentation zu finden, ist auf jeden Fall begrüßenswert.

Der Unterschied zwischen Tracking und Tracing

Über den Autor

Jörg Schieb ist Internetexperte und Netzkenner der ARD. Im WDR arbeitet er trimedial: für WDR Fernsehen, WDR Hörfunk und WDR.de. In seiner Sendung "Angeklickt" in der Aktuellen Stunde berichtet er seit 20 Jahren jede Woche über Netzthemen – immer mit Leidenschaft und leicht verständlich.

14 Kommentare

  1. Mit dem neusten Update lässt sich nun ein digitaler Impfnachweis hinterlegen. Wer sich im Impfzentrum hat impfen lassen, erhält den nötigen QR-Code via Post zugestellt. Ist die Impfung beim Arzt erfolgt, kann man in die Apotheke (jedoch noch nicht in jeder!) und erhält dort gegen Vorlage des Impfheftes entsprechenden Code zum scannen mit der Corona-Warn-App.

  2. Wolfgang 59 am

    Hallo Jörg,
    wenn ich meinen mit dem Testergebnis aufs Handy geladenen QR-Code einscannen will, geht nur die Kamera an. Aber der QR-Code ist bereits auf dem Smartphone. Warum lässt sich dieser nicht einfach nehmen? Drucker ist hier gerade keiner und ansonsten bei papierlos Blödsinn.

    • Wolfgang68 am

      Ich bin im Urlaub und stehe vor dem gleichen Problem. Würde mich sehr freuen wenn man mir weiterhelfen kann.

  3. Mein etwas abfällig angesprochener“Software-Voodoo für Gesundheitsämter“ kommt oder ist längst da.
    NRW-Innovationsminister Pinkwart hat schon im März den NRW-weiten Einsatz von IRIS verkündet. Ich wusste nur nichts davon.

    Sie funktioniert wohl mit jeder aktuell laufenden Gesundheitsamt-Software.
    Außerdem ‚kann‘ IRIS nicht nur mit Luca.
    An der Entwicklung ist e-guest beteiligt.
    Näheres gibt es auch unter inög.de | documents | InoeG_IRIS | pdf

    Deshalb ist mein Interesse für den Luca-Schlüsselanhänger und die Luca-App etwas abgeebbt.
    (Oder auch ‚abgeappt‘.)

  4. Nach dem letzten – oder auch schon vorletztem – Beschluss der ‚MPK plus Kanzlerin‘ dachte ich: Also mehr (Eigen-) Verantwortung für Kommunen, Gesundheitsämter und Bürger.
    ——–
    Das könnte bei den App-Fragen ein Knackpunkt sein.
    Einige Gesundheitsämter haben SORMAS, nutzen es aber nicht. Dazu bestünde keine rechtliche Verpflichtung. Und mitten in der Pandemie stark eingespanntes Personal für SORMAS schulen, das ist wohl schier unmöglich.
    ——
    Die versprochene Einigung der MPs auf eine bundeseinheitliche Tracing-App kam bis heute nicht.
    Und wenn sie käme: Wie sieht das mit den Schnittstellen bei den laufenden Software-Lösungen bei den Gesundheitsämtern aus? Gibt es sie, können sie ‚völlig überraschend‘ eingerichtet werden?
    ——
    Warum gehen so gut wie alle davon aus, dass jeder Bürger ein Smartphone hat?
    Warendorf hat zum Beispiel einen Luca-Schlüsselanhänger verteilt. Für den reicht wohl eine Anmeldung über PC.
    Ein PC wird bei manchen im näheren Bekanntenkreis vllt eher zu finden sein als ein Smartphone in der eigenen Schublade – behaupte ich mal.
    —–
    „Datenschutz, Fälschungssicherheit, Infektions-Cluster-Aufdeckung“ sind wichtige Schlagworte.
    Was will ich mit den ganzen (anonymisierten, verschlüsselten) Melde- und Vernetzungsmöglichkeiten an einem Kabinettstisch irgendeiner Landesregierung, wenn die Gesundheitsämter dieses Bundeslandes auf einen Software-Voodoo warten, Bürger immer skeptischer und ungeduldiger werden und manche kein Smartphone haben, aber trotzdem in den aufploppenden Modellkommunen gerne wieder einmal ‚fast normal‘ ausgehen würden?
    Ich bin Laie und halte verschiedene Diskussionen darüber für Mist.
    Es ist kompliziert, ich lasse mich hier gerne belehren und überzeugen.

  5. Ich wurde getestet, weil ein Kunde einen negativen PCR-Test verlangte. Ich unterzog mich also der unangenehmen Prozedur und bekam ein QR-Code. Das Ergebnis war Negativ. Also die Warn-App gestartet und den QR-Code eingescannt, leider mit dem geleichen Ergebnis: Negativ. Der QR-Code wurde nicht erkannt. Zurück zur Teststelle. Dort teilte man mir mit, dass dies kein QR-Code für die Warn-App ist und die Teststelle nicht mit der Warn-App zusammenarbeitet. Es ist also nicht möglich ein positives Ergebnis dieser Teststelle, was zu Glück bei mir nicht der Fall war, einzutragen. Es gibt auch keine weitere Möglichkeit andere Leute zu warnen. „Ich“ habe Symptome und bleibe deshalb zu Hause. Also kein Test oder irgend etwas. Die blöde Warn-App will einen Code, sonst nichts.
    Da verliert man schnell den Glauben an die Funktionstüchtigkeit dieser Warn-App.
    In dem Beitrag wird auch nicht geschrieben, dass man eintragen kann, dass man geimpft ist. Müssen wir weitere 8 Monate warten, bis dieses im nächsten tollen Update eingebaut wird???
    Datenschutz Schön und Gut, aber wenn ich bei jeder Internetseite, die ich aufrufe, nach Cookies gefragt werde, weil es meinem Datenschutz dienen soll und 90% der Bevölkerung nur noch genervt „Alle Akzeptieren“ klickt, dann hat man den Bock zum Gärtner gemacht.
    Wir wollen eine Pandemie mit dieser App eindämmen? Googel weiß wo ich wann war. Besser als ich selbst. Fragt die, wer wann mit wem und wie lange zusammen war ;-) Ich denke mit Hilfe der Mobilfunkanbieter und entsprechenden Internetdienste lassen sich viel genauere Bewegungsprofile erheben als von dieser App.
    Ich lasse die App auf meinem Handy. Vielleicht nutzt doch noch jemand die App und geht zur richtigen Teststelle….

  6. Vielen Dank Herr Schieb für den sachlichen Artikel. Ich finde einzig und allein folgenden Aspekt interessant.

    „Ein Ersatz für die Luca-App und vergleichbare Apps ist das allerdings trotzdem nicht. Denn die Luca-App macht mehr: Sie ersetzt die Papierlisten zum Eintragen und versorgt auch das Gesundheitsamt mit wichtigen Daten, wie vom Infektionsschutzgesetz vorgeschrieben“

    Genau an dieser Stelle sitzt meiner Meinung nach das Problem. Das Gesetz schreibt vor, dass die überlasteten Gesundheitsämter mehr Last erhalten. Warum? Nicht der Datenschutz, sondern exakt dieses Gesetz verhindert die Effizienz der CWA.

    Der schnellste Weg ist:
    – Anonymes Tracing + Anonymes Checkin
    – Positivmeldung bei Erkrankung –> extrem schnelle Warnung der Kontakte
    – App zeigt rot –> Kontakte erhalten direkt eine Testmöglichkeit für einen Schnell-/PCR-Test
    – Ist derjenige positiv gehts wieder mit der Warnung der nächsten los. (Gesundheitsamt RKI erhält übers Labor die Positivmeldung)
    – Das Gesundheitsamt erhält durch die API die Möglichkeit des Abrufs der generierten Kontakt-/Checkin-IDs zur Clustererkennung aller positiven (quasi das, was die App zum prüfen herunterlädt)

    et voilà –> es ist alles geforderte da. Maximaler Datenschutz, maximaler Ertrag dadurch, dass man endlich mal Entscheidungsgrundlagen für das Pandemiegeschehen auf Basis der Clustererkennung hat.

    Die ineffiziente Komponente des Prozesses (Gesundheitsamt) wird hier nur informativ involviert. Genau wie es für eine schnelle Durchlaufzeit sein muss.

  7. Uwe Reinemann am

    Solange sich der Infizierte sich selbst mit der APP registrieren lassen muss, ist sie sinnlos. Und was ist mit den Asylanten, die der deutschen Sprache nicht mächtig sind oder die APP nicht kennen ? Datenschutz geht hier vor Rettung von Leben. Wir leben in einer Bananenrepublik. Wir schaffen das nicht.

    • R. Fleischer am

      Können Sie nur einen Fall konkreten, nachgewiesenen Fall nennen, innerhalb dessen ein/e Bürger/in an/mit/durch Covid wegen zu strenger, bürokratischer Datenschutzvorgaben verstorben ist? Wie kann es sein, dass trotz bestehender Kontaktbeschränkungen, 26 Millionen Warnapp-Downloads, Semi-/Voll-Lockdowns und Impfkampagne, der Inzidenzwert steigt und die Intensivbeatmungsstationen voll belegt sind? Ist das nicht eher eine Frage von zu lascher Eigenverantwortung, Disziplin und dem eigenen Umgang mit den Spielregeln (AHA etc.), als eine Frage des ggf. extrem gelockerten Datenschutzes? Erst vorige Woche, sah ich rund 20 Personen (Eltern und Kleinkinder) auf einem öffentlichen Spielplatz, o h n e Atemschutzmasken – tolle Vorbilder, solche „Eltern“. Der Nachbar, von schräg gegenüber, feierte kürzlich seine Goldhochzeit, mit rund 30 Personen. Da ging kein einziger mit Atemschutz ins Haus rein oder raus. Bei genau diesen Bürger/innen, mit genau dieser L M A A-Einstellung, liegt das Problem! Was bringt irgendeine App auf dem Handy solcher Figuren; egal, ob freiwillig oder auf Anordnung installiert?

      • Christoph Herrmann am

        Eine App Verspricht nicht dem Nutzer Einsicht zu bringen Solange Menschen meinen sie müssen sich über alle Regeln und Warnungen hinwegsetzen denen wird eine App auch nicht helfen Es geht um die Menschen die ein Interesse daran haben andere und sich selbst zu schützen Es geht um Gewerbetreibende die viel investiert haben in Sicherheitskonzepte und die mit einer App ein weiteres Interesse haben an der Kontaktmachverfolgung Diese Gewerbe mit solch einem Konzept sind auf jeden Fall zu unterstützen

    • Iwanowski am

      Nein, das ist eine Beleidigung – für die Bananenrepublik. Diese Menschen müssen mit einem ganz anderen System leben. Daher, wir leben auf dem Mond, und zwar auf der Rückseite!

  8. Heinz Johannes LOGES am

    Sehr geehrte Damen und Herren, es muss die Weltweite Corona Pandemie ein Ende Erzielt werden – da es sonst Unverhofft mehr Tote geben wird als erwünscht, H. Joh. L. Do. 08.04.2021

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