US-Senat stellt nicht die richtigen Fragen – die stellt keiner

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US-Senat stellt nicht die richtigen Fragen – die stellt keiner

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Am 6. November stehen in den USA mal wieder Wahlen an. Diesmal die Midterms – sozusagen die Halbzeit in der Präsidentschaft. Es geht um das Repräsentantenhaus und ein Drittel der Sitze im Senat. Das ist schon was. Verhindern will die Politik aber vor allem sicher, dass erneut Mächte aus dem Ausland Einfluss auf die Wahlen nehmen könn(t)en – über die Sozialen Netzwerke. So wie es bei der letzten Präsidentschaftswahl offensichtlich geschehen ist.

US-Präsident Trump wehrt sich gegen Google und Facebook; Rechte: dpa/Picture Alliance

US-Präsident Trump wehrt sich gegen Google und Facebook

Zwei der drei Großen nehmen die Sache Ernst

Deswegen hat der US-Senat am heutigen Mittwoch (05.09.2018) Facebook, Google und Twitter vorgeladen. Sie sollen erklären, was sie an ihren Geschäftspraktiken geändert haben, um eine (erneute) Einflussnahme aus dem Ausland zu verhindern. Facebook hat seine Geschäftsführerin Sheryl Sandberg geschickt und die Kernaussagen gut vorbereitet. Twitter wird durch Gründer Jack Dorsey vertreten und hat seine Verteidigung ebenfalls bereits öffentlich gemacht. Google hingegen hat keinen hohen Vertreter geschickt und wickelt die Befragung lieber schriftlich ab.

Sonderlich geschickt scheint mir das nicht. Zwar wurden bislang nur Facebook und Twitter Ungereimtheiten und Vergehen nachgewiesen, aber Google ist eine mächtige Kraft im Onlinemarkt – und kontrolliert das größte Stück des Werbekuchens. Da wäre Google gut beraten, die Sache ernst zu nehmen und jemanden zu schicken, der dem Ernst dieser Lage auch entspricht. Stattdessen signalisiert Google: Ihr könnt uns nix und wir machen sowieso was wir wollen. Und das, obwohl gerade US-Präsident Trump mächtig gegen Google wettert und generell allen Sozialen Medien Manipulation unterstellt.

https://vimeo.com/281836683

Google lässt sich manipulieren – verhindert aber Filterblasen

Es werden die falschen Fragen gestellt

Keine clevere Botschaft, die Google da sendet. Es geht allerdings am Kern der Sache vorbei, wenn die Chefs aus dem Silicon Valley lediglich Rede und Antwort stehen müssen in der Frage, ob Kräfte aus dem Ausland auf die ein oder andere Weise Einfluss auf die US-Wahlen nehmen können. Viel wichtiger ist die Frage: Wenn selbst auf die US-Wahlen Einfluss genommen werden kann, worauf dann noch alles?

Die ehrliche Antwort ist natürlich: Auf so ziemlich alle Lebensbereiche. Das macht sogar das Wesen der Sozialen Medien aus, so verdienen sie ihr Geld. Das scheint die US-Politik aber nicht sonderlich zu interessieren. Sie konzentrieren sich auf die Wahlen, was ich extrem dünn finde. Eigentlich hätten schon lange alle Alarmglocken schrillen müssen: Es braucht eine ernsthafte Untersuchung, welchen Einfluss Soziale Medien auf die Gesellschaft haben – und welche Art und welchen Grad von Kontrolle eine Gesellschaft will.

Diese Diskussion ist allerdings nicht nur in den USA (über)fällig, sondern auch bei uns. Nach Abklingen des Cambridge-Analytica-Erdbebens hört man in dieser Sache hier auch nichts mehr. Ebenso fatal. Durch Weggucken hat sich noch kein Problem wirklich aufgelöst. Probleme werden dadurch in der Regel größer.

 

 

Über den Autor

Jörg Schieb ist Internetexperte und Netzkenner der ARD. Im WDR arbeitet er trimedial: für WDR Fernsehen, WDR Hörfunk und WDR.de. In seiner Sendung "Angeklickt" in der Aktuellen Stunde berichtet er seit 20 Jahren jede Woche über Netzthemen – immer mit Leidenschaft und leicht verständlich.

2 Kommentare

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    • Fritz Eierschale am

      Ich wäre auch gesegnet wenn der Post von leonard nicht so viele Rechtschreibfehler beinhalten würde.

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