Vodafone macht Ernst mit IoT

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Vodafone macht Ernst mit IoT

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Seit Jahren ist das Internet der Dinge (Internet of Things, IoT) ein großes Thema. Im Privatbereich hat IoT bislang aber nicht so wirklich Einzug gehalten, sieht man mal von ein paar Smart-Home-Geräten ab, etwa vernetzte Thermostate oder Rauchmelder. Doch nun wagt Vodafone einen großen Sprung nach vorne: Der Mobilfunkanbieter kommt gleich mit mehreren IoT-Lösungen auf den Markt, die ausschließlich Privatleute ansprechen sollen. Vernetztes Gepäck, GPS-Ortung für Kind und Hund sowie einer vernetzten Kamera.

Hund mit V-Pet um den Hals: Ständige Ortung möglich; Rechte: Vodafone

Hund mit V-Pet um den Hals: Ständige Ortung möglich

Ständig vernetzte Geräte

V-Bag, V-Pet, V-Auto und V-Camera heißen die Produkte, die seit Dienstag (07.11.2017) ganz offiziell bei Vodafone zu haben sind. V-Pet zum Beispiel ist ein GPS-Ortungsgerät, das man seinem Haustier (Hund, Katze, Maus…) um den Hals hängen kann. Dank GPS-Empfänger lässt sich stets der aktuelle Aufenthaltsort bestimmen – und dank integrierter SIM-Karte dieser Aufenthaltsort auch per Mobilfunk übermitteln. Mit V-Bag lassen sich Taschen, Rucksäcke oder Tornister orten. Mit V-Camera kann eine Außen-Webcam auch ohne WLAN betrieben werden.

In allen Fällen verkauft Vodafone in erster Linie eine SIM-Karte. Die Geräte sind nur Mittel zum Zweck. Kostenpunkt für die ständige Vernetzung: ab sieben Euro im Monat. Wer 20 Geräte vernetzen möchte, kommt also ganz schön ans Bezahlen… Aber vermutlich gibt es irgendwann Pakete, die mehrere SIM-Karten enthalten für einen dann reduzierten Preis. Wichtig ist für Vodafone, den schnell waschsenden IoT-Markt zu besetzen. Mit „V by Vodafone“. Gesteuert und bedient werden die Geräte mit Hilfe einer speziellen App, die Vodafone bereitstellt.

Internet of Things: Alle Geräte mit der Cloud verbunden; Rechte: Pixabay

Internet of Things: Alle Geräte mit der Cloud verbunden

Ständig vernetzte Geräte

Technisch interessant, keine Frage. Und hier und da womöglich sogar nützlich, etwa wenn man den Firmenwagen überwachen möchte oder wissen will, wo das Haustier gerade rumläuft. Worum sich allerdings keiner Gedanken macht, ist: Wohin soll das führen? Es ist doch heute schon ein Problem (und auch allgemein bekannt), dass jedes Smartphone ein perfekt geeignetes Überwachungsinstrument ist. Nicht nur Google, Apple und Microsoft wissen, wo wir uns aufhalten, sondern auch viele App-Anbieter – wenn wir unseren Standort mit den Apps teilen.

Statten wir nun auch noch freiwillig und auf eigene Kosten Haustiere, Koffer, Tornister, Taschen, Webcams und Autos mit Überwachungsinstrumenten aus, dürfen wir uns weder wundern, noch beschweren, wenn sich das Netz der Überwachung immer enger zusammenzieht. Man muss kein Hysteriker oder Dystopist sein, um davon auszugehen, dass diese Möglichkeiten garantiert missbraucht werden. Wir sollten uns also gut überlegen, ob wir auch Armbanduhr, Bohrmaschine, Duschkopf, Kühlschrank, Haustür, Fahrrad, Rasierapparat, Fahrstuhl und Schminkspiegel zu IoT-Geräten machen wollen.

 

Über den Autor

Jörg Schieb ist Internetexperte und Netzkenner der ARD. Im WDR arbeitet er trimedial: für WDR Fernsehen, WDR Hörfunk und WDR.de. In seiner Sendung „Angeklickt“ in der Aktuellen Stunde berichtet er seit 20 Jahren jede Woche über Netzthemen – immer mit Leidenschaft und leicht verständlich.

3 Kommentare

  1. Muscolino Giovanni am

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  2. Wenn man isoliert die Idee und die vorstellbar legalen Möglichkeiten betrachtet, dann wäre es ein Technologiesprung sondergleichen, leider bremsen Unachtsamkeit, „schlechtes Gedankengut“ und Profitgier einiger wenige diesen brutal aus. Es ist paradox, wenn wir uns durch berechtigte Paranoia den Fortschritt selbst verbauen und viele Ideen mit guter Absicht nicht nutzen können, weil das Missbrauchspotential heutzutage höher ist als der Alltagsnutzen.

    • Christian am

      Vielleicht bin ich ein ewig gestriger. Ich bin durchau technikaffin und auch beruflich im Bereich der Informationstechnik unterwegs. Dennoch kann ich mit dem Ortungswahn – wenn man den jetzt mal einzeln betrachtet – nichts anfangen. Ich finde beispielsweise die Kontrollsucht mancher Helikoptereltern mehr als bedenklich. Dieses Angebot von Vodafone bedient natürlich gerade diese Klientel.

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