Wann die Facebook-Seiten von Elon Musk wohl wieder online gehen!?

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Wann die Facebook-Seiten von Elon Musk wohl wieder online gehen!?

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Für Facebook ist der Skandal um den millionenfachen Datenmissbrauch die größte Krise der noch jungen Unternehmensgeschichte. Für andere möglicherweise die Gelegenheit für einen gelungenen PR-Stunt. Diese Gelegenheit könnte am Wochenende auch Elon Musk genutzt haben, der den Facebook-Auftritten seiner Unternehmen Tesla und SpaceX öffentlichkeitswirksam den Stecker gezogen hat – zumindest fürs Erste.

In der Berichterstattung am Wochenende hieß es fast durchgängig, dass die entsprechenden Facebook-Seiten “gelöscht” wurden. Die Vorlage, die Elon Musk dafür im Gespräch mit WhatsApp-Mitgründer Brian Acton bei Twitter geliefert hat, war vermutlich zu gut. Unter dem Hashtag #deletefacebook hatte Acton dazu aufgerufen, dem sozialen Netzwerk den Rücken zu kehren. “Will do”, antwortete Musk.

Dabei kann man Facebook-Seiten nicht nur löschen. Man kann sie auch deaktivieren. Ruft man die Adressen auf, unter denen die Auftritte von Tesla und SpaceX bisher erreichbar waren, heißt es auch nur: “Leider ist dieser Inhalt derzeit nicht verfügbar.” Kaum ein Bericht, auf den ich am Wochenende gestoßen bin, ist auf die Möglichkeit eingegangen, dass man die Seiten vermutlich jederzeit wieder online schalten könnte. Schließlich wäre es für Elon Musk ein unternehmerischer Wahnsinn, sich die Möglichkeit zu nehmen, die bisher jeweils rund 2,6 Millionen Fans über Facebook zu erreichen.

https://www.youtube.com/watch?v=QYFniXY96BQ
Wenn Elon Musk auf technische Innovation setzt und keine reinen PR-Stunts vollführt: An der Entwicklung des Hyperloops ist auch eine Gruppe von Münchener Studierenden.

Kurz gesagt: Elon Musk vollführt da gerade vermutlich einen PR-Stunt – und viele Medien spielen mit. Denn dass Unternehmen sowie Nutzerinnen und Nutzer Facebook nach dem Datenskandal den Rücken kehren, passt auch einfach zu gut in die Geschichte.

Dabei müsste man es bei Elon Musk besser wissen. Oder wie Vox es formuliert: “Der Typ, der ein Unternehmen namens ‘Boring Company’ gegründet und es dazu genutzt hat, 20.000 Flammenwerfer zu verkaufen. Der ein Unternehmen ‘Thud’ genannt hat und niemandem verrät, wofür es da ist. Der dem Tesla einen Biowaffen-Verteidigungsknopf spendiert hat. Mit Musk ist es oft schwer zu sagen, ob es gerade wirklich um technische Innovation, eklatantes Trollen oder einen Mix aus beidem geht.”

Gerade, wenn es um Elon Musk geht, ist ein kurzer Schritt zurück immer eine gute Idee. Eine kritische Betrachtung seines geschickten Agendasettings. Eine kleine Einordnung seiner bisherigen PR-Stunts – inklusive der Möglichkeit, dass es auch beim nächsten Mal wieder einer sein wird. Und bis dahin nehme ich gerne noch Wetten an, wie viele Tage nun noch vergehen werden, bis die angeblich gelöschten Facebook-Auftritte von Tesla und SpaceX wieder online sind, als wäre nichts geschehen.

Über den Autor

Dennis Horn, offline geboren 1981 in Köln, arbeitet als Experte für Digitalthemen in der ARD und moderiert im Deutschlandradio. Er hofft, dass eines Tages die Angst vor dem "bösen Internet" stirbt, und wünscht sich mehr Spaß am Netz und weniger Hysterie.

3 Kommentare

  1. Laut einer Webstatistik (hier: SimilarWeb, Stand heute) – die natürlich immer mit gebotener Vorsicht zu genießen ist ;) – liegt Teslas Website auf Rang 5212 im globalen Websiteranking und hat durchschnittlich rund 12,28 Millionen Seitenaufrufe/Monat .
    Diese Seitenaufrufe resultieren zu 57,54% aus Suchmaschinen, zu 26,01% aus Direkteingabe und nur zu 4,62% aus Social Media.
    Von diesen 4,62% lassen sich (laut Statistik) wiederum 40,9% der Seitenaufrufe auf Youtube, 20,11% auf Reddit und nur 14,51% auf Facebook zurückführen.
    Elon Musks Facebookabmeldung scheint, selbst wenn sie tatsächlich endgültig sein sollte, somit durchaus verkraftbar zu sein – zumindest, wenn man d(ies)er Statistik (ver)trauen kann …

    • Dennis Horn am

      @C.Z.: So kann man argumentieren – wenn man Website-Referrer für den einzigen Erfolgsfaktor für Unternehmensauftritte bei Facebook hält. Das sind sie aber nicht.

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