Warum Ihr Euch die 1.1.1.1 merken solltet

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Warum Ihr Euch die 1.1.1.1 merken solltet

Kommentare zum Artikel: 11

Praktisch immer, wenn wir im Netz Inhalte abrufen, etwa Webseiten, Bilder, Videos oder Grafiken, erfolgen Zugriffe auf den im Rechner oder Mobilgerät hinterlegten DNS-Server. DNS – das steht für „Domain Name System“. Er macht aus wdr.de zum Beispiel die IP-Adresse 149.219.205.51. Ohne DNS-Server könnten wir Domains wie wdr.de, schieb.de oder google.com einmotten. Sie haben nämlich ohne die „Übersetzung“ in IP-Adressen keinerlei Bedeutung.

Cloudflare führt einen neuen DNS-Server ein; Rechte: Cloudflare

Cloudflare führt einen neuen DNS-Server ein

1.1.1.1 antwortet sehr schnell

Die meisten User wissen nichts von der Existenz des im  Hintergrund arbeitenden DNS. Für gewöhnlich wird beim Einrichten der eigenen DSL-Leitung oder beim Installieren des Mobilgeräts irgendein öffentlich zugänglicher DNS-Server eingetragen. Manchmal die eigenen vom Provider, manchmal ganz andere. Man könnte das für belanglos halten. Ist es aber nicht. Denn der DNS-Server entscheidet, wie schnell wir auf Daten zugreifen können. Außerdem bekommt der DNS-Server eine Menge mit. Etwa, zu welchen Servern wir Kontakt herstellen. Auf diese Weise entstehen Nutzungsprofile.

Jetzt gibt es mit 1.1.1.1 einen neuen DNS-Dienst, den jeder kostenlos nutzen darf. Zur Verfügung gestellt von Cloudflare, einem US-Unternehmen, das auf die Optimierung der Zugriffsgeschwindigkeit im Netz spezialisiert ist. Und tatsächlich: Cloudflares DNS-Dienst 1.1.1.1 ist im Test doppelt so schnell wie die DNS-Server von Google (8.8.8.8) und Co. Das ist wirklich beachtlich. Bedeutet nämlich konkret: Jedes einzelne Bild, jede Webseite, jedes Video wird deutlich schneller geladen.

https://vimeo.com/263126663

Wie vertrauensvoll ist ein amerikanischer DNS-Dienst?

Cloudflare verspricht darüber hinaus mehr Sicherheit. Auf Wunsch lassen sich die Domain-Abfragen nämlich verschlüsselt durchführen. Und: Die Logdateien des DNS-Servers werden angeblich nach 24 Stunden gelöscht. Damit wären dann alle Spuren der eigenen Nutzung verwischt. Freilich nur, wenn das stimmt – was wir nicht überprüfen können. Aus diesem Grund sind manche User zurückhaltend, einen DNS-Server zu nutzen, der technisch gesehen in den USA steht. (Wenngleich Kopien davon auch in Europa und Asien arbeiten.)

Dabei bieten öffentlich zugängliche DNS-Systeme wie 1.1.1.1 oder Quad9 (hier werden Webseiten mit Schadcode blockiert) einen weiteren Vorteil: Kommen sie in Ländern wie der Türkei zum Einsatz, lassen sich in der Regel auch gesperrte Inhalte abrufen. Denn das ist die einfachste Methode, um komplette Domains zu sperren: Sie aus dem DNS streichen.

Wer 1.1.1.1 mal ausprobieren möchte, muss nur die IP-Adressen 1.1.1.1 und 1.0.0.1 (als Fallback) in die Netzwerkoptionen eintragen (siehe Video).

 

Über den Autor

Jörg Schieb ist Internetexperte und Netzkenner der ARD. Im WDR arbeitet er trimedial: für WDR Fernsehen, WDR Hörfunk und WDR.de. In seiner Sendung "Angeklickt" in der Aktuellen Stunde berichtet er seit 20 Jahren jede Woche über Netzthemen – immer mit Leidenschaft und leicht verständlich.

11 Kommentare

  1. Hmm, welchen DNS-Server nutze ich denn aktuell? Wenn ich die hinterlegte IP (192.168.178.1) in die Adresszeile eingebe lande ich auf der Subnetzmaske meiner FRITZ!-Box. Ist dann die FRITZ!-Box der DNS-Server?

  2. Das ist Quatsch. Der Rechner fragt doch nur einmal ab welch ip zu einem domainnamen gehört. Was danach passiert hat mit dem DNS nichts mehr zu tun.

  3. DNS Benchmark Tool (portabel = keine Installation, 166 KB) hier
    grc.com/dns/benchmark.htm
    kostenlos downloaden und einfach mal ausprobieren.
    @Mattes & Hannes: auch bei mir KEINE merkliche Verbesserung.

  4. Der Artikel suggeriert dem Leser, dass die Verwendung eines schnelleren DNS-Service die Geschwindigkeit des eigenen Anschlusses, explizit der Down-/Uploadrate, erhöht. So ist es ja nun nicht. Allenfalls die Anfrage beim DNS geht schneller. Bei heutigen DSL-Anschlüssen sollte die Zeitersparnis vernachlässigbar klein sein.

    • @Hans, danke für den Hinweis. Ich wollte nicht den Eindruck erwecken, dass Downloads schneller erledigt wären. :) Das auf keinen Fall. Beim Surfen auf Webseiten mit den Dutzenden Quellen, die heute so angefordert werden, kann das schon ein bisschen bringen – ist aber selbstverständlich nicht der Durchbruch.

  5. „Bedeutet nämlich konkret: Jedes einzelne Bild, jede Webseite, jedes Video wird deutlich schneller geladen.“

    Weil die Server Adresse schneller gefunden wird (nichts anderes macht DNS), werden die Bilder etc. vom Server doppelt so schnell übertragen?

    Und Cloudflare ist auf „die Optimierung der Zugriffsgeschwindigkeit im Netz spezialisiert“?
    Wenn ich meine Homepage über Cloudflare suche, ist dadurch das Routing schneller?

    Irgendwie mächtig viel PR Bullshit oder hängt dahinter ein Proxy der die Site im Cache hält?

    • @Mattes, ich habe nicht behauptet, dass der Download einer Datei doppelt so schnell ist. Bitte genauer lesen. Cloudflare ist durchaus ein auf Performance und Sicherheit spezialisiertes Unternehmen. Es bietet zum Beispiel CDN-Dienste an. Das dürfte auch bekannt sein, deshalb weiß ich nicht, was der Angriff soll.

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