Warum Windows 11 Android-Apps auf den PC bringt

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Warum Windows 11 Android-Apps auf den PC bringt

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Anfangs war es nur ein Gerücht, seit Donnerstag ist es Gewissheit: Microsoft bringt Ende des Jahres ein neues Windows auf den Markt. Es soll Windows 11 heißen, deutlich moderner und stylischer aussehen – mit runden Ecken, leicht durchscheinenden Fenstern und Lichteffekten – und darüber hinaus auch viele neue Extras bieten. Die Welt dreht sich, die Geschmäcker verändern sich – das soll Windows 11 abdecken.

Start-Menü in der Mitte - eine kleine Revolution; Rechte: WDR/Schieb

Start-Menü in der Mitte – eine kleine Revolution

Microsoft Store reloaded

Fair enough. Doch eine Neuerung ist besonders interessant und verdient meiner Ansicht nach deshalb auch etwas mehr Aufmerksamkeit: Microsoft renoviert seinen „Microsoft Store“ (so heißt die App-Store in der Windows-Welt) – und das gleich auf mehreren Ebenen. Die vielleicht wichtigste Neuerung: Es wird möglich sein, auf einem Windows-11-Rechner Android-Apps einzusetzen.

Das ist doch mal eine Nachricht. Ein Betriebssystem macht es möglich, Anwendungen (Apps) aus einer anderen Betriebssystem-Welt zu nutzen. Bedeutet konkret: Wer Windows 11 einsetzt, kann künftig auf seinem Rechner dieselben Apps benutzen, die auch auf dem Android-Smartphone laufen. Ich würde sagen, das ist ein echter Pluspunkt.

Android-Apps laufen auf Windows-11-Rechnern

Microsoft denkt sich dabei natürlich etwas. Das Unternehmen gesteht sich offensichtlich ein, dass es nicht gelungen ist, Windows in die Mobilwelt zu bringen. Smartphones mit Windows-Betriebssystem waren nie besonders populär – und gibt es jetzt gar nicht mehr. Lediglich im Tablet-Markt kann Windows punkten: Die Surface-Rechner von Microsoft selbst sind gute Geräte – und auch recht populär.

Die Folge: Entwickler haben weniger Interesse an Windows-Nutzern. Denn es lohnt sich viel mehr, Apps für Android oder iOS zu entwickeln. Mehr Nutzer = mehr Umsatz. Da bleiben meist keine Kapazitäten, sich auch noch mit Windows zu beschäftigen.

Doch jetzt sieht die Welt anders aus: Da Android-Apps auf Windows-Rechnern laufen, lohnt es sich, vielleicht kleine Änderungen vorzunehmen, damit die Apps auf den meist großen Displays der Windows-Rechner noch besser aussehen. Mehr Apps, das macht auch die Rechner mit Windows 11 vielseitiger und damit populärer.

Der neue Microsoft Store unterstützt auch Android-Apps; Rechte: WDR/Schieb

Der neue Microsoft Store unterstützt auch Android-Apps

App-Entwickler müssen keine Provision  mehr zahlen

Doch Microsoft hat noch einen klugen Schachzug gemacht: App-Entwickler können auf Windows-11-Rechnern eigenen Verfahren einbauen, um Gebühren für die Apps zu berechnen. Sie brauchen nichts an Microsoft abzuführen. Keine Provision. Bei Apple und Google sind es bis zu 30% – was erheblichen Ärger bei den App-Entwicklern auslöst.

Windows 11 mag zwar technisch keine Revolution sein und auch in puncto Bedienung nur kleine Veränderungen mit sich bringen – doch das mit dem neu-aufgestellten Microsoft Store, das ist eine kleine Revolution.

https://vimeo.com/568403660

Über den Autor

Jörg Schieb ist Internetexperte und Netzkenner der ARD. Im WDR arbeitet er trimedial: für WDR Fernsehen, WDR Hörfunk und WDR.de. In seiner Sendung "Angeklickt" in der Aktuellen Stunde berichtet er seit 20 Jahren jede Woche über Netzthemen – immer mit Leidenschaft und leicht verständlich.

7 Kommentare

  1. Mir fällt auf die Schnelle auch keine App ein, die ich unbedingt auf dem Windows-PC haben müsste. Und wenn es unbedingt nötig wäre, würde ich mir einen Android-Emulator (MEmu oder sowas) installieren. Es gibt doch nun wirklich genug „echte“ Dekstop-Programme, die wesentlich umfangreicher ausgestattet und für Windows optimiert sind. Das mag vielleicht hier und da oder z.B. in der App-Gamer-Szene anders sein? Aber Android-Apps sind auch immer wieder Einfallstore für Schadcode oder kriminelle Absichten, wenn man sich nur die großen Bereinigunsaktionen ansieht, in denen mitunter einige Hundert auf einmal aus den App-Stores verschwinden. Ich denke auch, die wollen den online-Kontenzwang langfristig durchboxen und die Nutzer immer mehr unter die exklusive Store-Fuchtel nehmen, noch mehr User-Daten abzocken und natürlich noch mehr Knete machen.

  2. „Smartphones mit Windows-Betriebssystem waren nie besonders populär“

    Einspruch Euer Ehren

    Windows-Mobile hatte in Europa durchaus beachtliche Marktanteile, teilweise über iOS (z.B. in Italien). Ein Fundament auf dem man hätte weiter aufbauen können.

    Doch es scheint, dass der maßgebende Markt für Microsoft alleinig der Amerikanische war und ist, hier kam Windows-Mobile nicht groß an.

  3. Es liegt wohl auch daran das Microsoft sein Geschäftsmodell geändert hat und mittlerweile nicht ausschließlich durch Windows Lizenzen Geld verdient.

  4. warten wir es ab.
    Außerdem, Ich habe noch ein Windows phone Lunia 950 in der Schublade.
    Vllt. kommt es bald wieder zum Einsatz…

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