Weg mit der Werbung in Games!

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Weg mit der Werbung in Games!

Kommentare zum Artikel: 4

Früher hat man Spiele gekauft – in der Box oder online – und dann losgelegt, an der Konsole, auf dem PC. Heute bezieht man Games praktisch ausschließlich online. Vor allem auf Smartphone und Tablet ist das so. Der Verdrängungswettbewerb ist gigantisch. Also sind die meisten Spiele gratis, damit sie überhaupt eine Zielgruppe finden. Bezahlen müssen die User auf andere Weise – auf der Gamescom leider kein Thema.

Auf der Gamescom 2018 gibt's jede Menge neuer Spiele; Rechte: dpa/Picture Alliance

Auf der Gamescom 2018 gibt’s jede Menge neuer Spiele

Der Preis von Gratis-Games: Jede Menge Werbung

Das Problem: Vor allem Kinder und Jugendliche laden gerne Gratis-Games. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass sie Mama und Papa nicht fragen müssen. Denn wenn sie ein paar Euro kosten, kommt garantiert die Frage: Was ist das denn eigentlich? Muss das sein? Kostenlose Spiele hingegen haben eine größere Chance, von Mama und Papa durchgewunken zu werden. Und das Taschengeldkonto muss auch nicht angegriffen werden.

Doch auch die Anbieter von Gratis-Games müssen Geld verdienen. Nur die wenigsten Anbieter betreiben das Entwickeln von Games als Hobby. Wie wird also verdient? With ads, stupid! Mit Werbung, Dummerchen. Ist doch klar. Doch das bekommen die Eltern dann entweder gar nicht oder kaum mit. Hauptsache, die Kids sind begeistert und beschäftigt.

Doch viele Games präsentieren praktisch ununterbrochen Werbung. Nicht nur mal eben kurz am Bildschirmrand, sondern bildfüllend. Sie unterbrechen den Spielfluss und zeigen eine gefühlte Ewigkeit Reklame, die oft nur schwer wieder wegzuklicken ist. Oft Werbung für andere Games, aber auch häufig ganz “normale” Werbung für Konsumerprodukte. Kinder erdulden diesen Zeitdiebstahl in der Regel anstandslos – und machen weiter, wenn der dreiste Werbeblock zu Ende geht.

https://vimeo.com/286137614

Immer mehr Werbung in Game-Apps

Kids werden an Werbung gewöhnt

Ich sehe gleich mehrere Probleme. Die Kids gewöhnen sich daran, dass Werbetreibende über ihre Lebenszeit bestimmen. Hier mal 30 Sekunden, dort mal 30 Sekunden. Das summiert sich. Eine Menge Lebenszeit, die einem da geklaut wird. Außerdem verändert Werbung den Menschen – sonst gäbe es sie nicht. Sie erzeugt Bedürfnisse, sie macht mit bislang unbekannten Dingen vertraut, sie ödet an oder erzeugt Langeweile. Nur eins ist Werbung in meinen Augen nicht: folgenlos.

Werbung ist nicht gut – vor allem nicht für Kinder. Hirnforscher Prof. Manfred Spitzer sogar sieht generell ein Problem in der Smartphone-Nutzung durch Kindern, erst recht, wenn diese Nutzung – durch Werbung – noch gesteigert wird.

Eltern haben keinerlei Kontrolle, was den Kindern an Werbung präsentiert wird. Deshalb sollte sie für Kinder unter 12 Jahren verboten werden. Man stelle sich das mal vor: Niemand kontrolliert, wie viel Werbung in den Spielen gezeigt werden darf. Beim Kommerzfernsehen ist wenigstens der zeitliche Anteil geregelt. Außerdem interessiert es auch niemanden, welche Werbung die Kids zu sehen bekommen. Das ist ein Skandal. In der Onlinewelt und in Games sollte Werbeverbot für Kids unter 12 Jahren herrschen. Geht bei Tabakwerbung ja auch.

 

 

Über den Autor

Jörg Schieb ist Internetexperte und Netzkenner der ARD. Im WDR arbeitet er trimedial: für WDR Fernsehen, WDR Hörfunk und WDR.de. In seiner Sendung "Angeklickt" in der Aktuellen Stunde berichtet er seit 20 Jahren jede Woche über Netzthemen – immer mit Leidenschaft und leicht verständlich.

4 Kommentare

  1. Hallo Freund, ich bin so glücklich, dass ich endlich meinen Kredit von einem echten Kreditgeber, Herrn Richard Kenneth, bekommen habe. Ich bin so gesegnet, dass ich endlich gekommen bin
    was ich gesucht habe, mailen Sie ihm auch, wenn Sie einen Kredit benötigen über: richardloancompany4@gmail.com

  2. Robert Pohli am

    1. Grundsätzlich ist es immer schlecht wenn Eltern nicht wissen was ihre Kinder machen. Das gilt für jedes Spielzeug.

    2. Es werden auch Apps angeboten die man kaufen kann. macht aber nur keiner. Warum? Eltern zahlen doch auch für eine Puppe oder ein Spielzeugauto.

    3. Fernsehen sollte dann auch verboten werden. Wäre kein Problem, gibt ja Netflix, Prime, Maxdome etc.

    4. Wie soll so ein Verbot technisch umgesetzt werden. Kann man das Alter technisch ermitteln. ID, Passwörter etc. haben Kinder doch schnell raus, wenn Mama genervt ist ZACK Problem gelöst.

    Das Grundproblem sind doch Eltern, die Ihre Kinder vernachlässigen. Die sollte man verbieten, aber das geht halt schlecht. Und das wird sich auch nie ändern.
    Aber wenn man die Jugendämter wegspart…gut, anderes Problem.

  3. SUCHTFREI_UND_UNABHÄNGIG am

    “Weg mit der Werbung in Games!” ?
    Nein: Weg mit den Games!
    Gegen Verblödung und Sucht!

  4. Das ist der Preis der Umsonst-Kultur. Da die Spiele schon blödsinnig genug sind, kommt es bei der Zielgruppe nicht auf durch Werbung vergeudete Lebenszeit an.

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