Wenn die Großen auf der CeBIT fehlen

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Wenn die Großen auf der CeBIT fehlen

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Die CeBIT galt bisher als größte und wichtigste Fachmesse für Computer und Hightech weltweit. Als sie im März 1986 zum ersten Mal stattgefunden hat, gab es nirgendwo sonst auf der Welt etwas Vergleichbares. Da ich lange vor dem ersten iPhone geboren bin, kann ich mich sogar noch daran erinnern: Ich war auf der ersten CeBIT in Hannover – und danach jedes Jahr wieder. Mittlerweile gibt es Dutzende Messen, die mit der CeBIT vergleichbar sind. Es hat sich eine Menge geändert. Vor allem, wer zu CeBIT kommt.

CeBIT 2017: Erstmals ohne Microsoft

CeBIT 2017: Erstmals ohne Microsoft

Weder Apple noch Microsoft

Apple zum Beispiel ist schon lange nicht mehr auf der CeBIT vertreten. Die Apfel-Company fährt schon seit Jahren einen ganz eigene Kurs: Hausmessen und eigene Events. Alles andere spielt keine Rolle. Kann man sich vielleicht leisten, wenn man Trendsetter ist und alle zu einem kommen, wenn man etwas zu sagen hat. Dieses Jahr ist aber auch ein anderes Unternehmen zum ersten Mal nicht mit eigenem Stand auf der CeBIT vertreten. Ein Unternehmen, das sozusagen stellvertretend für die Branche steht wie kein zweites: Microsoft.

Es gibt dieses Jahr keinen eigenen Microsoft-Stand mehr auf der CeBIT. Microsoft ist nur auf so genannten „Partnerständen“ in Hannover vertreten, zeigt zum Beispiel gemeinsam mit anderen, was man mit der Hololens-Brille anstellen kann, etwa in Unternehmen. Doch Microsofts Konsumerprodukte spielen in Hannover keine Rolle. Microsoft tritt gewissermaßen in die Fußstapfen von Apple: Wer hip ist, muss das nicht auch noch (für viel Geld) auf einer Messe demonstrieren. Früher hatte Microsoft riesige Flächen in Halle 2 gemietet. Heute müssen sich Microsoft-Mitarbeiter am Würstchen-Stand satt essen, wie alle anderen auch.

Surface Studio: Tischrechner von Microsoft

Wieder cool: Kommt ein Surface Smartphone?

Microsoft hat in den letzten Monaten tatsächlich einen Wandel durchgemacht. Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung am Sonntag richtig bemerkt, gilt Microsoft plötzlich wieder als cool. Das ist vor allem dem Surface zu verdanken. Der wandelbare Rechner hat mittlerweile viele Fans. Das neue Surface Studio kommt sogar bei den Kreativen gut an, sonst eine Domäne für Apple-Fans. Apples Ideenlosigkeit bei der Hardware (seit 2013 kein Update beim Desktop-Rechner Mac Pro, das letzte Update bei Macbook Air 2015) lockt immer mehr Apple-Fans ins Windows-Lager, etwa den Kolumnisten Seamus Bellamy, der nach 20 Jahren Apple zurück in die Windows-Welt gewechselt ist.

Es sieht so aus, als könnten demnächst sogar Surface-Smartphones auf den Markt kommen. Die Gerüchteküche brodelt jedenfalls … Das könnte wirklich interessant werden, da Microsoft vom positiven Image des Surface profitieren und gleichzeitig sein Cloud-Geschäft ausbauen könnte. Die CeBIT wäre ein schöner Ort gewesen, um solche Ideen und Hardware zu präsentieren.

 

Über den Autor

Jörg Schieb ist Internetexperte und Netzkenner der ARD. Im WDR arbeitet er trimedial: für WDR Fernsehen, WDR Hörfunk und WDR.de. In seiner Sendung "Angeklickt" in der Aktuellen Stunde berichtet er seit 20 Jahren jede Woche über Netzthemen – immer mit Leidenschaft und leicht verständlich.

1 Kommentar

  1. Martin Däniken am

    Herr Öttinger übernehmen Sie! Bringen Sie MS wieder auf die Cebit! Polish your Inglisch…
    and make #hannover great again!!!

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