Wenn die kleineren Ideen die größeren sind – ein Blick auf die Gadgets der IFA

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Wenn die kleineren Ideen die größeren sind – ein Blick auf die Gadgets der IFA

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Es muss nicht immer schneller und größer und schärfer sein. Manchmal sind die spannendsten Ideen auf der IFA in Berlin solche, die es entspannter und kleiner und intelligenter machen – und die findet man meistens erst, wenn man sich mit ein bisschen Zeit im Gepäck auch die kleineren Messestände vornimmt.

Eine Reihe guter Ideen gibt es zum Beispiel in der TecWatch-Halle der IFA zu sehen. Dort stellen vor allem Start-ups ihre Produkte vor, die noch nicht oder gerade erst frisch auf dem Markt sind. Eins meiner Highlights: die Docking Station von udoq – eine breite Metallleiste, mit der ich alle meine mobilen Geräte nebeneinander und auf einmal aufladen kann, (fast) egal, welchen Anschluss ich dafür benötige.

Die Docking Station bringt vier kleine, runde Adapter mit, die ich in die Metallleiste schieben und so positionieren kann, dass alle Geräte Platz haben. Das ist praktisch, denn damit enden die Zeiten, in denen man x Ladegeräte an x Steckdosen hängen musste. Ganz preiswert ist der Spaß allerdings nicht: Die 25 Zentimeter lange Version der Docking Station kostet 100 Euro, die 70 Zentimeter lange 180 Euro – und mögliche weitere Adapter, damit auch alle Geräte ihren Platz finden, kommen noch obendrauf.

SDC-1

„SDC-1“ heißt die Universalfernbedienung von Spin Remote, die so gar nicht nach einer Universalfernbedienung aussieht.

Spin Remote stellt mit der SDC-1 auf der IFA eine außergewöhnliche Fernbedienung für 100 Euro vor: eine Fernbedienung, komplett ohne Tasten, aber für alle Geräte. In diesem „halben Ei“ stecken Sensoren. Bewegt man die SDC-1, wandelt sie diese Bewegungen in Befehle um – nicht nur für Fernseher und Stereoanlage, sondern auch für Geräte, die Teil der Smarthome-Automatik sind, also zum Beispiel Jalousien oder die Lichtsteuerung.

Ein paar Beispiele: Man lässt die SDC-1 auf dem Tisch stehen und dreht sie – dann weiß der Fernseher, dass man das Programm wechseln möchte. Nimmt man das Gerät aber in die Hand und dreht es, weiß der Fernseher, dass man nur die Lautstärke ändern möchte. Kippt man das Gerät dagegen und dreht es dann erst, ist die Lichtsteuerung informiert, dass man die Deckenleuchte im Wohnzimmer ein wenig dimmen möchte. Welcher Befehl welches Gerät für welche Funktion anspricht, programmiert man per App.

Für komplizierte Funktionen ist das natürlich nichts. Für genauere Befehle aber bringt die Fernbedienung ein Touchpad an ihrer Unterseite mit. Und wer wirklich oft dieselben Dinge mit denselben Geräten macht, für den könnte die SDC-1 praktisch sein.

Virtual-Reality-Headset

Virtual Reality per Smartphone – für Einsteiger die preiswerte und deshalb spannende Variante.

Und dann wäre da noch die Virtual-Reality-Brillen, die im Grunde jeder schon kennt. Es müssen aber nicht gleich die Variante von 400 Euro für die PlayStation bis hoch zu 900 Euro für das zurzeit wohl beste Modell HTC Vive sein. Interessant zu sehen ist, wie viele reine Virtual-Reality-Headsets es mittlerweile gibt, die nur als Behälter fürs Smartphone fungieren. Erst das Smartphone macht dann per App den Ausflug in virtuelle Welten möglich – durch eingebaute Linsen guckt man mit diesen Headsets direkt aufs Display.

Solche Brillen gibt es schon länger – sogar zum Zusammenbasteln aus Pappe – aber die IFA macht deutlich, dass wir in diesem Jahr das erste dicke Weihnachtsgeschäft für die neue Technik vor uns haben könnten. Und wer ins Thema Virtual Reality einsteigen möchte, für den sind Headsets eine sehr preiswerte und spannende Möglichkeit.

Mehr Gadgets gefällig? Dann empfehle ich unseren kleinen Blicke auf die IFA heute Morgen auf WDR 2 und im ARD-Morgenmagazin.

Über den Autor

Dennis Horn, offline geboren 1981 in Köln, arbeitet als Experte für Digitalthemen in der ARD und moderiert im Deutschlandradio. Er hofft, dass eines Tages die Angst vor dem „bösen Internet“ stirbt, und wünscht sich mehr Spaß am Netz und weniger Hysterie.

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