Wenn Drucker gehackt werden

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Wenn Drucker gehackt werden

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Jetzt haben sich Hacker also Zugang zu Druckern und Kopiergeräten in Universitäten verschafft, um dort antisemitische Hetzkampagnen auszudrucken. Man kann sich die erstaunten Gesichter all jener vorstellen, die gerade neben dem Drucker stehen und auf ihren Ausdruck warten – und dann kommt ein Pamphlet heraus. Der Staatsschutz ermittelt gegen die offensichtlich aus dem Ausland operierenden Täter. Angesichts einer solchen Headline staunt der Laie: Drucker gehackt – das geht? Ja klar, das geht. Wenn ein Gerät mit WLAN oder sogar dem Internet verbunden ist, dann kann es grundsätzlich auch gehackt werden.Laptop-Tastatur Hacker; Rechte: dpa/Picture AllianceHacker haben sich Zugang zu Druckern verschafft

Gehackte Drucker können einiges verraten

Warum? Ganz klar: Im Inneren des Geräts gibt es Software, die dafür sorgt, dass das Gerät mit anderen Geräten kommunizieren kann. Moderne Drucker haben heute oft eine umfangreiche und auch komfortable Regiezentrale. Da kann man nicht nur die Optionen einstellen, sondern auch sehen, wie viel man bereits gedruckt hat oder wie es um den Füllstand von Tinte oder Kartusche bestellt ist. Nicht selten sind hier aber auch persönliche Daten hinterlegt, zum Beispiel die Mail-Adresse samt Passwort – damit der Drucker Mails mit Hinweisen verschicken kann.

Wer sich in einen Drucker „reinhackt“, der kann also nicht nur Pamphlete ausdrucken, sondern möglicherweise auch Daten stehlen. So wäre es durchaus denkbar, dass ausgedruckte Dokumente kopiert und unbemerkt über das Internet verschickt werden. Und falls es sich um ein Multifunktionsgerät handelt, mit dem man auch Dokumente scannen kann, wäre es möglich, dass auch gescannte Dokumente weitergegeben werden. Keine besonders verlockenden Aussichten. Doch die Bedrohung ist da: Alles, was ein Gerät beherrscht, lässt sich bei einem vernetzten Gerät auch aus der Ferne nutzen. Oder missbrauchen.

Auch Scanner können grundsätzlich gehackt werden

Auch Scanner können grundsätzlich gehackt werden

Immer mehr Geräte sind vernetzt

Jedes vernetzte Gerät ist potenziell angreifbar. Nicht nur PCs, Tablets oder Smartphones, sondern auch Smart-TVs, Router, Haushaltsgeräte, Steuerungsanlagen, Spielzeug, Autos oder Webcams. Grundsätzlich gilt: Was vernetzt ist, kann auch von Unberechtigten genutzt werden, sofern es Sicherheitsmängel gibt oder das Passwort geklaut wurde. Das macht die zunehmende Bedrohung deutlich: Weil man als normaler Konsument gar keine Ahnung hat, welche Geräte heute vernetzt sind und auf welche Weise und schon gar nicht, ob es mögliche Sicherheitsmängel gibt, kann man sich auch schwer bis gar nicht dagegen schützen.

Es wird höchste Zeit, dass dem Thema Sicherheit bei vernetzten Geräten und Objekten mehr Aufmerksamkeit geschenkt wird. Auch vom Gesetzgeber, etwa durch eine Haftung für die Hersteller. Wenn es die gäbe, würden sie sich auch deutlich mehr Mühe beim Thema Absicherung geben.

Über den Autor

Jörg Schieb ist Internetexperte und Netzkenner der ARD. Im WDR arbeitet er trimedial: für WDR Fernsehen, WDR Hörfunk und WDR.de. In seiner Sendung „Angeklickt“ in der Aktuellen Stunde berichtet er seit 20 Jahren jede Woche über Netzthemen – immer mit Leidenschaft und leicht verständlich.

10 Kommentare

  1. Die Mehrheit der Internetuser haben keine Ahnung von Vernetzung; die Mehrheit ist froh, wenn sie auf facebook blöde Sprüche weitergeben dürfen; alles wird ans Internet genommen, das ist ja auch alles so cool und hipp; das macht man heutzutage einfach so; macht doch jeder, oder nicht ? (ironisch gemeint). je mehr vernetzt im Internet, umso größer wird die Angriffsfläche für Hacker und Geheimdienste; die meisten Angriffe bleiben unentdeckt.

  2. Deswegen benutze ich z.B auch keinen W-Lan Drucker. Haben wir früher doch auch nicht gebraucht. Naklar ist es manchmal etwas komfortabler, aber wir sind sowieo schon so gläsern und transparent durch alle die verbunden Netze, das ich mir nicht auch noch mit dem Drucker rumärgern muss.

  3. Das eine totale Vernetzung riesige Schwachstellen mit sich bringt ist spätestens seit den jüngsten Angriffen durch das Mirai Botnet bekannt. Ich verstehe sowieso nicht wieso man seinen Drucker mit dem Internet verbinden sollte. Wenn man Netzwerk drucken will reicht ein Intranet aus, da muss man keine Daten über den Provider in die Weiten des Netzes senden.

  4. Hallo, das ist ja krass was man mit Druckern alles so machen kann. Ich wollte mir neulich ein T-Shirt als Werbemittel, also den Entwurf ausdrucken, aber irgendwie hat es mit der Bügelfolie nicht so recht funktioniert. Die Tinte ist beim drucken verschmiert worden. Weiß jemand woran das liegen kann?

    • Das kann nur von einer Frau kommen; gerade wird über IT-Sicherheit gesprochen; wird auf einmal gerätzelt, warum die Druckerfolie auf dem T-Shirt verläuft ! *looool

  5. Ich bin mal gespannt wie sich die Sicherheitstechnik verändern wird. Drucker lassen sich schon immer hacken. Gerade Scanner sind ein beliebtes Angriffsziel welche mit einem Virus im Sleepmode infiziert werden. Sobald wichtige Scans getätigt werden, werden auch gleichzeitig die Dokumente an den Angreifer gesendet.
    Da muss sich wirklich noch einiges tun, da es für Firmen, wie auch Privatleute sehr gefährlich sein kann.

  6. Klar, alles was einen Chip besitzt kann gehackt werden. Ich denke mal in Zukunft wird da noch einiges auf uns zukommen. Naja vielleicht gibt es ja bald Anti Vira für den Drucker;)

  7. Schwadralla am

    Ein ‚Vorgeschmack‘ auf die schöne 4.0-Welt, bei dem die Amis die Software entwickeln und die Deutschen als Schraubendreher ‚fungieren‘ dürfen!

    Yes, we can – too – kotzen bei TTIP – and so on!

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