Wenn Hacker Autos fernsteuern

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Wenn Hacker Autos fernsteuern

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Manche Meldung liest sich, als wäre sie in Hollywood erfunden worden. Doch diese ist Realität: IT-Experten ist es gelungen, ein handelsübliches Auto zu hacken. Ganz ohne Kabel. Die auf IT-Sicherheit spezialisierten Fachleute haben eine Schwachstelle im Infotainment-System des Autos ausgenutzt und den Jeep Cherokee danach aus der Ferne gesteuert.

Der (in diesem konkreten Fall eingeweihte) Fahrer konnte rein gar nichts dagegen unternehmen. Die Hacker hatten aus der Ferne die Kontrolle über Bremsen, Beschleunigung, Türverriegelung, Klimaanlage und Scheibenwischer. Wird der Rückwärtsgang eingelegt, soll sich sogar das Lenkrad fernsteuern lassen. Eine Szene wie aus einem Kinofilm – aber eben Realität.

Über das Infotainmentsystem in die Elektronik des Autos gehackt; Rechte: dpa/Picture Alliance
Über das Infotainmentsystem in die Elektronik des Autos gehackt

Hacker wollen Autoindustrie wachrütteln

Den Jeep haben „gute“ Hacker gehackt: Sie wollen die Autoindustrie wachrütteln. Sie wollen demonstrieren, wie gigantisch die Sicherheitslecks sind, die in vielen Fahrzeugen klaffen – und welche enormen Risiken damit verbunden sind. Allerdings rütteln sie damit nicht in erster Linie die Autoindustrie auf, sondern verunsichern zig Millionen Autofahrer, die fortan bei jedem Ruckeln im Auto befürchten müssen – und befürchten werden -, es könnte sich um einen Hackangriff handeln. So wie bei jedem ungewöhnlichen Verhalten im Rechner reflexartig ein Virus oder Wurm verantwortlich gemacht wird.

Dass es tatsächlich möglich ist, über ein Infotainment-System in die Kontrollebene eines Fahrzeugs zu gelangen, ist beängstigend. Eigentlich sollten diese Systeme komplett voneinander abgeschirmt sein, nichts miteinander verbinden. Doch die Realität sieht offensichtlich anders aus – und das ist beschämend für die Autohersteller, die gerne mit Sicherheit werben. Außerdem erinnert mich das an einen Hackversuch im Flugzeug: Auch da soll es gelungen sein, über das bordeigene Infosystem in die Kontrollebene des Flugzeugs zu gelangen. Nicht auszumalen, wenn das zutreffen sollte.

Aktuelle Gefahr – wie abwehren?

Möglich wurde der konkrete Hack, weil das Infotainment-System in den USA über den Mobilfunkanbieter Sprint online geht. Wie das genau funktioniert, demonstrieren die Experten auf der Blackhat-Konferenz, die ab 1. August in Las Vegas stattfindet. Da dürften Autobauer aus der ganzen Welt anreisen und die Ohren spitzen. Denn alle setzen derzeit auf digitale Systeme, alle bauen immer intelligentere Systeme in ihre Fahrzeuge ein, oft auch mit Android-Betriebssystem, um Fahrer und Beifahrern ein Höchstmaß an Komfort und auch Onlinezugang bieten zu können. Doch das Risiko ist groß, wie man sieht.

Unter diesem Aspekt erscheinen auch selbstfahrende Autos, an denen nicht nur Google, sondern auch die meisten Autohersteller arbeiten, in einem ganz anderen Licht. Denn bei selbstfahrenden Autos kann niemand mehr eingreifen. Hier ist der Grad der Technisierung systembedingt noch höher – entsprechend größer ist auch das Risiko, Ziel von Hackangriffen zu werden.

Im Grunde genommen müsste nun auch die Politik eingreifen. Da sie wohl kaum die IT-Systeme auf Sicherheit wird überprüfen lassen wollen, hilft nur eins, um die Sicherheit zu erhöhen: Der Gesetzgeber sollte eine Haftung einführen. Passiert etwas, weil ein System nicht funktioniert, weil es kompromittiert werden kann – muss der Hersteller haften. Vollumfänglich. Dann würde auch strenger kontrolliert. Mit Sicherheit.


 

Über den Autor

Jörg Schieb ist Internetexperte und Netzkenner der ARD. Im WDR arbeitet er trimedial: für WDR Fernsehen, WDR Hörfunk und WDR.de. In seiner Sendung „Angeklickt“ in der Aktuellen Stunde berichtet er seit 20 Jahren jede Woche über Netzthemen – immer mit Leidenschaft und leicht verständlich.

1 Kommentar

  1. Ach Herr Schieb. Erst Panik machen, nicht genau auf den Hack eingehen und dann auch noch falsche Informationen verbreiten. In Ihrem Blog und im Kukident TV mag es Ihnen vielleicht gelingen ein paar Renter mit „Experten Tipps“ zu beeindrucken.
    Aber das alles würde mich nicht weiter stören. Sie schreiben es sei möglich gewesen die Kontrolle über ein Flugzeug zu übernehemen? Nunja, starkes stück. Dummerweise widerlegt der verlinkte Tagesschau Artikel (http://www.tagesschau.de/ausland/lot-hacker-101.html) genau das und spricht von einen Hacker Angriff auf den Flughafen. Im Audio wird dann sogar ausdrücklich gesagt, dass es kein Sicherheitsproblem im Flugzeug gab.
    Ich erwarte dazu von Ihnen, dass Sie entweder einen entsprechenden Link einfügen, oder aber eine Korrektur, nein besser eine Richtigstellung vornehmen.
    Das Captcha hier im Blog ist übrigens Quatsch! Ich Frage mich immer noch, warum der WDR so dumme Fragen stellt.

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