WhatsApp macht jetzt Business

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WhatsApp macht jetzt Business

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Aufgepasst, liebe WhatsApp-User: Es geht los. Das bereits vor Monaten vorgestellte Konzept “WhatsApp Business” wird nun Wirklichkeit. WhatsApp hat die lang erwartete App für Unternehmen auf den Weg gebracht: Vorerst zwar erst mal nur in Indonesien, den USA, Großbritannien, Mexiko und Italien – aber das ist ein eindeutiger Startschuss.

WhatsApp: Auf fast jedem Smartphone installiert; Rechte: WDR/Schieb

WhatsApp: Auf fast jedem Smartphone installiert

Kommunikationswerkzeug für Unternehmen

Die Business-App gibt es ab sofort für Android kostenlos zum Download. Sie soll es vor allem kleinen und mittelständischen Unternehmen ermöglichen, mit WhatsApp Geld zu verdienen. Schon bald soll es auch im Rest der Welt losgehen, also auch bei uns in Deutschland, wie WhatsApp in einem Blogeintrag verrät. Kernaufgabe der App für Business-Kunden soll erst mal sein, “Kunden zu antworten”. Außerdem sollen Unternehmer einfacher zwischen Kunden- und Privatnachrichten unterscheiden können. Das Wichtigste jedoch: Es wird möglich, eine offizielle Präsenz für Unternehmen zu erstellen.

Für die rund eine Milliarde Nutzer ändert sich erst mal nichts. WhatsApp bleibt kostenlos. Aber WhatsApp soll nach und nach zu einem Werkzeug für die Wirtschaft werden. Doch wenn wir mit WhatsApp nicht nur kommunizieren, sondern auch Geschäfte abwickeln, wächst die Bedeutung von WhatsApp natürlich in mehrerlei Hinsicht: Die App ist dann nicht nur für viele Menschen das wichtigste Kommunikationswerkzeug, sondern für viele irgendwann ein wichtiger Umsatzgenerator.

Im Video aus der "Angeklickt"-Sendung sehr Ihr, wie WhatsApp: mit unseren Daten umgeht; Rechte: WDR

Im Video aus der “Angeklickt”-Sendung seht Ihr, wie WhatsApp mit unseren Daten umgeht

Bezahlen mit WhatsApp? Denkbar!

Klingt erst mal nach keiner großen Sache, hat aber enormes Potenzial – für WhatsApp und damit für den Betreiber Facebook. Schon bald wird man nach dem asiatischen Vorbild WeChat mit WhatsApp auch bezahlen können. Spätestens dann öffnen sich für Facebook ganz neue Türen: Ein für User bequemes Zahlungsinstrument in der Hand zu haben, ist äußerst attraktiv. Auch Facebook selbst könnte dann kostenpflichtige Dienste anbieten und die Zahlung selbst abwickeln.

Ganz zu schweigen von zusätzlichen Daten, die in die Hände des US-Unternehmens wandern. Unternehmer und Unternehmen sollten sich gut überlegen, ob sie sich in eine zusätzlich Abhängigkeit begeben wollen. Und die Politik muss entscheiden, ob sie es zulassen möchte, dass ein US-Unternehmen nicht nur die Kontrolle über die Kommunikation übernimmt, sondern auch noch über geschäftliche Prozesse. So lange wir nicht wissen, was WhatsApp vorhat, haben wir genügend Grund, besorgt zu sein.

 

 

Über den Autor

Jörg Schieb ist Internetexperte und Netzkenner der ARD. Im WDR arbeitet er trimedial: für WDR Fernsehen, WDR Hörfunk und WDR.de. In seiner Sendung "Angeklickt" in der Aktuellen Stunde berichtet er seit 20 Jahren jede Woche über Netzthemen – immer mit Leidenschaft und leicht verständlich.

2 Kommentare

  1. P. Gedoehns am

    Vielen Dank für die Bestätigung dessen, was ich schon immer geahnt, gesagt und befürchtet habe.
    Zuerst investierte ein reicher Unternehmer 19 Mrd. Dollar nicht ohne Grund in Whatsapp, um die Leute zu ködern, die er schon vorher mit Facebook süchtig gemacht hat.
    Anschließend geht der Sohn einer Psychologin und selber ausgebildete Psychologe und Informatiker her und etabliert seine neue Errungenschaft so, dass sie sehr viele Menschen ganz toll und so praktisch finden, weil man damit so schön Nachrichten, Sprüche, Bildchen und Filmchen übermitteln kann, die im Grunde niemand braucht und von immer mehr Menschen als nervig empfunden werden.
    Dieses ist inzwischen so fortgeschritten, dass diese ferngesteuerten Menschen die Nachrichten dennoch für so wichtig halten, dass sie Straßenverkehr, Mitmenschen, Datenschutz, Gesundheit und ihr Recht am eigenen Bild vernachlässigen und glauben, rund um die Uhr online sein zu müssen. Ziel erreicht, denkt sich wohl der schlaue US-Unternehmer. Jetzt hat er die Menschen und bald die Unternehmen zu seinen Sklaven gemacht und Milliarden Menschen, die sonst gerne neidisch auf Superreiche schimpfen, haben ihm kostenlos geholfen und sich am Erstellen ihrer eigenen neuartigen, umfangreichen Stasi-Akten beteiligt. Das ist doch lustig und traurig zugleich, oder?
    Fangt an, das Smartphone einfach mal tageweise auszuschalten. Ich hatte noch nie eines und zwar aus Überzeugung und nicht aus Armut. Ich habe nie etwas vermisst und mir geht es gut. In diesem Sinne, noch einen Schönen Sonntag!

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