WhopperCoins: Kryptowährung als Treueprogramm

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WhopperCoins: Kryptowährung als Treueprogramm

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Bislang kennen die meisten Kryptowährungen wie Bitcoin eher vom Hörensagen. Aber es kommt immer mehr Bewegung in die Sache. Nicht nur werden immer wieder neue Kryptowährungen an den Start gebracht, nun werden sogar erste Loyalty-Programme aufgelegt, die auf dem technischen Konzept der Blockchain basieren. Bestes Beispiel: Burger King Russland gibt den WhopperCoin heraus. Für jeden Rubel bekommt man dort dann einen WhopperCoin. Hat man genug davon, kann man sie in der Fastfood-Filiale gegen etwas Essbares oder Trinkbares tauschen.

Burger King bringt in Russland eigene Währung heraus; Rechte: dpa/Picture Alliance

Burger King bringt in Russland eigene Währung heraus

WhopperCoins tauschen und wechseln

Eine interessante Idee: Bonusprogramme sind in der Tat eine Parallelwährung. Man sammelt Meilen oder Punkte, die – unverzinst – auf einem Konto schlummern und löst sie irgendwann ein. Kommt eine Blockchain zum Einsatz, müssen keine Kundenkonten verwaltet werden. Trotzdem sind alle Transaktionen sicher, denn das ist schließlich das Konzept hinter der Blockchain. Eine Blockchain ist eine mit Hilfe kryptografischer Verfahren gegen Manipulationen abgesicherte Datenbank, in der Transaktionen nachvollzogen werden. Fertig ist die virtuelle Währung.

Rund eine Milliarde WhopperCoins sollen ausgegeben werden. Die Betreiber spekulieren sogar auf wachsende Kurse, wie sie bei Kryptowährungen fast üblich sind: Wenn der WhopperCoin an Wert zunimmt, hat man später mehr von seinen eingesammelten Coins. Anders als bei anderen Bonusprogrammen wird es möglich sein, WhopperCoins gegen „echtes“ Geld zu tauschen – und umgekehrt. Es liegt im Wesen einer Kryptowährung, dass sich das nicht verhindern lässt. WhopperCoins lassen sich also nicht in einem Kundenkonto einsperren.

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Projekt wird schnell Nachahmer finden

Es ist schon eine kleine Überraschung, dass ausgerechnet eine russische Dependance mit einem solchen Projekt startet (und nicht etwa die US-Zentrale). Die Idee aber ist gut. Ich bin gespannt, welche Erfahrungen mit einem auf Blockchain basierten Treueprogramm gemacht werden. Sollte sich das Konzept bewähren, lassen sich Hunderte weiterer Projekte dieser Art vorhersagen. Nachahmer garantiert. Denn alles, was man für ein solches Projekt braucht, ist ein bisschen Software – am besten in einer App. Fertig ist das Treueprogramm, fertig ist die eigene Währung.

Allerdings kommt da auch ein riesiges Problem auf die Politik zu. Denn jede Kryptowährung ist eben auch eine Währung – mit all ihren Risiken. Je mehr Kryptowährungen existieren, je größer das darin verwaltete Geldvolumen ist, desto größer die weltwirtschaftliche Bedeutung. Wir dürfen also gespannt sein, ob und wann die Politik das Thema aufgreift – und eine Haltung dazu entwickelt.

 

 

 

Über den Autor

Jörg Schieb ist Internetexperte und Netzkenner der ARD. Im WDR arbeitet er trimedial: für WDR Fernsehen, WDR Hörfunk und WDR.de. In seiner Sendung "Angeklickt" in der Aktuellen Stunde berichtet er seit 20 Jahren jede Woche über Netzthemen – immer mit Leidenschaft und leicht verständlich.

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