Wie Google schöne Fotos „produziert“

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Wie Google schöne Fotos „produziert“

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So nach und nach stellt sich raus, was sich mit „Artificial Intelligence“ (AI) so alles anstellen lässt. So manches, was dabei rauskommt, wenn AI zum Einsatz kommt, ist beeindruckend. Das lässt sich jedenfalls definitiv über die Fotos sagen, die ein KI-System von Google „erzeugt“: Landschaftsaufnahmen wie vom Profi – die aber ein KI-System ausgerechnet hat. Und zwar, indem die Software Tausende Fotos analysiert und ausgewertet hat. Maschinelles Lernen produziert anspruchsvolle Panoramafotos – alle Achtung.

Panoramafoto der Alpen . generiert durch AI-Software; Rechte: Google

Panoramafoto der Alpen . generiert durch AI-Software

Hochwertige Panoramafotos

Der Onlineriese Google hat solche Fotos in einem Experiment erstellen lassen. Die zum Einsatz kommende Software ahmt dazu die Arbeitsabläufe eines Fotoprofis nach. Die Software „wandert“ durch die Landschaft, indem Streetview-Aufnahmen untersucht werden. Anschließend sucht die Software die besten Aufnahmen (nach ästhetischen und technischen Kriterien) heraus und beginnt automatisch, diese nachzubearbeiten. Die Bilder werden ins passende Format geschnitten, dann mit einem High Dynamic Range (HDR) Filter nachbearbeitet (da nicht in HDR fotografiert wurde) und schließlich noch mit einer Farbmaske versehen.

Die Ergebnisse können sich durchaus sehen lassen. Selbst Fotoprofits geben den mehr oder weniger komplett im Rechner entstandenen Aufnahmen Bestnoten. So viel Professionalität ist für ein KI-System aber kein Problem. Die Software wurde mit Tausenden Fotos gefüttert, die von den Nutzern bewertet wurden. Auf diese Weise hat das System gelernt, welche Fototechnischen gut ankommen und welche nicht. Ob Farben, Kontrast oder Bildgestaltung: Die Software hat sich ihre Fähigkeiten selbst angeeignet. Nur durch Betrachten von Aufnahmen.

Jasper National Park; Rechte: Google

Jasper National Park: Hochwertige Aufnahme (oben) aus Streetview-Aufnahmen (unten) errechnet

Ernsthafte Einsatzzwecke

Was ein bisschen wie Spielerei wirkt, hat einen mehr als ernsten Hintergrund. Es zeigt zum einen, wozu Software heute fähig ist – vor allem KI-Systeme. Es zeigt zum anderen, dass KI-Systeme heute auch in Gebiete vordringen, die eher dem Menschen vorbehalten zu sein scheinen. Es zeigt aber auch, wie effektiv sich Fotos und Videos mittlerweile manipulieren lassen. Das Niveau der Ergebnisse ist derart hoch, dass selbst Fotoprofis die Aufnahmen als exzellent einstufen. Ein riesiger Fortschritt in der KI-Forschung.

Google selbst sagt, die Erkenntnisse könnten in einer Software münden, die Fotografen dabei hilft, hochwertige Aufnahmen zu machen. Apps also, die einem bei der Auswahl des Bildausschnitts behilflich sind und für die richtigen Farben und Kontraste sorgen. Schön für Hobbyfotografen –  nicht so schön für alle Profis.

 

 

Über den Autor

Jörg Schieb ist Internetexperte und Netzkenner der ARD. Im WDR arbeitet er trimedial: für WDR Fernsehen, WDR Hörfunk und WDR.de. In seiner Sendung „Angeklickt“ in der Aktuellen Stunde berichtet er seit 20 Jahren jede Woche über Netzthemen – immer mit Leidenschaft und leicht verständlich.

2 Kommentare

  1. Martin Däniken am

    Nein,die sehen nur so aus ;-)
    Wie sähe denn z.B. Peter Altmaier aus,
    der ist ja eine lebendige Landschaft!

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