Wie mit Hilfe von Facebook die Welt regiert wird

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Wie mit Hilfe von Facebook die Welt regiert wird

Kommentare zum Artikel: 8

Es ist wie in einem Hollywood-Thriller: Der Chef der in die Kritik geratenen Firma Cambridge Analytica prahlt in einem Verkaufsgespräch mit einem potenziellen Kunden aus Sri Lanka – der in Wahrheit ein verdeckt arbeitender Journalist des britischen Sender Channel 4 ist – mit seinen Erfolgen. Cambridge Analyrtica habe schon mehrfach erfolgreich Wahlen manipuliert oder bei der Erpressung politischer Gegner geholfen. Die dem Unternehmen vorliegenden Daten seien dabei behilflich. Keine dezenten Andeutungen, sondern glasklare „Erfolgsmeldungen“. Das, was man einen USP nennt, einen „Unique Selling Point“. Also ein Alleinstellungsmerkmal. Die Message: Wir haben die Macht. Wir können alles. Es ist alles nur eine Frage des Geldes.

Facebook regiert die Welt; Rechte: Pixabay

Facebook regiert die Welt: Big Data hat Einfluss auf Politik und Gesellschaft

Facebook ist Komplize von Cambridge Analytica

Das britische Unternehmen Cambridge Analytica bekommt nun erheblichen Ärger aus USA und Großbritannien. Denn das Unternehmen hat offensichtlich die Daten von 50 Millionen Facebook-Nutzern missbraucht, um in den US-Wahlkampf 2016 einzugreifen, aber auch die Brexit-Kampagne in Großbritannien wurde wohl manipuliert. Das muss man sich vorstellen: 50 Millionen Datensätze! Wenn es ein Beispiel gibt, was mit großen Datenmengen möglich ist, welche Macht Big Data mit sich bringt, dann ist es wohl dieser Fall.

Facebook gibt sich geschockt und versucht sich als Opfer darzustellen. Doch Facebook ist kein Opfer, selbst wenn Cambridge Analytica die Daten „illegal“, also gegen Verabredungen von einem anderen Unternehmen erhalten hat. Es bleibt schließlich Tatsache, dass Facebook selbst über diese Daten verfügt – und Dritte sich die Daten aneignen können. Man möchte sich nicht vorstellen, wozu Facebook selbst in der Lage wäre. Denn Facebook weiß noch viel mehr über seine User. Oder was passieren könnte, wenn jemand Facebook hackt und die Daten dort abgreift. Big Data ist eben doch gefährlich.

https://www.youtube.com/watch?v=mpbeOCKZFfQ

Eine Strafe muss schmerzen, um eine Strafe zu sein

Facebook ist eine Zeitbombe. Niemand kann ahnen, was mit den gespeicherten Daten alles möglich ist. Nun drohen Mark Zuckerbergs Unternehmen 1,6 Billionen(!) Dollar Strafe. 40.000 Dollar für jeden einzelnen Datensatz, der entwendet wurde. Eine Summe, die selbst Facebook in Schwierigkeiten bringt. Doch richtig so: Eine Strafe funktioniert nur dann, wenn sie schmerzhaft ist. Es gibt begründete Zweifel, dass Facebook von allein einsichtig wird und weniger Daten erhebt und speichert. Vielleicht kann eine Strafe den Konzern zum Umdenken bewegen.

Eins steht fest: Mark Zuckerbergs fahrlässige Aussage, es sei „absurd, dass Facebook etwas mit dem Wahlausgang in den USA“ zu tun haben könnte, erweist sich als vielleicht größte Fehleinschätzung im Silicon Valley.

Über den Autor

Jörg Schieb ist Internetexperte und Netzkenner der ARD. Im WDR arbeitet er trimedial: für WDR Fernsehen, WDR Hörfunk und WDR.de. In seiner Sendung "Angeklickt" in der Aktuellen Stunde berichtet er seit 20 Jahren jede Woche über Netzthemen – immer mit Leidenschaft und leicht verständlich.

8 Kommentare

  1. Meine Frau war ein Betrüger und ich war ein Idiot, sie nahm mich für selbstverständlich, nur weil ich so sanft und fürsorglich bin. Ich bemerkte, dass sie in meiner Gegenwart keine Anrufe entgegennimmt oder anruft und ihr Telefon vor mir versteckt, sie bekommt Anrufe auf der Toilette, ich war traurig und deprimiert weil ich wusste, dass sie betrogen hat, aber ich habe keine Beweise, also ich fragte meinen Jugendfreund, mir zu helfen. Er sagte dann, dass er einen Fachmann kennt, der seinem Neohew half, als er in einer ähnlichen Situation war, so half er mir, den Typen zu rufen, wir trafen uns in einem Restaurant und er erzählte mir von “ eazihacker bei g mail dot com “ sagte mir der Typ ist ein Ausländer, kann aber so viele Sprachen sprechen und er ist der Beste, weil er im Voraus kein Geld verlangt. Kurz gesagt, ich kontaktierte den Hacker, gab einige Informationen über meine Frau und das, wa, wie konnte ich sie fangen. Eazihacker schickte mir alle Daten und Beweise. Wir haben uns so friedlich geschieden, weil ich alle Beweise hatte. Er hat mir auch bei einigen Kreditkartenproblemen geholfen. Wenn nicht für diesen Profi, wäre mein Leben immer noch ein Durcheinander.

  2. Johannes Fischer am

    „Jörg Schieb ist bei Facebook. – Um dich mit Jörg zu verbinden, registriere dich noch heute bei Facebook“

    Finde den Fehler!

  3. Klaus Lohmann am

    Solange Ihr weiter den „Teilen“-Button von FB auf Eure Seiten pappt, seid Ihr nicht besser als jeder FB-Angestellte oder Zuckerrübe selbst. Spart Euch bitte diese künstliche Aufregung, das ist lächerlich.

      • Bleibt nur die Frage, ob es diese öffentliche Hysterie überhaupt gegeben hätte, wenn Cambridge Analytica (statt dem bösen Donald) der guten Hillary zur US-Präsidentschaft verholfen hätte? Ich denke, eher nicht und erwarte heute schon amüsiert, was die demokratischen Kreativmedien aus aller Welt in den nächsten Tagen noch zur Russlandwahl „enthüllen“ werden. Jede Wette: Ganz sicher nichts Gutes! ;-)

        • Klaus Lohmann am

          Die Frage stellt sich nicht, da Steve Bannon (Breitbart) ganz offensichtlich und bezeugt einen stark rechtskonservativen Kandidaten mittels „Big Data“ und dem – unter Facebooks Mithilfe zustande gekommenen – CA-Angebot zum Präsidenten machen wollte, um seine Vision vom gesellschaftlichen Umsturz Richtung Mittelalter zu verwirklichen.

          • Ja, klar, war aber doch alles schon längst bekannt:
            Sept. 2016:
            thetimes.co.uk/edition/world/trump-calls-in-brexit-experts-to-target-voters-pf0hwcts9
            März 2017:
            faz.net/aktuell/politik/ausland/wie-cambridge-analytica-den-wahlkampf-beeinflusst-14921616.html
            Daraus, Alexander Nix (CA):
            „…Hillary Clinton gab knapp 1,3 Milliarden Dollar für ihre Kampagne aus, sie hatte fast hundert Datenspezialisten in ihrem Team. Trump gab etwa die Hälfte aus. Die Frage ist doch, was passiert wäre, wenn Trump keine technologische Unterstützung eingesetzt hätte. Hätte er dann auch gewonnen? Ich weiß es nicht. Vielleicht haben wir auch nur für Waffengleichheit gesorgt und damit für einen fairen Wahlkampf….“.
            U. a., deshalb meine Skepsis, ob die Debatte (über ein eigentlich altes Thema) -bei einem Wahlsieg Clintons- heute überhaupt noch geführt worden wäre.
            Vielleicht hatte Clinton auch einfach nur die „schlechteren“ BigData-Berater?

  4. SUCHTFREI_UND_UNABHÄNGIG am

    Ich wüßte da ein probates Gegenmittel, vermittels dessen man dem Spuk und der Macht der ASOZIALEN MEDIEN rasch und nachhaltig ein Ende bereiten könnte:
    BOYKOTT UND ABSTINENZ.
    Nur die sog. „User“ – in Wahrheit: BENUTZTE! – sind es doch, die Zuckerberg und seinen Spießgesellen diese Macht geben.
    Hört auf, FB und seine Komplicen zu nutzen, und das Ganze wird wie ein Kartenhaus in sich zusammenfallen.
    Es ist doch etwas, das kein Mensch wirklich „braucht“ – DAS meinen nur die, die noch abhängig und suchtkrank sind.
    Freilich scheint die Zahl der AussteigerInnen, die clean werden wollen, zu steigern – das ist doch mal ein Anfang! :-)
    Wie schon oft hier gesagt, und bei Leibe nicht nur von mir: Der WDR sollte und könnte hier mit gutem Beispiel vorangehen: Wozu braucht er einen FB-, Twitter- und Dergleichen-Account?!

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