Wie sinnvoll sind Virenschutzprogramme?

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Wie sinnvoll sind Virenschutzprogramme?

Kommentare zum Artikel: 18

Die Stiftung Warentest hat sich mal wieder Virenschutzprogramme vorgeknöpft. Das Ergebnis ist ernüchternd ausgefallen: Nur einmal „sehr gut“, häufig „gut“, aber auch einige Mal „befriedigend“ und „ausreichend“. Was auffällt: Manches kostenlose Schutzprogramm funktionieren prinzipiell genauso gut wie manche Kaufprogramme. Die kostenlosen Virenschutzprogramme von AVG oder Avira zum Beispiel empfehlen die Tester.

Zwar sind die Gratisprogramme nicht so komfortabel wie die kostenpflichtigen Kollegen, in punkto Sicherheit aber durchaus eine Hilfe. Ausgerechnet der kostenlose Schutz von Microsoft allerdings ist mit einem „Ausreichend“ durchgefallen: Der Windows Defender sei „besser als kein Schutz“, resümieren die Tester, biete aber keinen ausreichenden Schutz.

Virenschutz: Nicht alle Programme sind ihr Geld wert

Virenschutz sinnvoll oder nicht?

Damit sind die User mal wieder genauso schlau wie vorher. Viele fragen sich immer wieder: Reicht der im Betriebssystem fest eingebaute Virenschutz – bei Windows ist das der Windows Defender -, oder sollte man zusätzlichen Schutz intallieren? Laut Stiftung Warentest ist der Windows Defender unzureichend. Andere Tests haben dem Defender gute Erkennungsraten bescheinigt.

Abgesehen davon gibt es seit Jahren immer wieder Debatten, ob Schutzprogramme überhaupt sinnvoll sind. Aus gutem Grund, denn auch Schutzprogramme haben Schwachstellen – und bieten daher manchmal angreifbare Flanken, die man ohne die Schutz-Software gar nicht hätte. Abgesehen davon kommen sich Betriebssystem, Browser und Schutzprogramme mitunter gegenseitig ins Gehege und verringern so den Schutz, anstatt ihn zu erhöhen. Was kürzlich einen Firefox-Entwickler sogar dazu gebracht hat, ausdrücklich vor Schutz-Software zu warnen.

Bei Android-Geräten kann Virenschutz sehr sinnvoll sein

Virenschutz sinnvoll oder nicht?

So weit sollte man wohl eher nicht gehen. Vor allem auf Windows-Rechnern ist es eine gute Idee, ein Schutzprogramm zu nutzen – zu viele potenzielle Bedrohungen lauern im Netz. Da kostenlose Schutzprogramme durchaus ein „Gut“ ergattern konnten, ist es sicher eine gute Idee, diese Schutzprogramme mal auszuprobieren. Aber auch Mobilgeräte sind immer häufiger Ziel von Angriffen aus dem Netz. Was soll man da tun?

Moderne Smartphones und Tablets sind eine wahre Fundgrube für Datendiebe und daher ein attraktives Angriffsziel. Allerdings muss man hier nach Betriebssystem unterscheiden: In der streng kontrollierten und reglementierten Apple-Welt gibt es keine nennenswerten Schadprogramme. Ein zusätzlicher Schutz, zumal kostenpflichtig, ist da nicht erforderlich. Anders sieht es in der Android-Welt aus: Hier lassen sich Apps nicht nur aus dem offiziellen Google Play Store, sondern auch aus dem Netz laden – und das kann gefährlich sein. Eine Schutz-App kann helfen, mögliche Bedrohungen rechtzeitig zu erkennen und abzuwehren.

So handhabe ich das jedenfalls: Apple-Geräte ohne Schutz. Windows-Rechner mit kostenlosen Schutzprogrammen – und Android-Geräte ebenfalls abgesichert. Damit bin ich bislang gut gefahren. Welche Erfahrungen habt Ihr gemacht?

Über den Autor

Jörg Schieb ist Internetexperte und Netzkenner der ARD. Im WDR arbeitet er trimedial: für WDR Fernsehen, WDR Hörfunk und WDR.de. In seiner Sendung "Angeklickt" in der Aktuellen Stunde berichtet er seit 20 Jahren jede Woche über Netzthemen – immer mit Leidenschaft und leicht verständlich.

18 Kommentare

  1. Hm, also ich versuch das mal ohne übergekochte Emotionen:
    Ich bin Dozent an mehreren Einrichtungen. Unter Anderem auch an Volkshochschulen. Und da gebe ich auch Android-Kurse für Anfänger.
    Ich weiß, dass viele Leute einfach ok oder ja drücken, da sie nicht wissen was unbekannte Quellen oder APK Dateien sind.
    Also sind Schutzprogramme unbedingt nötig, nicht jeder hat Zeit sich mit Einstellungen und das Wissen um Schadprogramme zu kümmern, deren Real Life ist nun mal anders.
    Ich lade nur aus der Playstore und besuche mit dem Smartphone kaum unbekannte Seiten. Das vermittle ich den Teilnehmer ebenso.
    Bisher hatte ich keine Probleme, allerdings ist alles nur Software und irgend ein Programmierer findet irgendwann einen Weg die „Sicherheitsmauer“ zu durchbrechen, egal ob Apple, Android oder Windows.

  2. Aus Gewohnheit am

    Habe viele Jahre das kostenlose Avira unter Windows verwendet. Das hat nur Fehlalarme (sysinternals und so) gemeldet. Nachdem mir da die Werbung zu blöd wurde, bin ich auf den Windows Defender umgestiegen, dazu habe ich EMET aktiviert. Auch der Defender hat bisher noch nichts gebracht. Es liegt wohl eher am Nutzerverhalten, ob man einen Virusscanner braucht…

    Unter Linux benutze ich „natürlich“ gar keinen Virusscanner.

  3. Martin Däniken am

    Also wenn tatsächlich das 3310 wieder aufgelegt wird….
    sind Viren auf dem Smartphone Geschichte ;-)

  4. Auf dem Mac nutze ich ClamX AV und Bitdefender, um 1x pro Woche einen kompletten Scan des Systems durchzuführen. Im Hintergrund lasse ich nichts laufen.
    Das Windows Laptop muss sich mit dem Defender von MS begnügen und läuft damit ohne Probleme.
    Ansonsten treffe ich die üblichen Maßnahmen wie Scripts & Werbung blockieren. Wobei ich da auch ein unsicheres Gefühl im Bauch habe, weil ich nie sicher bin, welche Daten wirklich erfasst werden. Aber nun gut, einen Tod muss man wohl sterben… :-)

  5. Dirk Mehr am

    So so Herr Schieb ist also Internet Experte! Dann sollte er solche Artikel gar nicht erst veröffentlichen. Generell lasse ich die Finger von Zusatzprogrammen, die auch noch kostenlos angeboten werden. Der Defender reicht völlig aus selbst wenn man damit Seiten besucht die man besser nicht aufsuchen sollte wegen der Virengefahr. Auch die allseits beliebte Unsitte Zusatzprogramme von Einschlägigen bekannten Seiten Herunterzuladen ist höchst Riskant. Wie Chip, Computerbild, usw. weil diese Programme völlig Verseucht sind mit Dingen die dem Rechner eher Schaden als Nützen. Aber Geiz ist eben immer noch Geil.

    • Die Stiftung Warentest hat 17 Programme getestet, darunter vier kostenlose. Drei der kostenlosen Programme haben gut abgeschnitten – ganz so schlecht scheinen die Gratisprogramme also nicht immer zu sein. Im Gegenteil. Das einzige, das nicht so gut abgeschnitten hat (bei der Stiftung) ist der Windows Defender.

      Es ist leider eine Unsitte, jemanden, der nicht dieselbe Position vertritt, pauschal Unkenntnis vorzuwerfen. Ein argumentum ad hominem ist bequem, aber nicht sonderlich hilfreich – und fair schon gar nicht.

  6. Ich fahre seit bestimmt 7 Jahren ohne AV, einfach weil sie zwecklos sind.

    Man sollte im Kontakt mit dem Internet sicher gehen Scriptblocker wie NoScript und AdBlockPlus zu haben. Denn das sind die Tools die einem vor den Viren schützt, nicht Antivirus Programme.

    Jedes mir bekannte Antivirusprogramm hat Hintertüren die Viruse ausnutzen um nicht erkannt zu werden wo ist also der Sinn? Zumal senken AVs beträchtlich die Geschwindigkeit von Computern. Aus einer Hochfahrzeit von 20 Sekunden wird dann mal ganz schnell 2-3min.
    Die Geschwindigkeit von Programmen/Spielen senkt sich zumeist auch um 20%.
    AVs nehmen sich zudem ab und zu das Recht raus einfach Sachen zu löschen wenn man selbst wenn man sie selbst erstellt hat. (Zumindest bei mir da ich Programmierer bin)

    Hab allein durch das Script und AdBlocken wenn es hoch kommt 1 Virus alle 2 Jahre, den ich per Hand einfach selbst entferne wie nen Pickel also.. Nein never AV ever.

    • AVs nehmen sich zudem ab und zu das Recht raus einfach Sachen zu löschen, selbst wenn man sie selbst erstellt hat. (Zumindest bei mir da ich Programmierer bin)**
      Sorry mein angeborenes Tourette ;D

    • Das ist eine durchaus gute Möglichkeit, sich zu schützen. Allerdings verfügt nicht jeder über das Know-how und/oder die Geduld, diese Schutzmaßnahmen zu ergreifen. Das gehört auch zur Beurteilung, ob man einen AV-Schutz für sinnvoll hält oder nicht.

  7. Auf dem Android-Handy halte ich die Empfehlung für Quatsch, die Beschränkung auf den Play Store sollte reichen.
    Und auf Windows fahre ich seit Jahren nur mit dem Defender und habe absolut null Probleme.

    • Das sind doch gute Nachrichten, das mit dem Defender. Ich war auch erstaunt über die Beurteilung der Stiftung Warentest, was den Windows Defender betrifft. Google Play Store ist auch meine Empfehlung. Allerdings kenne ich viele, sehr viele Android-Nutzer, die bemerken es nicht, wenn sie versehentlich eine App aus dem Web und nicht dem Play Store laden. Dieses Risiko darf man nicht unterschätzen.

      • Mit Verlaub, aber ich glaube nicht, dass sich so viele Leute Apps aus dem Web runterladen, ohne es zu merken. Da muss schon sehr viel zusammen kommen. Die Installation von Unerlaubten Quellen muss aktiviert sein (Gut, kaum versteckt, aber muss man erst einmal finden), man muss den Download nicht bemerken (jeder Browser benachrichtigt über Downloads), die Datei selbst öffnen (da automatisches öffnen von APKs usw. nicht möglich ist ohne Skript oder App) und man muss ein separates Installationsfenster samt Berechtigungen bestätigen, das vollständig den Bildschirm einnimmt (Keylogger oder Touchsimulation ist nicht möglich, da Root vorausgesetzt). Also wenn jemand das ohne es mitzubekommen schafft, dann Hut ab.

  8. Ralf Drekopf am

    Der Artikel ist ein Witz. Natürlich nicht pro Apple ;-). Solange ich keine APK Dateien downloade bzw. installiere ist ein Android (Google) Betriebsystem genauso sicher wie das „günstige“ IPhone. Außerdem hängt alles generell wohl mit dem Nutzungsverhalten zusammen. Wer mit dem PC und Windows Defender plus Avira meint er könnte das Darknet rocken, wird sehr bald sein „blaues Wunder“ erleben. Richtig ist, dass es für private Nutzer wenige Verbesserungen bei Avira, Kaspersky und Co gibt. Also diese Mehrkosten kann man sich sparen. Wo ist bitte der Hinweis auf die „Hardware Firewalls“, die jeder gute Router (Asus, Avm, u.v.m.) bieten?? Speedport Geräte (Huawei) von der Telekom bieten „Normalusern“ weniger Schutz auf Grund der Datensammelleidenschaft bzw. „Fernwartung“ der T-Kom. Nebenbei habe ich ältere Fälle erlebt, wo T.Kom User für ein altes Wählscheibentelefon bei Mietausgaben von 500€ lagen. Leute geht´s noch?? Insgesamt sehr schlecht recherchierter und völlig desinformativer Artikel; das kenne ich vom WDR sonst nicht!

    • Danke für die Blumen. Es sind nachweisbare Tatsachen, dass es für iOS deutlich weniger Schadprogramme gibt als für Android. Es gibt User, die merken nicht, dass sie eine APK Datei laden und installieren. Für solche User kann sich der Einsatz von Schutz-Software (die ich persönlich auch nicht gerne verwende, aus den unterschiedlichsten Gründen) durchaus lohnen. Man muss jeden Einzelfall betrachten.

      Nicht jedes Posting kann Fachbuchumfang haben. Es ging nicht um alternative/zusätzliche Schutzmaßnahmen, etwa auf Router-Ebene (war hier durchaus schon Thema), sondern eben um den aktuellen Testbericht der Stiftunf Warentest.

  9. Nur zu blöd, das es für Smartphone so gut wie keine reinen Schutzprogramme gibt, die sich ausschließlich darauf beschränken, Schädlinge fern zu halten.

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