Wie Travel Homie das Reisebüro zurückbringt

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Wie Travel Homie das Reisebüro zurückbringt

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Vor ein paar Tagen habe ich für WDR 5 das Start-up Travel Homie in Köln besucht. Alex Holzhammer und Maximilian Soltner haben diesen Dienst gemeinsam gegründet, den sie den „ersten WhatsApp-Reiseberater Deutschlands“ nennen. Sie beantworten per Messenger sämtliche Urlaubsfragen und unterbreiten euch entsprechende Angebote.

Die Bandbreite der Fragen, die bei Travel Homie aufschlagen, ist riesig: Südostasien-Reisende auf der Suche nach einer Route. Familien, die ein kinderfreundliches Hotel an der Côte d’Azur brauchen. Eine Abiturientin, die einen Flug möchte, weil sie ihre Freundin besuchen möchte, die als Au-pair in den USA arbeitet. Oder hochspezielle Fragen wie die eines Bergsteigers, der noch einen Guide für den Kilimandscharo sucht.

Besuch bei Travel Homie; Rechte: Travel HomieZu Besuch bei Alex Holzhammer (links), Zelda (unten) und Maximilian Soltner (rechts) von Travel Homie

Ihr Geld verdienen Alex und Maximilian mit Provisionen: Sie nutzen die WhatsApp-Chats dafür, Links zu entsprechenden Angeboten zu verschicken. Werden die Reise, das Hotelzimmer oder der Mietwagen dann tatsächlich gebucht, bekommt Travel Homie einen kleinen Teil des Geldes ab. Das Geschäftsmodell ist kein neues: Die Kollegen von WDR 2 haben zuletzt zum Beispiel eine Reihe verschiedener Butlerdienste vorgestellt, die sich wahlweise per App, WhatsApp, Facebook oder SMS nutzen lassen.

Gerade bei Travel Homie finde ich noch einen Aspekt spannend: Der Dienst bringt uns im Grunde das gute alte Reisebüro zurück. Alex und Maximilian greifen für ihre Tipps zwar oft auf ihre eigenen Erfahrungen zurück, machen aber darüber hinaus überhaupt nichts anderes als die Menschen im Reisebüro: geschickt und möglichst schnell die Angebote aller möglichen Anbieter zu durchforsten. Damit passiert wieder dasselbe wie in so vielen Branchen: Es ist ein Start-up, das auf die Idee kommt, die Kunden per WhatsApp anzusprechen – und nicht die Reisebüros selbst.

Über den Autor

Dennis Horn, offline geboren 1981 in Köln, arbeitet als Experte für Digitalthemen in der ARD und moderiert im Deutschlandradio. Er hofft, dass eines Tages die Angst vor dem "bösen Internet" stirbt, und wünscht sich mehr Spaß am Netz und weniger Hysterie.

5 Kommentare

  1. Hey David.

    Wir finanzieren uns rein über die Provision bei unseren empfohlenen Reisen. Dadurch sind wir unabhängig von einem bestimmten Anbieter und können alle Angebote weltweit finanzieren.

    Gleichzeitig, und da hast Du vollkommen recht, sind das natürlich relativ geringe Einnahmen die bei so etwas entstehen. Wir sind also noch am optimieren und verbessern unseren Service täglich. Aktuell geht es erstmal darum den Travel Homie an die Massen zu bringen – danach kümmern wir uns um die Profitabilität.

    Es bleibt also spannend. Wenn Du möchtest folge uns doch auf Facebook unter „Travel Homie“, da werden wir die ersten sein die über unsere Reise berichten. Wir haben bereits auch schon einen Artikel mit den Learnings aus unserer Sicht veröffentlicht. Wenn es dich interessiert (Auf Englisch): http://inside.tripsuit.com/how-whatsapp-surprised-me-with-high-conversion-rates/

    Viele liebe Grüße vom Travel Homie aus Köln!

    • Die genauen Zahlen verraten die Macher von Travel Homie leider nicht. Der Dienst ist nicht ihr Hauptgeschäft. Damit kann theoretisch auch eine Mischkalkulation dahinter stecken.

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