Wie viel Filterblase steckt in Google?

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Wie viel Filterblase steckt in Google?

Kommentare zum Artikel: 2

Es wird viel geredet und diskutiert über die berühmte Filterblase im Netz. Bedeutet: Wir sehen online nur noch das, was wir sowieso schon wissen und was uns bestätigt. Auf Facebook ist das Problem bekanntlich besonders groß. Aber wie sieht es bei der wichtigsten Suchmaschine des Planeten aus? Über 90% aller Suchanfragen gehen in Deutschland an Google. Also lassen wir uns mindestens 90% aller Fragen von Google beantworten. Da lohnt es schon, etwas genauer hinzuschauen.

Filterblase; Rechte: Pixabay

Wie viel Filterblase steckt in Google?

AlgorithmWatch hat Google-Ergebnisse untersucht

Das haben sich auch die Landesmedienanstalten gedacht – und gemeinsam mit der Initiative AlgorithmWatch mal genauer hingeschaut. Nicht jetzt, sondern im Bundestagswahlkampf 2017. Rund 1.500 Probanden haben eine Erweiterung im Browser installiert, die alle vier Stunden Google nach 16 Begriffen hat suchen lassen. Die Antworten – in der Summe mehrere Millionen – wurden gespeichert und hinterher sorgfältig ausgewertet. Das Ergebnis: Diese interessante Studie.

Kurz gefasst lässt sich sagen: Es wurden keine Auffälligkeiten entdeckt. Google präsentiert den Usern stets nahezu dieselben Informationen. Es gab keine Hinweise auf eine Personalisierung der Ergebnisse – bestenfalls mal einen regionalen Bezug, da wurde dann die Webseite des Ortsvereins gezeigt, anstatt die der Bundespartei. Google hat also keine Filterblase erzeugt: Gewohnheiten, Meinungen oder Gesinnung spielen keine Rolle bei der Frage, welche politischen Inhalte gezeigt werden.

https://vimeo.com/281836683

Mit Plugins wurden die Suchergebnisse von Google ausgewertet

Keine nennenswerte Filterblase – in diesem Fall

So erfreulich das erst mal ist: Es handelt sich nur um eine Momentaufnahme. Es wurde belegt, dass Google 2017 keine nennenswerte Filterblase erzeugt hat. Kann sich aber natürlich jederzeit ändern, denn Google ändert mehrere hundert Mal pro Jahr den Suchalgorithmus – meistens im Detail, manchmal aber auch im großen Stil. Und der Suchalgorithmus hat eben Einfluss darauf, was wir überhaupt sehen und an welchen Positionen im Suchergebnis (SERP = Search Engine Response Page).

Bedeutet aber nicht, dass sich Google nicht an der Nase rumführen ließe – wie das Beispiel “Trump, der Idiot” belegt. Es gibt also wahrlich keine Entwarnung. Bedenkt man die Rolle, die Google heute bei der Beschaffung und Vermittlung von Informationen hat, ist es schon bedenklich, wie leicht sich Google dazu “überreden” lässt, unsinnige Ergebnisse zu präsentieren. Das darf nicht so bleiben.

 

 

Über den Autor

Jörg Schieb ist Internetexperte und Netzkenner der ARD. Im WDR arbeitet er trimedial: für WDR Fernsehen, WDR Hörfunk und WDR.de. In seiner Sendung "Angeklickt" in der Aktuellen Stunde berichtet er seit 20 Jahren jede Woche über Netzthemen – immer mit Leidenschaft und leicht verständlich.

2 Kommentare

  1. Schade das es zu dem Thema nicht mehr Meinungen gibt. Seit 2 Monaten verwende ich Metager als Suchmaschine. In Google sind einfach zu viele konsumorientierte Suchergebnisse. Schön wenn ich etwas kaufen will, ansonsten nervt es mich.

  2. Frank Meurer am

    Wieviel Filtervlase steckt in wdr.de?

    Wenn man sich einmal anschaut, wie Kommentare zu bestimmten Themen generell unterbunden werden, wenn die öffentliche Meinung doch zu unbequem wird.
    Auch, wenn Kommentae ohne weiteren Hinweis nicht veröffentlicht werden, ohne dass die Anzahl der zurückgehaltenen Kommentare irgendwo am Artikel ersichtlich wird, kann man hier ebenso von bewusster Steuerung und Meinungsmache sprechen. Es gibt also keinen Grund auf Google zu zeigen, den “öffentlich rechtlichen” ist mittlerweile ebenso in Auswahl und Qualität der veröffebtlichten Ingalte wenig über den Weg zu trauen.

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