Ausgehverbot für unkastrierte Katzen

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Ausgehverbot für unkastrierte Katzen

Kommentare zum Artikel: 16

Jetzt wird es ernst. Es drohen schweeeere Zeiten! Nicht allein, dass das Land eine Art Katzen-Volkszählung  empfiehlt. Beamte anhält, Krallen und Katzenfell wildlebender Katzen und sonstige Unmöglichkeiten zu untersuchen. Jetzt ist sozusagen die Katze endgültig aus dem Sack: Bundesagrarminister Christian Schmidt (CSU) droht via BILD-Zeitung mit Ausgeh-Verbot für nicht-kastrierte Hauskater.

Die Landesregierung hat den Kommunen jüngst eine umfangreiche Ausführungsempfehlung an die Hand gegeben, wie man so etwas juristisch wasserfest anordnen kann. Also: Der ein oder andere Stubentiger sollte sich schon mal mit dem Gedanken vertraut machen, sein altes Revier künftig nur noch durch die Glasscheibe anschauen zu dürfen. Wir müssen drin bleiben, sozusagen.

Es gibt viel zu viele Katzen

Alles Unsinn? Um zum ernsthaften Teil dieses Blogs zu kommen: Nicht ganz. An immer mehr Stellen in NRW gibt es tatsächlich viel zu viele Katzen. Das ist nicht gut vor allem für die Vogelwelt, zum Teil aber auch für die Katzen selbst nicht. Die Anti-Baby-Pille für die Katze … gibt es vielleicht schon (ich weiß es nicht), aber unsere sexuell nun mal recht aktiven Hausgenossen und -genossinnen nehmen sie halt nicht regelmäßig. Und dass am Ende der Jäger mit der Flinte diesen katzenbevölkerungspolitischen Reduzierung-Part übernehmen musste (und dabei manchen Familienliebling gleich mit abgeknallt hat), das ist in NRW ja nun gottseidank auch Geschichte. Nur: Vor diesem Problem einfach drücken darf sich die Politik natürlich auch nicht.

Die Lebenslust leidet nicht

Also, was tun? Manchmal ist das Leben ja gar nicht so kompliziert, wie es aussieht. Wenn unsere süßen, schmusigen, witzigen, liebenswerten kleinen Lieblinge einfach konsequent kastriert würden (und darauf zielt natürlich das neue Tierschutzgesetz), hätten wir das Problem nicht. Tiger, Miezi, Mikesch und wie sie alle heißen dürften wieder raus. Die Gefahr, wegen Überbevölkerung vom Auto plattgefahren oder von genervten Zeitgenossen vergiftet oder ertränkt zu werden, wäre deutlich geringer. Und die Lebenslust – das vermittelt mir meine Katze jedenfalls – leidet nicht.

Politik von unten, nicht von oben verordnet, sondern selbst in die Hand genommen: Es geht! Hier zum Beispiel. Also dann los!

Über den Autor

Alles, was recht ist, aber langweilig wird es in der Landespolitik nie! Flüchtlinge, Haushalt, Energiepolitik, Umwelt: Ständig tun sich neue politische Baustellen auf, und es gibt immer viel zu berichten. Ich begleite die Landespolitik als Berichterstatter schon seit 1998. Meine wichtigsten Themen sind Umwelt, Energie, Wirtschaft und Verkehr.

16 Kommentare

  1. Manchmal frage ich mich, ob wir in Zeiten des Terrors und der rechten Brandstifter nichts Besseres zu tun haben….
    Aber es stimmt. Katzen vermehren sich wie die Karnickel. Meinen Liebling haben wir nach dem 3. Wurf sterilisieren lassen. Als einzige Katze aus den Würfen haben wir einen Kater behalten, dem wir den Spaß genommen haben. Die Herren werden dann weniger aggressiv, aber fett.
    Es wäre gut, wenn es endlich mal eine Regelung gäbe. Denn eine Katze kann am Ende ihres Lebens auf Millionen von Ur-Ur-[…]-Enkeln blicken. Die Zahl beizubehalten und den Tieren ein würdiges Leben zu bieten, ist besser, als überschüssige Katzen von Jägern abknallen zu lassen.
    Und ich kann mich daran erinnern, dass man vor ca. 30 Jahren schon mal vor genau diesem Problem gewarnt hat…

  2. Martin Semmelbock am

    Was aber mit den stabilen Katzenpopulationen, die in freier Natur (auch in Naturschutzgebieten und im Nationalpark Eifel ) leben? Die kann man nicht kastrieren, weil man derer nicht habhaft wird. Die vermehren sich munter weiter. Zwei folgen: Die Vogelwelt leidet und die Art Europäische Wildkatze wird durch Einkreuzungen verschwinden. Kastration von Stubentiger löst das Problem also überhaupt nicht, da es ja eben diese stabilen verwilderten Populationen gibt. Also: Alles mal wieder sinnloses agieren der Politik und Beifall der Presse, die dieser politischen Richtung ohne Nachdenken Beifall klatscht.

  3. Martin Semmelbock hat recht. Können die alle nicht mehr logisch denken? Ein Beispiel: Im neuen Jagdrecht NRW wurde im Frühjahr der amerikanische Nerz mit Jagdzeit aufgenommen. Dieser wurde durch rechtswidrige Aktionen von sogenannten Tierbefreiern aus Pelztierfarmen rausgelassen, und dezimiert nun Bilche aller Art, Feldhamster, seltene Bodenbrüter und auch Höhlenbrüter wie den Eisvogel. Die verwilderte Katze hat das gleiche Beuteschema und wurde vom Umweltminister Remmel quasi unter Naturschutz gestellt. Als Biologe kann ich nur sagen: Das darf doch nicht wahr sein. Hier wurde ganz klar vernüftiges politisches Handeln der Klientelpolitik der Grünen geopfert, obwohl die Grünen ja immer sagen, dass sie keine Klientelpolitik betreiben. Umweltminister Remmel hat sich selbst entlarvt!

  4. Kastratenchorknabe am

    Vor etwa 2 Jahren tauchte mal wieder, eine “unbekannte” Katze bei uns – sehr ländlich wohnend – auf. Die Katze sah nicht verwildert aus und schien “recht wohlgenährt”. Tatsächlich war sie schwanger und gebar kurz nach ihrem Auftauchen 4 Kleine. Eins wurde überfahren, ein weiteres “zur Adoption freigegeben”. Die verbliebenen (Kater und Katze) und die Mutter wurden auf eigene Kosten und unter Mithilfe einer örtlichen Katzennothilfe kastriert, bzw. sterilisiert. Diese Nothilfe lässt jede von ihr versorgte Katze mit einem Chip versehen und registrieren; wir sind nun die offiziellen Eigentümer. Die Katzen sind immer noch bei uns (haben auch noch eine “eigene” Hauskatze), werden mit verpflegt und fangen dafür netterweise Mäuse und auch die ein oder andere Feldratte. In der gesamten Zeit fingen unsere insgesamt 4 Jäger – soweit erkennbar – drei Vögel und leider unlängst auch einen Maulwurf. Wir können nicht feststellen, dass die uns umgebende Vogelwelt unter den Katzen gelitten hätte, die Mäusepopulation wurde jedoch sehr dezimiert und Feldratten wurden schon länger nicht mehr gesichtet.
    Fazit: Streunerkatzen sollten, wenn irgend möglich, nicht abgeknallt, vergiftet oder ertränkt, sondern stets unfruchtbar gemacht werden. Katzennothilfen o.ä. Organisationen haben zudem meist bei einem Tierarzt ein “Kastrationsabo” und freuen sich darüber hinaus über jede Spende. Unsere vermeintlich “wohlgenährte” Katze wurde aller Wahrscheinlichkeit nach, da trächtig, bei uns ausgesetzt.

  5. Kastratenchorknabe am

    Nachtrag: Auf sämtlichen Bauernhöfen in unserer Umgebung leben übrigens z.T. dutzende von Katzen ebenso wie Nutzvieh. In Gesprächen mit den Herren und Damen Agrarökonomen musste ich jedoch erfahren, dass diese Herrschaften nicht einen Cent in die Sterilisation “ihrer” Katzen investieren.
    Zitat: “Das fehlte noch – und wenn das Vieh alt ist und keine Mäuse mehr fangen kann, dann wird’s halt erschlagen”.
    Da würde ich auch abhauen !

    • Kopfschütteln am

      Das ist richtig, die Landwirte benutzen Katzen um ihre Höfe “sauber” zu halten haben aber überhaupt kein Interesse daran, die Katzen kastrieren zu lassen. Wir wohnen auch ländlich und wenn ich die Bauern darauf anspreche werde ich meistens ganz böse vom Hof geschmissen oder aber ganz böse beschimpft. Trotzdem sollte nicht jeder Katzenhalter unter solchen missmutigen Genossen leiden denn es gibt auch andere Katzenhalter, die zwar eine Katze halten aber nicht wirklich die Verantwortung dafür übernehmen bzw. übernommen hat. Shit happens, nach dem Motto werden diese Samtpfoten oft gehalten.

  6. Kopfschütteln am

    Also ich finde hier hat jeder und keiner recht mit seiner Aussage. Natürlich haben Nerze und Katzen als Beuteschema Feldhamster, Bodenbrüter usw. – ich möchte jetzt nicht jedes Tierchen aufführen. Aber sind wir doch mal ehrlich ……………..nicht die (Wild-) Katzen oder Nerze sind die Bösewichter. Vielleicht sollten wir 2Beiner uns mal an die eigene Nase packen anstatt die Schuld armen, sich nicht wehrenden Tieren zu zuschustern. Das ist nämlich typisch Mensch.

    Der Mensch ist der Bösewicht. Was macht die Landwirtschaft?????? Denen sind doch Feldhamster, Bodenbrüter (Kibitz), Rehkitze und, und, und ziemlich wurscht. Es wird drauf los gegrubbert, gepflügt gemacht und getan. Hat sich mal jemand danach die Messer angesehen??? Gut, was die Hamster, Kibitze usw. anbelangt, da sieht man später nicht mehr viel, aber was ist mit den Rehkitzen.

    Ich finde, anstatt hier mal wieder auf die Schwächsten drauf zu hauen, sollten sich die 2Beiner mal an die eigene Nase packen. Was tut denn z.B. jeder in seinem Garten für die Vögel oder Igel????? Im Winter Futter aufhängen??? Super !!!!!!!!!!!!!! Und was ist im Sommer???? Schön die Bäume gegen Schädlinge spritzen, die Vögel nehmen die toten vergifteten Rauben z.B. auf füttern ihre Jungtiere und dann???? Schöne, tote Jungvögel – vergiftet!!!!!! Oder sind die eventuell schon immun gegen Gifte ????? Gut dann können wir ja fleißig weiter spritzen.

    Ich finde, man sollte vorsichtig sein wem man hier die Schuld gibt. Ich könnte noch massig Beispiele für die Schuld der 2Beiner aufführen, aber dafür ist hier der Platz zu wenig und ich denke, dass die wenigsten 2Beiner so ehrlich sind und jetzt ein wenig Gedanken machen und vielleicht ein wenig Wahrheit in meinen Zeilen erkennen kann.

    Besser den einfachen Weg gehen, immer auf die Schwächsten drauf hauen und denen die Schuld geben, darin sind wir Menschen echt große Klasse. Würden wir nicht mit unserer wahnsinnigen Intelligenz in der Natur rum fuchteln, hätten wir diese Diskussion gar nicht.

  7. Kastratenchorknabe am

    Hallo “Kopfschütteln” :
    Sie haben völlig Recht; aber weder sie, noch ich, noch Andere, noch sich für die eigenen oder “zugelaufene” 4Beiner verantwortlich fühlende Zeitgenossen, werden viel am derzeitigen Zustand ändern. Wir können lediglich / zumindest vor der eigenen Türe schauen.
    Ach so, seit Kurzem betätigen sich übrigens zwei Igel als Resteesser am Futter unserer “Zugehkatzen” .

  8. Von einem Biologen (s.o.) hätte ich mir schon einen differenzierteren Blick gewünscht. Katzen und Nerze haben nicht das gleiche Beutespektrum und es macht auch wenig Sinn hier ein paar Arten anzuführen, deren primärer Rückgang mit den Beutegreifern absolut nicht im Zusammenhang steht. Je seltener ein Beutetier ist, um so seltener sind Begegnungen mit potentiellen Beutegreifern. Um es in einfache Worte zu kleiden: Eine Katze auf dem Weg zu einem Feldhamster (vor dem sie in der Regel Angst hat) begegnet einem Vielfachen an Mäusen und Insekten, die sie nicht ignorieren kann. Es genügt allerdings ein dummer Mensch um ein Feld hamsterfrei zu machen, denn er erkennt mit tödlicher Sicherheit jeden Hamsterbau.
    Davon unberührt ist es natürlich notwendig, Hauskatzen aus Schutzgebieten zu entfernen. Das wird mit einer Bejagung allerdings nicht gelingen, es gibt ausreichend Beispiele in denen dieses Mittel versagt hat.
    Der einzig vernünftige Weg scheint tatsächlich in der generellen Kastrationspflicht für Hauskatzen beiderlei Geschlechts zu liegen. In wenigen Jahren nimmt dadurch die Zahl verwildernder Tiere enorm ab. Gleichzeitig wird die Zahl der anderen Beutegreifer ‘mit gleichem Nahrungsspektrum’ wieder steigen.

  9. Den Kastrationbefürwortern möchte ich empfehlen, sich über die Folgen besser zu informieren- oder sich selber kastrieren zu lassen. Wir haben einen Kater und wollten eine Vasektomie durchführen, damit er ein normales Leben führen kann ohne zeugungsfähig zu sein. Kein T-Arzt war dazu bereit – alle wollten radikal alles abschneiden. “Der wird dann ruhiger” hieß es. Wir wollen aber unseren Kater nicht zurecht schnippel. Ohren, Ruten oder Genitalien bei allen anderen Säugetieren sind tabu – nicht ohne Grund. Warum sollte es für Kater erträglicher sein? ALLES LÜGE!!!
    Warum keine Vasektomie? Das Verhalten ändert sich nicht und der Kater bleibt vollständig. Bei Menschen schneidet man auch nicht alles ab- das hat mehr als nur einen Grund. Fragt mal einen Kastraten was sich alles ändert und ob der Tot nicht doch mit weniger Leid verbunden ist. Die Kastration bei Katern schützt nicht die Tiere, sondern nur die Bequemlichkeit. Tierschutz – nicht im Sinne des Tieres, ist kein TierSCHUTZ.
    Wer meinen Kater kastriert, kann was erleben! Das ist ein Versprechen!

    • Danke, Sie sprechen mir aus dem Herzen!! Ich kann auch nicht verstehen, warum immer nur von Kastration doe Rede ist, wo doch eine Sterilisation zwecks Geburtskontrolle den selben Zweck erfüllt. unkastrierte ( wenn auch sterilisierte ) Kater markieren oft: na und!!! wollen weiter Kätzinnen decken: na und, gönnt ihm doch den Spaß. Wer mit der Sexualität seines Tieres nicht zurecht kommt, sollte sich keins zulegen!!! Danke nochmal, ihr Beitrag hat mir viel Kraft gegeben

  10. Also ich komme aus Österreich und bei uns müssen Katzen kastriert sein! Das schreibt das Gesetz vor. Ist das in Deutschland anders? 🙂 LG Birgitt

    Frohe Weihnachten und genießt die Festtage im Kreise eurer Familie. Alles Gute für das Jahr 2016!  

  11. Katzen kastrieren ????!!!!
    Also verbieten wir die Existenz einer Tierart ??
    Im Wildbahn reguliert sich alles von selbst den Katzen haben natürliche Feinde.
    Im Ballungsgebiete soll jeder Tierhalter verantwortlich handeln. Das heißt nicht
    unbedingt Katration es gibt auch Medikamenten.
    Wäre vielleicht sinnvoller die Menschen zuerst zu kastrieren, die verursachen viel mehr
    Elend als die Katzen.

  12. Eine Kastrationspflicht ist völliger Quatsch!!! Sie hat keinen Einfluss auf die Straßenkatzenpopulation, wenn Besitzer ihre Hauskatzen unfruchtbar machen.warum? eine Kätzin bekommt ihre Junge wenn schon Zuhause.und wenn sich der Besitzer dieser Verantwortung stellen möchte und dafür sorgt, dass die Kleinen ein schönes Leben leben ist das seine Sache und sollte nicht durch den Gesetzgeber vorgeschrieben werden. Selbstredend ist natürlich,dass mab seine Kätzin dann sterilisieren lässt, wenn Freigängerin. Sterilisation ist die weit zanftere Methode. Kein Nachwuchs aber ein gesunder Hormonhaushalt. Bei Katern: Die Katzenpopulation ist völlig und zwar völlig unabhängig von der Anzahl der unkastrierten Kater. Sprich, wenn draußen eine rollige Kätzin rumlauft, die wird sowieso gedeckt, irgendein Kater wird sich im Umkreis von 5 km finden und wenn es der letzte und älteste Straßenkater aus der finstersten Ecke ist!!! Wenn man solche Angst hat, dass der eigene Kater unliebsame Kätzchen zeugt, dann kann man ihn auch sterilisieren lassen, und ihm keine gesunden Organe entnehmen und ihn zu einem asexuellen Eunuch schnippeln, damit er ruhiger wird. Die Gemeinden müssen an die Straßenkätzinnen und nur an die. Die produzieren Katzen wie die Karnickel und das letzte was die brauchen sind kleine Kätzchen. Was die Vogelpopulation angeht: Katzen erwischen meist nur entweder kranke oder sehr junge Vögel. Ein gesunder ausgewachsener Vogel ist weg wie der Blitz, wenn sich eine Katze nähert. Diese ganzen Argumente sind allesamt an den Haaren herbei gezogen!!!

  13. Ich kann es ja verstehen, dass wir an einer Überflutung an Katzenwellen leiden, aber Kastrieren ist etwas unmoralisches… schwer zu entscheiden, was letztendlich besser für Katzen wäre…

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