Bald Untersuchungsausschuss zu #Reusgate?

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Bald Untersuchungsausschuss zu #Reusgate?

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Der Fußballspieler Marco Reus dürfte sich besonders gefreut haben, als vergangene Woche 2015 begann. 2014 lief nämlich recht doof für den BVB-Star. Erst konnte Reus wegen einer Verletzung nicht zur Fußball-WM fahren, dann würgte sein Verein Borussia Dortmund im Tabellenkeller der Bundesliga ab. Und kurz vor Weihnachten erfuhren wir, dass Marco Reus wegen Fahrens ohne Führerschein 540.000 Euro Strafe zahlen muss. Vor allem bei Twitter gibt es seitdem reichlich Spott wegen #reusgate.

Kaum hat das neue Jahr begonnen, droht dem Kicker weiteres Ungemach. Wie “Die Glocke” am Mittwoch berichtete, könnte #reusgate ein politisches Nachspiel im Landtag haben. NRW-CDU-Vize Peter Biesenbach erwägt demnach, den Fall Reus durch das Landesparlament prüfen zu lassen: “Einen wie auch immer gearteten Promi-Bonus darf es nicht geben”, wird der Abgeordnete zitiert. Die Staatsanwaltschaft Dortmund hatte nicht geahndet, dass Reus einen gefälschten holländischen Führerschein vorgezeigt hatte. Sie verzichtete zudem auf einen Eintrag ins Vorstrafen-Register. Die CDU hatte vor Monaten schon den Verdacht geäußert, dass Duisburger Alt-Oberbürgermeister Josef Krings (SPD) bei Justiz und Straßenverkehrsamt womöglich prominente politische Fürsprecher gehabt habe. NRW-Justizminister Thomas Kutschaty (SPD) wies diese Mutmaßungen damals als “Beleidigung der Staatsanwaltschaft” sichtlich erregt zurück.

Auch wenn ein Untersuchungsausschuss zum Fall Reus unwahrscheinlich ist, könnten im Justizausschuss demnächst ein paar extrem brisante Fragen auf der Tagesordnung stehen: Ist Minister Kutschaty BVB-Fan? Denn der SPD-Politiker kommt ja aus Essen, wo die RWE-Fans eine Fanfreundschaft mit dem BVB haben. Und SPD-Fraktionschef Norbert Römer ist ja auch Dortmund-Ultra. Welche Rolle spielt Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD), die ja bekanntlich Anhängerin von Reus’ Ex-Verein Borussia Mönchengladbach ist? Fragen über Fragen. Biesenbach, übernehmen Sie!

Über den Autor

Jahrgang 1974. Geboren im westlichen Münsterland. Ich berichte seit 2002 über Politik und News aus Nordrhein-Westfalen. Bis 2007 für die taz, danach knapp fünf Jahre als Korrespondent der Nachrichtenagentur ddp/dapd. Seit 2012 arbeite ich für den WDR.

1 Kommentar

  1. Herr Biesenbach scheint in der Schule in Politik und Sozialkunde nicht richtig aufgepasst zu haben: Die Gewaltenteilung ist ein wichtiges Grundelement unserer Demokratie. Kein Parlament und kein Untersuchungsausschuss hat über die Angemessenheit der Strafe für Marco Reuss zu befinden, sondern einzig das zuständige Amtsgericht in Dortmund. Das hat offensichtlich im Strafbefehlsverfahren so entschieden. – Ob das an Deutschen Stammtischen gut ankommt oder nicht.

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