Die Tücken der Sommerpause

https://blog.wdr.de/landtagsblog/die_tucken_der_sommerpause/

Die Tücken der Sommerpause

Kommentare zum Artikel: 5

Die Sommerpause kann für Politiker tückisch sein. Eigentlich will man ja seine Ruhe haben, ausspannen, neue Kraft schöpfen. Doch was ist, wenn ausgerechnet dann etwas passiert? Letztes Jahr gab es so einen Fall. Als Hannelore Kraft in Brandenburg ausspannte, suchte ein Orkan Münster heim. Kraft blieb in den Ferien – und hatte später die kuriose Funkloch-Affäre an den Hacken.

Jetzt ist sie wieder im Urlaub, im Sauerland, wie man hört, um das Deutsche Sportabzeichen zu machen. Und prompt geht im Land wegen des starken Zustroms von Flüchtlingen und einer Krankheitswelle in den Heimen alles drunter und drüber. Schon fragt die CDU, warum man von Kraft keinen Ton zu hören bekomme. Sollte Kraft dieses Mal den Urlaub abbrechen, sich vor die Flüchtlingsheime stellen und beschwichtigen? Ich finde: Das muss nicht sein.

Man könnte natürlich fragen, warum nicht nur Kraft im Urlaub ist, sondern auch ihre Stellvertreterin Sylvia Löhrmann (Grüne). Und ob nicht auch Gesundheitsministerin Barbara Steffens (Grüne) gefragt wäre, die ebenfalls Ferien macht. Der eigentliche Adressat aber ist Innenminister Ralf Jäger (SPD), in dessen Zuständigkeitsbereich die Flüchtlingsproblematik fällt. Auch der, man ahnt es, ist im Urlaub.

Vertreten lässt er sich von seinem Staatssekretär. Der allerdings hat mit dem großen Medieninteresse und der komplexen Materie sichtlich zu kämpfen. Hier fehlt der Chef. Und dass Jäger es nicht für nötig gehalten hat, seinen Urlaub zu unterbrechen, ist umso erstaunlicher, wenn man bedenkt, wie er mit dem Urlaub des Regierungspräsidenten von Arnsberg, Gerd Bollermann, umgegangen ist.

Als dieser kürzlich in den Urlaub ging, hat Jäger einen Experten seines Ministeriums als kommissarischen Leiter nach Arnsberg geschickt – und damit Bollermann und dessen Stellvertreter vor den Kopf gestoßen. Die Begründung: In der Bezirksregierung, die für Flüchtlingsfragen zuständig ist, dürfe gerade jetzt keine Vakanz entstehen. Für das zuständige Ministerium scheint die Dringlichkeit nicht zu gelten.

Bislang jedenfalls. Denn am morgigen Freitag kommt auf Drängen der CDU der Innenausschuss zu einer Sondersitzung zusammen. Jäger ist notgedrungen dabei. Und wird unangenehme Fragen beantworten müssen.

Ob er seinen Urlaub für den Ausschuss unterbricht, abbricht oder sowieso vorhatte, nach Düsseldorf zu kommen, will sein Pressesprecher übrigens nicht sagen. Das Thema Urlaub ist plötzlich brisant geworden. So eine Sommerpause kann tückisch sein.

Über den Autor

Online-Reporter sind im Düsseldorfer Politik-Betrieb immer noch eine Seltenheit. Das hat sich seit 2011, als ich in Düsseldorf angefangen habe, nicht verändert. Ich schreibe, blogge und twittere über alles, was mit Landespolitik zu tun hat. Egal, ob Jagdgesetz, Haushaltsdebatte oder Funkloch-Affäre. Nachzulesen - unter anderem - bei WDR.de.

5 Kommentare

  1. Frank Druhm am

    Herr Kellers, Sie treffen die Sache! Aber es sind die Tücken Regierenkönnens!
    Für diese Politikerriege waren die Preußen nicht lange genug im Rheinland! Die Tugenden von persönlicher Verantwortung und Pflichterfüllung, die Sachen in die Hand zunehmen und von vorn zu führen, gerade wenn es brennt, wenn entscheiden und nicht verwalten gefordert ist, all dies ist dieser Regierung anscheinend fremd! Das Privileg eine hohe Pflicht erfüllen zu dürfen steht weit über dem persönlichen Recht auf Urlaub! Man darf auch mal auf die Inanspruchnahme dieses Rechts verzichten! So wundert einen nicht der unmögliche Umgang mit dem Personal in Arnsberg. Nach all den vorausgegengenen politischen Unfällen dieses Innenministers kam jetzt noch ein menschlich unanständiger hinzu. Es sieht ja geradezu so aus, als hätte er das persönliche Gepräch mit den Betroffenen gescheut! Alles sehr bedauerlich, die selbsternannten Kümmerer kümmern sich nicht mehr – wie im vergangenen Sommer!

  2. Mit Mensch am

    Jeder braucht mindestens einmal im Jahr eine Erholungs- und Urlaubsphase. Ob SpitzenpolitikerInnen ihren Urlaub unterbrechen sollten, sollte im Einzelfall entschieden werden, manchmal reicht auch eine Vertretung. Alle Verantwortlichen haben hinsichtlich der Unterbringung von Flüchtlingen wahrlich keine leichte Aufgabe. In Anbetracht dessen, dass NRW die meisten Flüchtlinge aufnimmt, ist es hier erfreulich ruhig. Demonstrationen vor Flüchtlingsheimen würde ich als sehr bedrohlich empfinden und sollten untersagt werden. Schutzsuchenden Menschen muss geholfen und Probleme sollten gelöst werden. Allen Verantwortlichen kann man nur ein gutes Gelingen wünschen, was letztendlich auch möglich sein sollte. Diejenigen, die Grund haben, dankbar für ihre gesicherte Existenz zu sein, sollten sich dies noch einmal vergegenwärtigen.

  3. Politiker reden das Flüchtlingsproblem immer nur schön, wollen aber nicht die Wirklichkeit sehen. Mit den Einzel Reisenden Flüchtlingen aus dem nahen Osten West- und Zentral-Afrika werden wir noch viele Probleme bekommen. Heute in unserer kleinen Stadt gab es in einer Flüchtlingsunterkunft eine Messerstecherei. Auch sagen Politiker nicht, was diese Leute für eine Ausbildung haben. Wir brauchen keine Arbeitskräfte aus Afrika in Europa besonders im Süd-Europa gibt es genug junge Leute, die hier arbeiten können. Die Kultur aus Afrika und dem nahen Osten gehört nicht nach Europa. In den Gemeinden werden Bäder geschlossen, Turnhallen für Unterkünfte genommen, Schulen verrotten usw. und wir geben für jeden Flüchtling pro Monat 143,00 € für Erwachsene aus und für Kinder (7 bis 14 Jahre) 85,00 € gleichzeitig werden wir Bürger von den Gemeinden immer mehr Gebühren, Abgaben und Steuern abverlangt. Wenn das so weiter geht, kommt es bald zum großen Knall. Der Abholservice im M-Meer, muß beend

  4. Besorgte Bürgerin am

    Ob Minister oder deren Präsidenten nun da sind oder nicht, spielt doch nicht wirklich eine Rolle. Das klappt auch ohne diese Polit-Schauspieler. Wenn es z.B. Massenerkrankungen im Flüchtlingsheim gibt, ist das Angelegenheit der Gesundheitsämter. Und bei Messerstechereien eben die Polizei. Was soll denn da ein Minister? Die Damen und Herren Politiker sollen dafür sorgen, dass die, die zu uns kommen, im Vorfeld genau überprüft werden, bevor sie auf unsere Gesellschaft losgelassen werden. Denn nicht jeder Flüchtling ist wirklich einer. Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste. Das ist bei den Polit-Gutmenschen leider immer noch nicht angekommen. Charlie hebdo lässt grüßen.Wie kann man nur solche Menschenmassen ungeprüft ins Land lassen. Was für ein Einfallstor.

Einen Kommentar schicken

Die mit * gekennzeichneten Felder müssen ausgefüllt werden.

Rechenaufgabe: 21 + 4 =


Top