Er will ja nur gehört werden

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Er will ja nur gehört werden

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Nach der Sommerpause: FDP-Chef Lindner wagt einen Ausblick auf das, was noch kommt im Jahr. Im Blick dabei nicht anstehende Wahlen oder die FDP, sondern die Landespolitik. Was bleibt ihm übrig? Düsseldorf ist seine letzte politische Bühne.

Christian Lindner steht für die ganze FDP, als Frontmann muss er gehört werden. Die Person Lindner ist alles: Bundes- und Landeschef und Chef der Landtagsfraktion. Ohne Aufmerksamkeit und Schlagzeilen jedoch ist er kaum Politiker, auf jeden Fall wirkungslos. Weil das nicht sein darf, wird zugespitzt und polemisiert. So ätzt Lindner über die SPD-Ministerpräsidentin: Kraft regiere nicht, nein, sie repräsentiere nur. Deswegen sei Nordrhein-Westfalen zum Bremsklotz geworden, eigentlich für alles. Bei der Bildung, abgeschlagen, auch in der Wirtschaft und erst Recht bei den Finanzen.

Christian Lindner, Rechte: dpa

Süffisant serviert der Oppositionsliberale die steile These: Wer Bundespräsidentin werden wolle, habe eben nichts anderes mehr im Sinn. Will Lindner Kraft treffen?Oder geht’s ihm nur um die Schlagzeile? Gefragt, ob er noch mehr Informationen über die Karriereplanung von Hannelore Kraft habe, sagt er: Nö, das sei doch klar, das könne man an fünf Fingern abzählen – aha.

Und dann bekommt auch Krafts Stellvertreterin ihr Fett weg. Die grüne Schulministerin. Sylvia Löhrmann betreibe Inklusion, den gemeinsamen Unterricht, möglicherweise ohne Rücksicht auf das Kindeswohl, sagt Lindner. Deswegen werde er ein Auge drauf haben, und im Herbst knallhart Daten und Fakten einfordern. Löhrmann müsse Auskunft geben über jede einzelne Schule. Eine Maximalforderung, von der er weiß, dass die Qualitätsdebatte so kaum geführt werden kann. Aber: Wieder ein Schlachtfeld eröffnet.

Laut muss es zugehen, zuspitzen hilft, auch gegen besseres Wissen. Beklagt euch nicht, so geht’s eben, so funktionieren Politiker und oft auch die, die darüber berichten. Lindner weiß das. Er muss die FDP gesprächsweise am Leben halten, beatmen. Das geht nicht mit Sachargumenten. Da müssen schon starke Sprüche her.

Über den Autor

Mittlerweile darf ich mit Armin Laschet den sechsten Ministerpräsidenten erleben. Das ermöglicht Überblick und Vergleiche. Seit Johannes Rau konnte ich alle Regierungschefs- und Chefinnen aus der Nähe beobachten: Wolfgang Clement, Peer Steinbrück, Jürgen Rüttgers und Hannelore Kraft. Ein Kommen und Gehen. Als Korrespondent für Landespolitik nah dran zu sein ist spannend. In der Landeshauptstadt läuft Politik auf Tuchfühlung. Und es gibt Blicke in die Kulisse, auch dahin, wo die vermeintlich Mächtigen schwächeln oder doch nur mit Wasser kochen. Aufstieg und Fall liegen manchmal dicht beieinander. Zuständig bin ich für die Schul- und Familienpolitik, für Arbeit, Gesundheit und Soziales und die Grünen als Partei.

5 Comments

  1. Schade ist nur, dass dieser Karnevalsgesellschaft Blau-Gelb immer noch Schlagzeilen gewidmet werden.
    Tatsache ist:
    In Deutschland wurden nie mehr Schulden gemacht, als zu Zeiten, in denen die KG Blau-Gelb mit in der Regierung saß. Ihre Klientel hat sehr gut daran verdient.
    Ausgerechnet die wollen jetzt wissen, wie man Schulden vermeidet?
    Diese KG hat den Mythos zementiert, dass es nicht ausbildungsfähige Menschen gibt und das Aussortieren damit verstärkt.
    Soll das eine Lösung sein?
    Es geht nicht nur um Lautstärke oder Zuspitzung. Es geht auch darum dass diese KG Blau-Gelb immer noch nicht verstanden hat, dass dieses Land aus Menschen besteht, die so sind wie sie sind.

  2. Liberale Einstellung am

    Christian Lindner, ein Politiker, der gehört werden sollte. M.E. ein Politiker, der etwas zu sagen hat. Hat er nicht recht damit, dass NRW beim Bildungsmonitor 2014 auf dem vorletzten 15. Platz rangiert und das Land permanent ungelöste Finanzprobleme hat? Die FDP fehlt sowohl im Bundestag als auch in allen Länderparlamenten.

  3. Sehr geehrter Herr Flamm,
    Herr Lindner betreibt Oppositionsarbeit, deren Vokabular in allen Parteien gleich ist. Frau Kraft sollte nicht vergessen, sich bei Ihnen für die aktive Propaganda im Volkseigenen Staatsrundfunk WDR zu bedanken!

  4. Schildbürger am

    Es hört halt keiner mehr hin. Aus den Augen aus dem Sinn. Herr Lindner sollte sich eine ordentliche Arbeit suchen und etwas für seine Rente tun.
    Quasi Vorsorge fürs Alter……
    f = fruchtlos
    d = diletantisch oder so
    p = peinlich
    Glück Auf.

  5. “(…) so funktionieren Politiker und oft auch die, die darüber berichten.” Exakt, Herr Flamm! Und genauso funktioniert die kritik- und distanzfreie Berichterstattung des WDR über Rot/Grün in NRW! Siehe insbesondere die tendenziöse Berichterstattung des WDRs über die Beamtenbesoldung. Hier funktioniert der WDR fasst schon wie ein Parteiorgan der NRWSPD!

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