Alles nur geklaut

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Alles nur geklaut

Kommentare zum Artikel: 10

Herrje, was für ein Schlamassel für die CDU. Am Donnerstag (30.03.2017) noch haben wir an dieser Stelle über die braven Plakate der CDU berichtet – und von dem SPD-Vorwurf, der Slogan sei von Gerhard Schröder geklaut. Heute nun ergießt sich über Armin Laschet Spott und Hohn.

Das hätte die Agentur besser gecheckt

Der Claim der NRW-CDU lautet: “Zuhören. Entscheiden. Handeln.” Den gleichen Slogan, nur mit Kommata, hat 1994 Gerhard Schörder im niedersächsischen Wahlkampf benutzt. Das hätte die Werbe-Agentur der CDU besser gecheckt. Jetzt hat Laschet zwar Aufmerksamkeit für seine kreuzbraven Plakate. Aber sicher nicht die erwünschte.

Bei Twitter geht die Häme gerade erst los. “Laschet schrödert durch den Wahlkampf”, albert ein Nutzer. “Die Sozialdemokratisierung der CDU schreitet voran”, twittert eine SPD-Bundestagsabgeordnete. Auf Laschets Facebookseite schreibt einer: “Eiskalt bei der SPD geklaut.”

Wer hatte den Slogan zuerst?

Laschet selbst versucht, den Schaden zu begrenzen. Bei Twitter teilt er freundlich mit, er benutze den Slogan seit 1993. Dann hat wohl Schröder bei ihm geklaut, oder wie?

NRW-SPD-Generalsekretär André Stinka wiederum will Laschet mit dieser Aussage beim “Flunkern” erwischt haben. Per Pressemitteilung lässt er die Welt wissen, dass Laschet keineswegs 1993, sondern erst nach dem Schröder-Wahlkampf mit dem Slogan unterwegs gewesen sein kann. Natürlich fehlt nicht der Hinweis auf Laschets Noten-Affäre.

Endlich wieder Wahlkampf.

Nachtrag: Mittlerweile hat die NRW-CDU ein “Beweis-Foto” getwittert. Ob es wirklich zeigt, dass der Slogan von Laschet stammt, sei dahin gestellt. Was es auf jeden Fall beweist: Wahlplakate waren immer schon lustig.

Über den Autor

Online-Reporter sind im Düsseldorfer Politik-Betrieb immer noch eine Seltenheit. Das hat sich seit 2011, als ich in Düsseldorf angefangen habe, nicht verändert. Ich schreibe, blogge und twittere über alles, was mit Landespolitik zu tun hat. Egal, ob Jagdgesetz, Haushaltsdebatte oder Funkloch-Affäre. Nachzulesen - unter anderem - bei WDR.de.

10 Kommentare

  1. Blubbern kann ich auch am

    Ein unbedeutender faux pas von Laschets Werbemannschaft, nicht mal von ihm selbst. Hauptsache, wir unterhalten uns wieder über Gaga-Themen anstatt über Wesentliches, wie schon Volker Pispers festgestellt hat.
    Nein, ich wähle nicht CDU.

  2. Ich hoffe, daß diese Wahlplakate für immer verschwinden! Verschandeln nur die Umwelt!
    Und gleichzeitig stellen Sie eine akute Unfallgefahr dar, weil man beim Lesen der Plakate abgelehnt wird! Und was auf die Plakate draufsteht, kann man soundso vergessen! Sinnlose Slogan ohne Inhalt!

  3. Hat das bundesland nicht andere probleme als diese petitesse.
    Das bedauerliche ist doch dass einer schwachen landesregierung nur eine schwache opposition gegenüber steht.
    Ich bitte zudem um weniger parteinahme im wahlkampf hinsichtlich der politischen positionierung.

  4. Blubbern kann ich auch am

    Tja, WDR!
    Ein Übersehen als große Katastrophe ganz oben auf der Seite zu platzieren, krepierte im journalistischen Kanonenrohr. Gerade mal drei haben sich zum Kommentieren eingefunden und das ohne die Emotion, die ihr euch erhofft hattet.
    Ihr wart doch mal ein Politfunk.
    Was ist aus euch nur geworden?

  5. Ich denke Wahlplakate sind nicht das wichtigste. Aber in diesem Fall steht es ja wohl für den Dilettantismus der NRW CDU. Ich habe keinen Grund Frau Kraft in den Himmel zu loben aber Gott bewahre uns vor den Herr Laschet.

  6. Ist es nicht egal, was auf den Plakaten steht? Nach der Wahl interessiert sich doch kein*e Politiker*in mehr dafür, was er/sie vorher gesagt hat.
    Insofern: verwendet das Geld des Steuerzahlers für wichtigere Dinge, als die Landschaft mit Plakaten zu verschandeln.

  7. Das Interessante an der Behauptung ist:
    “Die Bundestagswahl 1994 fand am 16. Oktober 1994 statt.” (Wikipedia. Trifft sich mit der eigenen Erinnerung.)
    1993 hat Laschet folglich keine Plakate geklebt. Gell?

  8. Beobachter am

    Es ist eigentlich egal, was die Werbeplakate aussagen. Eingehalten wird davon sowieso NICHTS! Allerdings hat Schröder damals wirklich zugehört, nämlich dem Klang des Geldes, und damit kommt das Stichwort Gzprom … usw. usw.

  9. Mal Nachgedacht am

    Zu Herrn Martin Kaysh “Herr Laschet schreibt, -Als ich 1993 zum ersten Mal als Bundestagskandidat aufgestellt wurde-“. Die Aufstellung von Kandidaten finden immer im vorfeld einer Wahl statt so auch 1993. Also erst “Zuhören. Entscheiden. Handeln” und richtig lesen.
    Und zu Herrn André Stinka:
    “NRW-SPD-Generalsekretär André Stinka wiederum will Laschet mit dieser Aussage beim „Flunkern“ erwischt haben.” Da sei gesagt erst gucken, nachforschen und dann behaubten.

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