Ist der Landtag sicher genug?

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Ist der Landtag sicher genug?

Kommentare zum Artikel: 2

Ein Dutzend Kurden hat gestern den Landtag gestürmt und im Foyer eine Sitz-Demo abgehalten – wir haben darüber berichtet. Die Aufregung hat sich auch am Tag danach nicht gelegt. Die Frage ist: Wieso sind die Demonstranten so leicht in den Landtag gekommen?

Die Antwort darauf kennt jeder, der schon mal im Landtag war: Man geht einfach durch die Tür. Natürlich gibt es Polizei, Pförtner und Gepäckkontrolle. Aber wer will, kann schnurstracks an den Pförtnern vorbeimarschieren. Schon ist er in der Bürgerhalle, dort, wo sich Besuchergruppen sammeln und die Abgeordneten gerne einen Kaffee trinken. Eine Treppe höher liegt der Plenarsaal.

Einladung für potenzielle Attentäter?

Ist das zu leicht? Sind die offenen Türen eine Einladung für potenzielle Attentäter? Eine eindeutige Antwort fällt mir schwer. Denn einerseits gehört es zum Selbstverständnis des Düsseldorfer Politik-Betriebs dazu, dass die Wege kurz und die Zugangs-Hürden niedrig sind. Es ist ein entspanntes, offenes Miteinander. Jeden Tag drängeln sich Besuchergruppen in den Landtags-Gängen. Abgeordnete lassen sich auf den Treppen mit Besuchern fotografieren. Viele essen in der Kantine – Tisch an Tisch mit Ministern und Staatssekretären. Politik zum Anfassen eben. Ohne Sicherheitsschleusen und Spezialkräfte. Das aufzugeben, wäre schade.

Landtag will sich nicht abschotten

Andererseits: Die kleine Gruppe harmloser Demonstranten hat eindrucksvoll bewiesen, wie leicht man sich der Kontrolle am Eingang entziehen kann. Was ist, wenn die Nächsten nicht Plakate, sondern Waffen tragen?

Die Landtagsverwaltung will zu diesem Thema offiziell nichts sagen. Gestern hieß es, hermetisch abriegeln wolle sich der Landtag nicht. Trotzdem sei der Vorfall ein Anlass, neu über die Sicherheit nachzudenken. Heute stand bereits ein zusätzlicher Sicherheitsmann vor der Tür. Dabei wird es vermutlich nicht bleiben.

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Online-Reporter sind im Düsseldorfer Politik-Betrieb immer noch eine Seltenheit. Das hat sich seit 2011, als ich in Düsseldorf angefangen habe, nicht verändert. Ich schreibe, blogge und twittere über alles, was mit Landespolitik zu tun hat. Egal, ob Jagdgesetz, Haushaltsdebatte oder Funkloch-Affäre. Nachzulesen - unter anderem - bei WDR.de.

2 Comments

  1. Heinzb aus nrw on

    Es sind doch Gäste unserer Kanzlerin, willkommen in Deutschland, über den Grenzen der Parteien sollte die Willkommenskultur hier zum Tragen kommen, denke ich. Warum weiterer Sicherheits-
    notwendigkeiten, bei Gästen doch nicht üblich und erforderlich und die Steuerzahler sind doch Schutzlos und Entscheidungslos dieser Willkommenskultur ausgeliefert, wohl zum Teil auch gegen ihren Willen, trotzdem auf ihrer Kosten.

  2. Wenn das Land schon nicht gesichert ist und wir eine neue Völkerwanderung haben, die von der Bundes- und Landesregierung begrüßt wird: Warum dann die Tür des Landtages verschließen?
    Das widerspräche der uns aufdiktierten Willkommenskultur und wäre nicht im Sinne der Kanzlerin und der Mitläufer

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