Kinder-Landtag beschließt Tanzen als Schulfach

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Kinder-Landtag beschließt Tanzen als Schulfach

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Die großen Landtagsabgeordneten mögen ihre Sommerpause genießen. Debattiert wird aber trotzdem. Mitten im Juli findet plötzlich ein Gesetzesvorschlag breite Zustimmung, der Tanzen als Unterrichtsfach einführen will. Sowohl die Kreis-, als auch die Rechteck- und die Trapez- Fraktion haben für das neue Unterrichtsfach gestimmt.

Noch sind zahlreiche Fragen ungeklärt, etwa die, ob für das neue Unterrichtsfach professionelle Tanzlehrer engagiert werden sollen, oder ob das Lehrpersonal für Sport die neue Aufgabe übernehmen soll. Der Ältestenrat des Landtags will das Gesetzesvorhaben jetzt nun weiter konkretisieren.

Parlamentsalltag als Rollenspiel

Tanzen als Unterrichtsfach? Die Debatte gibt es natürlich im richtigen Landtag nicht. Eifrig debattiert wurde trotzdem heute – und zwar in einer kleinen Kopie des NRW-Parlaments. Im Haus der Parlamentsgeschichte, in der Villa Horion am Rhein in Düsseldorf, gibt der Landtag ein Ferienprorgramm für acht- bis zwölfjährige Kinder.

Im Rollenspiel lernen die Kinder den Parlamentsalltag kennen. Jedes Kind bekommt dafür einen Posten: Grundschülerin Elena ist Ministerpräsidentin, Lorenz ist Schulminister und Lena Parlamentspräsidenten.

 Der Parlamentspräsident ist wie der Schiedsrichter

„Der Parlamentspräsident ist wie der Schiedsrichter beim Fußball“, erklärt Irmgard Birn den Grundschülern. Sie hat das Programm mitorganisiert. „Der Landtagspräsident achtet darauf, dass fair gespielt wird, dass wir uns hier an die Regeln halten. Jeder muss beim Thema bleiben, man darf keine Redezeit überziehen und Beleidigungen sind natürlich auch nicht erlaubt.“

Grundzüge der Demokratie

Es geht darum die Grundzüge der Demokratie zu vermitteln. Die Kinder gehören verschiedenen Fraktionen an, die, politisch ganz neutral, “Rechteck”, “Kreis” oder “Trapez” – Fraktion heißen. Das Abstimmungsergebnis fällt eindeutig aus. Alle Fraktionen beschließen einstimmig, dass das Schulfach Tanzen kommen soll, die Begeisterung unter den Kindern ist groß. „Mit hat es sehr viel Spaß gemacht, ich fand es sehr spannend“, sagt die zehnjährige Selina.

Das ist dann der wohl größte Unterschied zu echten Landtagsdebatten. Wer die hitzigen Wortgefechte der Parlamentarier und das verbale Hauen und Stechen im Plenum regelmäßig verfolgt, der weiß: Eine harmonische verlaufende Debatte quer durch alle Fraktionen hat Seltenheitswert. Vielleicht sollten es die Erwachsenen mal mit dem Thema Tanzen versuchen.

 

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4 Kommentare

  1. Wir haben eine gespaltene Gesellschaft im Hysterie-Modus.

    Extreme Ansichten werden in Dauerschleife verbreitet, eine Mehrheit geht auch mit aber nur eine Mehrheit zwischen 55% und 66% die einer Minderheit zwischen einem Drittel und knapp der Hälfte vorschreiben will wie sie zu leben und zu denken hat und „wer nicht für uns ist, ist gegen uns“. Bei Minderheitenschutz dachte man früher an Minderheiten zwischen 8% und 2%. Kein Wunder, dass es jetzt Zoff an jeder Ecke gibt. Auch in Medien findet man auch vorrangig den Haltungsjournalismus, seltener was ich mal in Aufsätzen gelernt habe mit These, Antithese und Synthese.

    „Parlamentsalltag als Rollenspiel“ ist dabei keine schlechte Idee wobei es dann hoffentlich besser läuft als in echten Parlamenten denn viel zu oft geht Diskreditierung der politisch anderen Seite vor der eigentlichen Sache; „das verbale Hauen und Stechen“. Mitsprache einer Schülervertretung kann auch eine demokratische Übung sein.

    Ob man wirklich Tanzen als Schulfach braucht? Als Wahlfach wäre das kein Problem oder als Teil im Sportunterricht. Es kommt immer darauf an wo die Talente liegen, manche sehen beim Tanz blöd aus und andere beim athletischen Übungen. Trotzdem kann man sich mit etwas Toleranz auch mal jenseits eigener Talente versuchen, Hauptsache der Speck wird weniger. Aber hier ist der Weg das Ziel.

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