Klimagipfel ohne Widerhall in NRW

https://blog.wdr.de/landtagsblog/klimagipfel-ohne-widerhall-in-nrw/

Klimagipfel ohne Widerhall in NRW

Kommentare zum Artikel: 2

Ich muss zugeben, ein wenig gerührt war ich schon bei den Bildern aus Paris. Jubelnde Delegierte, mit den Spuren duchverhandelter Nächte in den Gesichtern. Tränen, Umarmungen, Pathos, wie man ihn selten hört. Die Welt hat sich zusammengerauft auf ein historisches Klimaabkommen. Die USA und China machen plötzlich gemeinsame Sache im Klimaschutz. Delegierte völlig unbedeutender Inselstaaten werden zu Helden. Mittendrin die deutsche Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD). Auch ihre Delegation gehört zu denjenigen, die den Beschluss ermöglicht haben. Das wohlige Gefühl, dass die Politiker dieser Welt es geschafft haben, sich bei diesem zentralen Menschheitsthema zusammenzuraufen. Endlich.

Historische Wegmarke wie 1945 und 1989

Es gibt sie also noch: die guten, die sehr guten Nachrichten. Klar, Hintertüren finden sich auch im Vertrag von Paris. Aber er ist insgesamt doch ein Hoffnungsschimmer in einer Zeit, in der Pessimismus und Angst allgegenwärtig scheinen. Mein Kollege Lorenz Beckhardt schreibt: “Spätere Generationen werden das Jahr 2015 wie die Jahre 1945 und 1989 als historische Wegmarken in Erinnerung behalten, denn mit dem Pariser Abkommen steigen wir global in eine kohlenstofffreie Weltwirtschaft ein.”

Warum schreibe ich das hier? Nun, weil meine Kollegen am Wochenende in Anbetracht der Dimension des Erreichten auch eine Reaktion unserer Landespolitiker erwartet hatten. Es kam aber nichts. Und das, obwohl einer der Protagonisten des Klimaerfolges, SPD-Ministerin Hendricks nämlich, aus NRW kommt. Per Twitter haben wir dann alle der im Landtag vertretenen Fraktionen angeschrieben. Reagiert haben nur die Grünen. Die CDU immerhin hat Stunden später ein Statement von Landeschef Armin Laschet angeboten. Ansonsten: Stille. Übrigens auch in vielen Medien. Die TAZ scheibt über das öffentliche Echo des Gipfels: “Historisches als Randnotiz”.

Festhalten an Braunkohle bis 2050 erscheint gestrig

Sind wir gute Nachrichten nicht mehr gewohnt? Wollen wir uns lieber empören? Waren andere Themen wichtiger? Gabriels Klatsche beim SPD-Parteitag? Der NRW-Trend? Gladbachs Pleite gegen Leverkusen? Oder ist den NRW-Politikern der Schreck in die Glieder gefahren angesichts von Gipfelbeschlüssen, die das Festhalten an der Braunkohle in NRW bis 2050 als ziemlich gestrig erscheinen lassen? Von allem etwas, nehme ich an. Ernüchternd. Am Donnerstag (17.12.2015) wird sich nun immerhin der Landtag mit den Beschlüssen befassen.

Korrektur: Angeschrieben haben wir die Fraktionen, nicht die Parteizentralen, wie es in der ersten Version des Textes hieß.

About Author

Online-Reporter sind im Düsseldorfer Politik-Betrieb immer noch eine Seltenheit. Das hat sich seit 2011, als ich in Düsseldorf angefangen habe, nicht verändert. Ich schreibe, blogge und twittere über alles, was mit Landespolitik zu tun hat. Egal, ob Jagdgesetz, Haushaltsdebatte oder Funkloch-Affäre. Nachzulesen - unter anderem - bei WDR.de.

2 Comments

  1. Jetzt aber mit Anlauf: so schnell wie möglich aus der Braunkohle raus (dann sind wir übrigens auf einer Linie mit dem Papst). Die Steinzeit endete auch nicht, weil es keine Steine mehr gab…! Ein Ausstieg aus der Stromerzeugung mit fossilen Brennstoffen ist technisch möglich. Er muss nur politisch gewollt sein. Mit dem Anschub aus Paris gibt es keinen Grund mehr für zaghaftes Handeln. Bitte keine Klientelpolitik mehr für die Gewerkschaft IG BCE und Verdi, für RWE u.a., sondern für die Zukunft.

  2. Mein Vorschlag lautet: Sofort aufhören mit dem leidigen CO2-Theater. Einen Treibhauseffekt durch CO2 gibt es nicht, wie man weltweit in Wüsten leicht nachweisen kann. Statt dessen Grundlagen zur Wettermoderierung schaffen. Also Entschleunigung des Wettergeschehens.
    Hierfür eignen sich große, zusammenhängende und gesunde Mischwälder mit natürlichen Vegetationsschichten (Stratifikation). Das im Wald gespeicherte Wasser ermöglicht notwendige Abkühlung erdnaher Luftschichten.
    Geschädigter Baumbestand ist umgehend zu ersetzen (Verjüngung).
    Letztlich braucht’s eine globale Aufforstung.
    Industriebrachen und Siedlungsrückbau sind umgehend durch Aufforstung zu ersetzen.
    In Überschwemmungsgebieten von Flüßen sind neue Auenwälder anzulegen.
    Wichtig ist dabei, den Wald vor Austrocknung zu schützen, z. B. Mantelgewächse am Waldrand.
    Nur so verdient der Klimaschutz auch seinen Namen.

Leave A Reply

Die mit * gekennzeichneten Felder müssen ausgefüllt werden.

Solve : *
33 ⁄ 11 =


Top