Mops statt Currywurst

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Mops statt Currywurst

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“Ein Leben ohne Möpse ist möglich, aber sinnlos”, sagte einst Loriot. Diesen Spruch beherzigt jetzt die SPD in Nordrhein-Westfalen. Ministerpräsidentin Hannelore Kraft stellte am Dienstag in Düsseldorf die erste Folge der SPD-Plakate zur Landtagswahl am 14. Mai 2017 vor. Auf einem Plakatmotiv ist neben dem Slogan “#NRWIR MALOCHER – Stark: Niedrigste Arbeitslosigkeit seit 1993” eine Frau zu sehen, die mit einem Mops auf dem Schoß am Computer arbeitet.

Frau, Mops, Malocher. Aha. Der Mops gilt nach Angaben des Deutschen Mopsclubs als “bedingt gehorsam”, ist aber dafür menschenfreundlich. In den gentrifizierten Vierteln des Landes ist der Handtaschen-kompatible Hund ein treuer Begleiter vieler Hipster. Aber Malocher?

Freies Assoziieren mit der SPD

Nicht zum ersten Mal lädt die SPD bei der Auswahl ihrer Kampagnenmotive zum freien Assoziieren ein. 2012 machte die NRW-SPD bundesweit Schlagzeilen mit dem Plakatslogan “Currywurst ist SPD”. Was die einen als inhaltsloses Ruhrpott-Klischeebild kritisierten, galt anderen als geniale Kampagne. Krafts SPD gewann damit bekanntlich die Wahl deutlich gegen CDU-Herausforderer Norbert Röttgen. Wenn die SPD Currywurst ist, wofür steht die CDU? Vielleicht wird Röttgen-Nachfolger Armin Laschet uns das ja bald erklären.

SPD-Wahlplakat 2012 Bildrechte: Imago

SPD-Wahlplakat 2012 Bildrechte: Imago

Weiter mit der Bildinterpretation des aktuellen Mops-Motivs: Im Hintergrund ist unscharf ein Förderturm zu sehen. Hier soll dem Betrachter offenbar eine symbolische Botschaft vermittelt werden: Zeche ist verschwommene Vergangenheit. Die Zukunft gehört der modernen Büroarbeiterin mit Mops und Rennrad. Ob heute alle Ex-Kohlekumpel in so schicken Home Offices malochen? Die Wähler können sich in den nächsten Wochen im Straßenverkehr selbst einen Reim auf das Motiv machen.

About Author

Jahrgang 1974. Geboren im westlichen Münsterland. Ich berichte seit 2002 über Politik und News aus Nordrhein-Westfalen. Bis 2007 für die taz, danach knapp fünf Jahre als Korrespondent der Nachrichtenagentur ddp/dapd. Seit 2012 arbeite ich für den WDR.

3 Comments

  1. Nett ist auch der Zusatz zur Arbeitslosigkeit. Vorsichtshalber scheut man den Vergleich zu anderen Bundesländern…dann fiele die Selbstbeweihräucherung vielleicht nicht so gut aus.
    Mir würde auch gefallen: Schlechteste Schülerkompetenz in Deutschland!
    Ach, ich vergaß ja: Daraus werden Wählerschichten generiert…

  2. Eine Frau mit gemachter Nase und aufgespritzten Lippen vor einem 3000.- teuren I Mac . Das ist also der neue Archetypus des “Malochers.” Da hat der Herr Staus ja ganze Arbeit geleistet. Wieder ein Beispiel für die “Volksnähe” (sorry ein anderer Begriff kam mir nicht so schnell in den Sinn), der SPD, die offenbar ihr “einfaches”, “ungebildetes” und “ängstliches” Wählerklientel nicht mehr mag.
    Dann noch eine Landesmutti, die die Aufklärung der Vorkommnisse des 1.1.2016 behinderte. Bravo. Meine Eltern, beide Arbeiter und überzeugte Sozialdemokraten, würden sich im Grabe winden vor Schmerz, wenn sie wüssten, was aus dieser Partei geworden ist.

  3. Ashwin kumar on

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